Erich Honecker (* 25. August 1912 in Wiebelskirchen/Saar; † 29. Mai 1994 in Santiago de Chile) war ein deutscher, kommunistischer Politiker. Er war langjähriger Generalsekretär des Zentralkomitee der SED und Staatsratsvorsitzender der DDR.
Erich Honecker war als Jugendlicher Mitglied der kommunistischen Jugendorganisation Jung-Spartakus-Bund. 1926 trat er dem Kommunistischen Jugendverband Deutschland (KJVD) bei, wo er 1929 Leiter seiner Ortsgruppe wurde. 1928–30 arbeitete er als Dachdeckergehilfe und begann eine Dachdeckerlehre, die er aber abbrach.
Honecker war ein maßgeblicher Organisator des Baus der Berliner Mauer im August 1961.
Von 1947–1953 war er in zweiter Ehe mit der FDJ-Funktionärin Edith Baumann verheiratet, mit der er die Tochter Erika (*1950) hatte. Im Dezember 1952 brachte seine dritte Frau Margot Feist, die er 1953 heiratete, die Tochter Sonja zur Welt.
Während seiner Amtszeit wurden der Grundlagenvertrag mit der Bundesrepublik Deutschland ausgehandelt, an den KSZE-Verhandlungen in Helsinki teilgenommen und die DDR als Vollmitglied in die UNO aufgenommen. Sie gelten als die größten außenpolitischen Leistungen Honeckers.
Bei einem Besuch in Japan wurde er im Mai 1981 von der Nihon-Universität Tokio mit einem Ehrendoktortitel (Dr. h.c.) geehrt. Am 31. Dezember 1982 entging Honecker vermutlich nur knapp einem Attentat in der Nähe von Wandlitz, bei dem der Maurer Paul Eßling versucht haben soll, das Auto von Erich Honecker zu rammen. 1985 bekam Honecker vom IOC den Olympischen Orden in Gold.
Innenpolitisch zeichnete sich anfangs eine Liberalisierungstendenz vor allem im Bereich der Kultur und Kunst ab. Im Gegensatz hierzu standen die Ausbürgerung von Regimekritikern wie Wolf Biermann und die Unterdrückung innenpolitischen Widerstands durch das Ministerium für Staatssicherheit (MfS, „Stasi“). Wirtschaftspolitisch wurde unter Honecker die Verstaatlichung und Zentralisierung der Wirtschaft vorangetrieben. Die schwierige wirtschaftliche Lage zwang zur Aufnahme von Milliardenkrediten von der Bundesrepublik Deutschland, um den erreichten Lebensstandard halten zu können.
Am 7. September 1987 besuchte er die Bundesrepublik Deutschland mit großem Empfang durch Bundeskanzler Helmut Kohl in Bonn. Auf seiner Reise durch die Bundesrepublik kommt er nach Düsseldorf, Wuppertal, Essen, Trier, Bayern sowie am 10. September in seinen Geburtsort im Saarland. Diese Reise war seit 1983 geplant, wurde jedoch damals von der sowjetischen Führung blockiert, da man dem deutsch-deutschen Sonderverhältnis misstraute. 1988 war Honecker u.a. auf Staatsbesuch in der französischen Hauptstadt Paris. Sein großes Ziel, welches er aber nicht mehr erreichte, war ein offizieller Besuch in den USA, daher setzte er in den letzten Jahren der DDR auf ein positives Verhältnis zum Jüdischen Weltkongress als möglichen "Türöffner".
Honecker erhielt praktisch alle wichtigen Auszeichnungen der DDR, darunter den Karl-Marx-Orden, den Vaterländischen Verdienstorden mit Ehrenspange, Banner der Arbeit, Held der Arbeit und den Leninorden als höchste Auszeichnung der Sowjetunion.
Er kam mit seiner Frau zunächst bei der Familie des evangelischen Pfarrers Uwe Holmer in Lobetal unter. Später hielt sich das Ehepaar Honecker dann im Bereich des Militärhospitals der sowjetischen Streitkräfte in Beelitz-Heilstätten auf, bis er einige Monate später, am 13. März 1991, nach Moskau ausgeflogen wurde. Als sich abzeichnete, dass die sowjetische Führung unter Gorbatschow beziehungsweise, nach Niederschlagung des Augustputsches, der russische Präsident Boris Jelzin ihren ehemaligen Verbündeten nicht schützen würden, flüchtete er in die chilenische Botschaft. (Die DDR hatte nach dem Sturz Salvador Allendes vielen tausend Chilenen politisches Asyl gewährt.)
Wegen des Haftbefehls in der Bundesrepublik Deutschland wurde er am 29. Juli 1992 ausgeliefert. Trotz seines Leberkrebsleidens wurde er wegen des Schießbefehls an der innerdeutschen Grenze vor Gericht gestellt. Sein Verteidiger war der bekannte Ostberliner Anwalt Friedrich Wolff. Aufgrund seines Gesundheitszustandes wurde das Verfahren allerdings 1993 in einer Entscheidung des Verfassungsgerichtshofes des Landes Berlin eingestellt.
Am 13. Januar 1993 flog Erich Honecker nach Chile zur Familie seiner Tochter Sonja (* 1952), die dort mit ihrem chilenischen Ehemann Leo Yáñez und ihrem Sohn Roberto wohnte. Er starb im Alter von 81 Jahren am 29. Mai 1994 in Santiago de Chile an Leberkrebs.
Mann | Deutscher | SED-Mitglied | Politiker (DDR) | KPD-Mitglied | Geboren 1912 | Gestorben 1994
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