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Erhard Busek (* 25. März 1941 in Wien) ist ein österreichischer Politiker der ÖVP. Gegenwärtig (Stand: Juni 2006) ist der Jurist Sonderkoordinator des "Stabilitätspakts für Südosteuropa", Vorstand des Instituts für den Donauraum und Mitteleuropa, Präsident des "Europäischen Forums Alpbach" und Rektor der Fachhochschule Salzburg.

Leben


Seine politische Laufbahn begann Busek 1964, bald nach Abschluss seines Studiums an der Universität Wien, als zweiter Klubsekretär der ÖVP im Parlament.

Während der Kanzlerschaft von Bruno Kreisky wurde er 1975/76 zum ÖVP-Generalsekretär bestellt und wechselte 1976 zur Wiener Landespartei, welcher er zu Beginn der Umweltschutz-Bewegung ein grünes Image gab ("bunte Vögel"). Bis 1989 war er Landesparteiobmann der Wiener ÖVP, 1978-87 Vizebürgermeister und Landeshauptmann-Stellvertreter von Wien. 1991 übernahm er von Josef Riegler die Leitung der Österreichischen Volkspartei.

Als Bundesparteiobmann war Erhard Busek - wie viele seiner Vorgänger - auch in der Regierungsspitze: 1991-1995 Vizekanzler in der Großen Koalition mit der SPÖ, und gleichzeitig Bundesminister für Unterricht.

Nach seiner Ablöse an der Parteispitze durch Wolfgang Schüssel widmete er sich verstärkt seinen mitteleuropäischen und kulturellen Interessen und übernahm 1995 den Vorsitz des Instituts für den Donauraum und Mitteleuropa. Seit 1996 ist er Koordinator der Southeast European Cooperative Initiative und war 2000-2001 Regierungsbeauftragter für die EU-Erweiterung.

Seit 2002 ist er Sonderkoordinator des Stabilitätspaktes für Südosteuropa.

Busek wird zum katholisch-liberalen Flügel der ÖVP gezählt, galt und gilt in seiner Partei als kritischer Intellektueller und ist auch als Publizist tätig. In seinen Publikationen behandelt er vorwiegend die internationale Rolle Österreichs, insbesondere für Mitteleuropa, die Kulturpolitik und die Kooperation mit den östlichen Nachbarländern. Er war zur Zeit der Wende 1989 auch Spiritus Rektor der neu gegründeten Pentagonale-Kooperation mit Italien, Ungarn und der Tschechoslowakei.

Seit 2005 ist Erhard Busek der erste Rektor der Fachhochschule Salzburg.

Zitate


  • "Zum Glück schwinden die Lateinkenntnisse, sonst würde der Staatsbürger wissen, dass Ministerium "Dienst" heißt." (E. Busek 2000)
  • "Weiterratifizieren wäre blühender Unsinn. Wichtiger wäre, das Anstehende zu analysieren. Dann käme man drauf, dass die Regierenden die Bürger nicht nur bei der Verfassung, sondern bei der gesamten Entwicklung stehen gelassen haben....Alle haben sich als Abstauber betätigt, das ist das Problem" (E. Busek Juni 2005 nach der Ablehnung der europ. Verfassung durch Frankreich und Niederlande)

Literatur (Auswahl)


  • E. Busek, C. Festa und J. Görner: "Auf dem Weg zur qualitativen Marktwirtschaft", Oldenbourg München 1975, ISBN 3486443518
  • E. Busek (Hrsg.): "Mut zum aufrechten Gang. Beiträge zu einer anderen Art von Politik.", Herold Wien 1983, ISBN
  • Erhard Busek, Emil Brix:"Projekt Mitteleuropa", Ueberreuter Wien 1986, ISBN 3800032279
  • Elisabeth Welzig (Hrsg.): "Erhard Busek - Ein Porträt", Böhlau Wien 1992, ISBN
  • Erhard Busek:"Heimat Politik mit Sitz im Leben", Braintrust Wien 1994, ISBN 3901116109
  • Erhard Busek, Rudolf Bretschneider: "Mensch in Wort. Reden und Aufsätze", Ed. Atelie Wien 1994, ISBN 3853080049
  • Rudolf Bretschneider, Peter Bochskanl (Hrsg.): "Mensch im Wort - Erhard Busek - Reden und Aufsätze", Atelier 1994, ISBN 3853080049
  • Erhard Busek:"Mitteleuropa : Eine Spurensicherung", Kremayr & Scheriau Verlag Wien 1997, ISBN 3218006333
  • Erhard Busek (Hrsg.), Martin Schauer: "Eine europäische Erregung. Die "Sanktionen" der Vierzehn gegen Österreich im Jahr 2000. Analysen und Kommentare",Böhlau Verlag 2000, ISBN 3205771214
  • Erhard Busek: "Der Grenzgänger : Festschrift für Hans Marte",Wieser Verlag 2000, ISBN 3851293231
  • Georg Winckler, Konrad P Liessmann, Hans U Erichsen, Erhard Busek: "Die Zukunft der Universität",Wuv 2000, ISBN 3851145518
  • Erhard Busek: "Zentraleuropa Almanach, Ungarn", Molden 2002, ISBN 3854850700
  • Erhard Busek: "Österreich und der Balkan", Molden 2002, ISBN 3854850204
  • Erhard Busek: "Offenes Tor nach Osten", Molden 2003, ISBN 3854850921
  • Erhard Busek, Werner Mikulitsch: "Die europäische Union auf dem Weg nach Osten",Molden 2003, ISBN 385129405X
  • Erhard Busek, Dagmar Abfalter: "Kultur und Wirtschaft", Studien Verlag 2004, ISBN 3706519062

Weblinks


Vizekanzler (Österreich) | Unterrichtsminister (Österreich) | Abgeordneter zum Nationalrat (Österreich) | ÖVP-Mitglied | Mann | Geboren 1941

Ерхард Бузек | Erhard Busek

 

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