| Daten | |||
|---|---|---|---|
| Lebensdaten | |||
| Name: | Erich Alfred Hartmann | ||
| Spitzname: | Bubi | ||
| Geboren: | 19. April 1922 Weissach | ||
| Gestorben: | 20. September 1993 Weil im Schönbuch | ||
| Luftwaffenoffizier | Flieger-Ass | ||
| Luftwaffenoffizier | |||
| Auszeichnungen | |||
| Auszeichnung der rumänischen Luftwaffe | |||
| Frontflugspange für Jäger in Gold mit Anhänger Einsatzzahl 1.300 | |||
| Zweimalige Nennung im Wehrmachtsbericht | |||
| Ehrenpokal für besondere Leistung im Luftkrieg | |||
| Eisernes Kreuz 2. und 1. Klasse | |||
| Deutsches Kreuz in Gold | |||
| Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub, Schwertern und Brillanten | |||
| Ritterkreuz | 29. Oktober 1943 | ||
| Eichenlaub | 2. März 1944 | ||
| Schwerter | 4. Juli 1944 | ||
| Brillanten | 25. August 1944 | ||
| Zeitlicher Ablauf der Beförderungen | |||
| Leutnant | 31. März 1942 | ||
| Oberleutnant | 1. Juli 1944 | ||
| Hauptmann | 1. Sep. 1944 | ||
| Major | 8. Mai 1945 | ||
| Oberstleutnant | 12. Dez. 1960 | ||
| Oberst | 26. Juli 1967 | ||
Mit 14 Jahren war er ein ausgezeichneter Segelflieger mit Schein. Bis zum Ende des Jahres 1937 hatte er seine A- und B-Segelflugscheine abgelegt und wurde mit seinem C-Schein Segelfluglehrer in der Flieger-HJ. Erich Hartmann absolvierte an der Oberschule in Korntal das Abitur. Er war ein durchschnittlicher Schüler, der seine Schulpflichten ohne Schwierigkeiten oder Ehrgeiz erfüllte. Seine Anstrengungen gingen nur soweit, wie es für die Ablegung der Examina notwendig war. Während dieser Zeit lernte er auch seine spätere Frau Ursula "Usch" Paetsch kennen. Mit 18 meldete sich "Bubi" Hartmann 1940 freiwillig als Offiziersanwärter bei der Luftwaffe.
Am 15. September 1940 trat er die Grundausbildung zum Jagdflieger beim Ausbildungsregiment 10 der Luftwaffe in Neukuhren, 15 km von Königsberg in Ostpreußen entfernt, an. Die Flugausbildung fand an der Luftkriegsschule in Berlin-Gatow und an der Luftfliegerschule II statt. Am 5. März 1941 ging Hartmann auf seinen ersten militärischen Ausbildungsflug. Seinen ersten Alleinflug absolvierte er am 24. März 1941 nach insgesamt 73 Schulflügen. Die fliegerische Grundausbildung wurde am 14. September 1941 abgeschlossen und er wurde zum Fortgeschrittenen-Kurs am 15.September 1941 nach Zerbst/Anhalt zur Jagdfliegerschule versetzt. Hier wurde er auf dem Flugzeugtyp ausgebildet, der ihm seinen Ruhm eintragen sollte: die Messerschmitt Bf 109. Mit 20 Jahren, am 31. März 1942 wurde er Leutnant. Daraufhin wurde er am 8. September 1942 zum Jagdgeschwader 52, an die kaukasische Front versetzt.
Sein erster Feindflug endete aber in einer Katastrophe. Hartmann, in völligem Übereifer, löste sich mehrmals von der Formation und flog durch die Schusslinien der anderen Flieger. Seine taktischen Sünden im Luftkampf bestanden aus folgenden Punkten:
Am 20. August 1943, nach 300 Einsätzen und 90 Luftsiegen, wurde Hartmann unter Flakfeuer zur Notlandung gezwungen und fiel der Roten Armee in die Hände. Er täuschte zunächst eine Verwundung vor und sprang später von dem LKW, der ihn zum nächsten russischen Gefechtsstand bringen sollte. Nach einer stundenlangen Flucht in Richtung Westen gelangte er schließlich zu den eigenen Linien.
Im September 1943 übernahm er seine erste eigene Staffel. Am 29. Oktober des gleichen Jahres, als er über Kirowograd eine Lawotschkin und eine Airacobra abschoss und seinen 147. und 148. Luftsieg meldete, wurde ihm das Ritterkreuz verliehen. Nachdem Hartmann im Herbst 1943 auf 150 Luftsiege gekommen war, wurde er bei Freund und Feind langsam zum Begriff. In deutschen Zeitungen erschien sein Bild öfter zusammen mit dem anderer führender Jagdflieger des JG 52. Die Russen kannten ihn zuerst als Karaya1 nach seinem F/T Rufzeichen. Später wurde er auf sowjetischer Seite als der „Schwarze Teufel des Südens“ berüchtigt. Die Legende vom schwarzen Teufel nahm ihren Anfang, als Hartmann die Nase seines Flugzeuges mit einer auffallenden schwarz gezackten Muster wie eine Tulpe anmalen ließ. Dies war im Kampf leichter zu erkennen, und die sowjetischen Flieger merkten schnell, dass der Pilot dieses Flugzeuges ein Gegner war, dem man besser aus dem Weg ging. Er schoss angeblich nie vorbei - was durch die kurze Kampfdistanz, die Hartmann meist wählte, teilweise erklärbar ist. Bei diesen Angriffen, bei denen er auf weniger als 50 m an den Gegner herankam, passierte es mehrmals daß die gegnerische Maschine explodierte und Hartmann in die Trümmer hineinflog. 10.000 Rubel sollen auf den Kopf des "Schwarzen Teufels" ausgesetzt worden sein. Dieser Anreiz und der damit verbundene Ruhm des Bezwingers erwies sich als unzureichend. Jagdflieger der Roten Armee, die mit dem auffallend bemalten Flugzeug zusammentrafen und es erkannten, verschwanden schnell und wichen dem Luftkampf aus. Seine Abschusszahlen gingen zurück. Hartmanns Antwort war, das schwarzbemalte Flugzeug seinen unerfahrenen Rottenkameraden zu überlassen. Für diese Piloten gab es keinen besseren Schutz. Die sowjetischen Jäger ließen die Maschine mit der Tulpennase fast immer in Ruhe.
