Die Ergebnisgerechtigkeit (im engeren Sinne auch Verteilungsgerechtigkeit) ist ein Gerechtigkeitskonzept, welches solche Zustände einer Gesellschaft für gerecht definiert, in denen allen Mitgliedern der Gesellschaft der Nutzen aus der Gesellschaft ("Ergebnis") in grundsätzlich gleichem Maße zukommt, jedoch bei einem Verschulden des Mitglieds sein Nutzen aus der Gesellschaft entsprechend gekürzt wird. Als Antagonist zur Ergebnisgerechtigkeit wird die Regelgerechtigkeit angesehen.
Experimente
Zur Untersuchung der Bewertung der "Gerechtigkeit" der Verteilung von Gütern können Variationen des
Ultimatum-Spiels verwendet werden. In den folgenden Beispielen wurde die die Sanktionierung von Verteilung in einem weltweiten Forschungsprojekt von 12 US-amerikanischen und einer kolumbianischen Universitäten untersucht:
- "Ultimatum" für zwei Spieler: Spieler A wird ein Geldbetrag angeboten, den er mit Spieler B teilen muss. Spieler A bietet Spieler B einen Anteil an (zwischen mehr als 0% und maximal 100%). Erst wenn Spieler B das Angebot annimmt, werden A und B ihre von A entschiedenen Anteile am Geldbetrag ausgezahlt. Wenn Spieler B das Angebot nicht annimmt, dann erhält keiner etwas. Beide Spieler verlieren.
- "Ultimatum" für drei Spieler: Wie "Ultimatum" für zwei Spieler, aber ein dritter Spieler C kann den Spieler A zusätzlich "bestrafen", sollte er A für zu "egoistisch" halten. Spieler C erhält dazu ohne jede Bedingung einen Geldbetrag und das Recht, Spieler A für ein unangemessenes Angebot an Spieler B zu bestrafen. Dabei bleibt es Spieler C überlassen, zu beurteilen, was ein unangemessenes Angebot sei. Wenn sich Spieler C für eine Bestrafung von A entscheidet, bestimmt er, wieviel Strafe A zahlen muss. Die Kosten der Bestrafung für Spieler C: Ein Drittel des Betrrages, den er als Strafe für den Spieler A bestimmt hat.
- "Diktator" für zwei Spieler: Wie "Ultimatum" für zwei Spieler, aber B muss dass Angebot annehmen. B kann also nicht A durch Verzicht bestrafen.
Bei zwei von den beschriebenen drei "Spielen" ist die Bestrafung mit Kosten verbunden. Damit kann der Bestrafung ein Wert zugewiesen werden. Die
Süddeutsche Zeitung berichtete am 23.6.2006 (S.16) über diesen Versuch und kam zu dem Schluss, dass die Menschen nur dann selbstlos handeln, wenn Egoismus sanktioniert wird. Allerdings gab es Unterschiede in der Bewertung der Angemessenheit des Anteils, den B von A erhält. In zwei Fällen in
Accra (
Ghana) und bei den
Sanquinaga (
Kolumbien) nahmen B-Spieler Anteile auch dann nicht an, wenn sie zu hoch waren. Die B-Spieler bestraften hier nicht nur unangemessenen Egoismus, sondern auch aus ihrer Sicht unangemessenen
Altruismus.
Gesellschaft
Distributive justice