Erich Johannes Bruno Ponto (* 14. Dezember 1884 in Lübeck; † 4. Februar 1957 in Stuttgart) war ein deutscher Schauspieler. Er ist verwandt mit dem ermordeten Vorstandssprecher der Dresdner Bank, Jürgen Ponto.
Zunächst begann er ein Studium der Pharmazie. Unter seinen Ausbildern befand sich auch Wilhelm Conrad Röntgen, bei dem er oft einschlief. Ponto hatte immer den Drang nach der Schauspielerei; mit Freunden probte er Klassiker, beteiligte sich an Literaturzirkeln und entwickelte fortan die Personen in seinen Stücken. 1905 machte er sein Provisor-Examen. Seine Ausbildung zum Schauspieler bekam er bei Hans Lackner im Jahre 1908.
Er bekam sein erstes Engagement 1908 am Stadttheater Passau, später in Reichenberg/Nordböhmen (1910/11). 1916 ehelichte er seine Frau Tony Kresse, mit der er seine Tochter Eva Ponto (*1918, heute Doering) und seinen Sohn Klaus Ponto (*1927, ebenfalls Schauspieler) bekam. Erich Ponto war mit Tonys Brüdern befreundet und ging im Hause Kresse ein und aus. In den 1910er Jahren hatte Ponto bereits kurze Erfahrungen mit dem Stummfilm gemacht, so in Der Geiger von Meißen. Seit 1914 spielte Ponto in Dresden, wo er bis 1947 lebte. 1920 hatte er seinen ersten Kontakt mit dem Film; aber erst ab 1930, mit einer zehnjährigen Unterbrechung, begann seine Karriere als Filmschauspieler begann. Besonders herausragend war seine Rolle als Professor Crey in dem Film Die Feuerzangenbowle. In Frauenarzt Dr. Prätorius spielte er den Pathologen Professor Speiter. Im Jahre 1949 drehte er den international bekannten Film Der dritte Mann mit Orson Welles und Joseph Cotten.
Neben seinen zahlreichen Filmrollen spielte er Theater und tingelte täglich zwischen Berlin und Dresden hin und her. Ponto war in Dresden sehr beliebt. Er wurde Intendant am Dresdner Schauspielhaus. Mit der Gründung des DDR verließ Ponto Dresden, weil er, wie er an Kollegen schrieb: „...in dieser Stadt nicht frei spielen könne, wenn er nicht einer bestimmten politischen Haltung angehörte...“. Als bei ihm in der Zeit des Nationalsozialismus eine Hausdurchsuchung stattfand, wollte man ihm Kollwitz-Zeichnungen entnehmen. Ponto stellte lediglich fest, dass er diese noch für seine Arbeit brauchte, und man stellte sie wieder in den Schrank. Ponto betätigte sich politisch und ließ sich 1946/47 auf der Liste 6 neben Victor Klemperer zur Wahl aufstellen.
Eine seiner Entdeckungen für die Bühne und den Film war Gert Fröbe. Fröbe hatte allen Mut zusammengenommen, um Ponto etwas vorzusprechen jedoch winkte dieser zunächst wegen Fröbes unüberhörbaren sächsischen Dialektes ab, nahm ihn später aber doch als Schüler. 1947 kam Erich Ponto an das Württembergische Staatstheater Stuttgart. Zu seinem 70. Geburtstag wünschte er sich die Titelrolle in Lessings Nathan der Weise. 1952 wurde er zum Württembergischen Staatsschauspieler ernannt. 1954 erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande und 1956 das Filmband.
Ponto verfasste zu öffentlichen/privaten Anlässen gerne und häufig Gedichte. Bis zu seinem Tode lebte er mit der Schauspielerin Edith Heerdegen (1913-1982) zusammen. Heerdegen war ebenfalls eine Schülerin Pontos. Er starb am 04. Februar 1957 in Stuttgart nach langer Krankheit, die ihn nicht daran hinderte, zu spielen. So sah man ihn noch 1956 bereits todkrank in seinem letzten Kinofilm Robinson darf nicht sterben. Er wurde zunächst auf dem Waldfriedhof beigesetzt, wurde aber später auf den Hamburger Friedhof Nienstedten umgebettet. Heute erinnert in Stuttgart lediglich ein Gedenkstein auf dem Grab der Familie Böhm an ihn.
Deutscher | Filmschauspieler | Geboren 1884 | Gestorben 1957 | Mann | Schauspieler | Theaterschauspieler
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