Am 2. März 1944 erzielte er seinen 202. Erfolg und erhielt das Eichenlaub zum Ritterkreuz. Die Beförderung zum Oberleutnant erfolgte am 18. März 1944.
Am 1. Juli schoss er den 250. Gegner ab und erhielt dafür die Schwerter zum Eichenlaub.
Am 25. August meldete er seinen 300. Abschuss und bekam am selben Tag die Brillanten zum Ritterkreuz mit Eichenlaub und Schwertern.
Am 8. Mai 1945, dem Tag der bedingungslosen Kapitulation des Deutschen Reichs, erzielte Hartmann über Brünn seinen 352. Luftsieg. Dieser Abschuß wird von vielen Militärhistorikern als der letzte deutsche Luftsieg überhaupt angesehen. Insgesamt flog Erich Hartmann 1.404 Einsatzflüge; er bestritt 825 Luftkämpfe.
Hartmann bevorzugte vor allen anderen Typen die Messerschmitt Bf 109, die den ganzen Krieg hindurch eingesetzt wurde. Er blieb diesem Muster auch noch treu, nachdem er die Gelegenheit hatte, die revolutionäre Me 262 zu fliegen.
Erich Hartmann ist bis heute der mit großem Abstand erfolgreichste Jagdflieger in der Geschichte des Luftkampfes: 352 registrierte Abschüsse in 30 Monaten (in der Zeit vom 5. November 1942 bis 8. Mai 1945) konnte er an der Ostfront in erster Linie gegen die Flieger der Roten Armee für sich verbuchen.
Während der gesamten Zeit als Jagdflieger wurde nur einmal ein Rottenkamerad von Erich Hartmann abgeschossen: Major Capito, ein ehemaliger Bomberpilot, der erst kurz zuvor auf das Jagdflugzeug umgeschult worden war, wurde abgeschossen als er die Anweisung Hartmanns, eine enge Abwehrkurve zu fliegen, missachtete. Er überlebte diesen Abschuss aber unverletzt und wurde anschließend mit dem LKW zurück zum Flugplatz gebracht.
Nach der Kapitulation am 8. Mai 1945 lieferten die Amerikaner das Geschwader geschlossen an die Sowjets aus, wodurch Hartmann in russische Gefangenschaft geriet und erst nach mehr als zehnjähriger Haft in verschiedenen Lagern in Sibirien entlassen wurde. Die Inhaftierung von Kriegsgefangenen über einen derart langen Zeitraum war nach den von der Sowjetunion akzeptierten Regeln des Kriegsvölkerrechts rechtswidrig. Daher unterstellte man diesen Zehntausenden von einfachen Gefangenen pauschal, Kriegsverbrechen begangen zu haben. Beispielsweise wurde Hartmann vorgeworfen, ein Teil der von ihm im Luftkampf verfeuerten Munition habe den Gegner verfehlt und somit unschuldige Zivilbevölkerung am Boden getroffen.
Erich Hartmann trat der neu aufgestellten Bundeswehr bei und befehligte als Geschwaderkommodore das JG 71 „Richthofen“ in Ahlhorn / Oldenburg das erste Strahlflugzeuggeschwader der neuen Luftwaffe, deren Maschinen er selbst flog. Hartmann kümmerte sich in dieser Zeit intensiv um die Ausbildung der Flugzeugführer.
Insbesondere im Zusammenhang mit der Starfighter-Affäre nahm der unbequeme, aber gänzlich unpolitische Hartmann eine kritische Haltung gegenüber seinen Vorgesetzten und der politischen Führung ein und schied als Oberst der Luftwaffe vorzeitig aus dem Dienst, während andere, die ebenfalls im 2. Weltkrieg gedient hatten, weiterhin herausgehobene Positionen bekleideten (so zum Beispiel Generalleutnant Steinhoff). Im Gegensatz zu anderen Fliegerhelden der Ära ließ sich Hartmann von der politischen Rechten nicht instrumentalisieren.
Von 1971 bis 1974 war er als hauptamtlicher Fluglehrer in Hangelar bei Bonn tätig.
Im Januar 1997, mehr als drei Jahre nach seinem Tod, wurde Erich Hartmann von russischer Seite rehabilitiert und von allen gegen ihn erhobenen Anschuldigungen entlastet. Ferner stellte die russische Kommission ausdrücklich fest, dass der hoch dekorierte Jagdflieger zu Unrecht abgeurteilt worden war.
Mann | Deutscher Militärperson (3. Reich, Luftwaffe) | Jagdpilot (Zweiter Weltkrieg) | Militärperson (Bundeswehr) Pilot | Ritterkreuzträger | Geboren 1922 Gestorben 1993
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