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Wappen Karte
Wappen_erftstadt.png Lage der Stadt Erftstadt in Deutschland.png
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Rhein-Erft-Kreis
Geografische Lage:
Höhe: 81,1 bis 150,6 m ü. NN
Fläche: 119,88 km²
Einwohner: 52.170 (31. Januar 2006)
Bevölkerungsdichte: 435 Einwohner je km²
Postleitzahl: 50374
Vorwahl: 02235
Kfz-Kennzeichen: BM
Gemeindeschlüssel: 05 3 62 020
Stadtgliederung: 18 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Holzdamm 10
50374 Erftstadt-Liblar
Website: www.erftstadt.de
Politik
Bürgermeister: Ernst-Dieter Bösche (SPD)
Regierende Parteien: CDU und FDP
Sitzverteilung im Rat: CDU 20
SPD 20
FDP 6
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 4

Erftstadt liegt in Nordrhein-Westfalen, 20 km südwestlich von Köln und 35 km nordwestlich von Bonn. Es ist eine Stadt im Rhein-Erft-Kreis.

Einwohner


52.170 (Stand 31.Januar 2006)

Ortsteil Einwohnerzahlen
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Ahrem 1.129
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Blessem / Frauenthal 1.776
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Bliesheim 3.404
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Borr / Scheuren 397
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Dirmerzheim 2.189
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Erp 2.659
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Friesheim 2.978
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Gymnich / Mellerhöfe 4.215
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Herrig 529
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Kierdorf 3.208
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Köttingen 3.934
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Lechenich / Konradsheim 11.867
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Liblar 13.258
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Niederberg 627

Wappen


Das Wappen besteht aus einem grünen Schildgrund, der für Natur und Gesundheit steht. Durchzogen wird der Schildgrund von einem weißen (silbernen) Fluss, der die Erft symbolisiert. Auf der linken Schildhälfte befinden sich zwei gelbe (goldene) Quadrate (Kornfelder), die ein "E" (für Erftstadt) darstellen.

Geschichte


Erftstadt wurde 1969 im Zuge der Kommunalreform - kleine Verwaltungen wurden zu großen Einheiten zusammengefasst - aus den obenstehenden Stadtteilen gegründet. Der Fluss Erft gab der Stadt den Namen.

Da Erftstadt erst 1969 als künstliches Gebilde entstand handelt ein historischer Rückblick automatisch von der Geschichte der einzelnen Ortsteile.

Lechenich

Der Name Lechenich wurde erstmals um 200 nach Christus erwähnt auf einem Matronenstein als Matronae Lanechiae (bzw. Matronae Lanehiae). Dieser Matronenstein war von der Familie des Lucius Jalechenius für die Fruchtbarkeitsgöttinnen errichtet worden.

1242 fand in der Gegend eine Schlacht statt zwischen dem Kölner Erzbischof Konrad von Hochstaden (unterstützt vom Erzbischof von Mainz Siegfried III. von Eppstein) und dem Grafen von Jülich wobei letzterer siegte. Am 14. September 1279 verlieh der Kölner Erzbischof Siegfried von Westerburg dem Ort Stadtrechte. Der Ort gehörte nun zum Kurfürstentum Köln. 7 Schöffen durften einige kommunale Verwaltungsaufgaben regeln, auch durfte ein Markt abgehalten werden.

Einige Zeit später spürte Lechenich auch die Auswirkungen der Schlacht von Worringen. 1284 wurden Teile von Lechenich und Friesheim durch Herzog Johann I. von Brabant zerstört.

1827 veranlasste Landrat Bielefeld, dass das Landratsamt von Lechenich nach Euskirchen verlegt wurde.

Liblar

Urkundlich erstmals erwähnt wurde die Pfarre Liblar ca. 1155, der Ort Liblar erst 1197. Ebenso wie Bliesheim prägte im 20. Jahrhundert - von ca. 1900 - 1961 - die Braunkohle das Leben der Menschen. Viele arbeiteten für Rheinbraun in der Grube Donatus und der Grube Liblar. Der Namensgeber der Grube Donatus ist der Zülpicher Amtsrichter Friedrich Doinet, der am 20 September 1857 beantragte, ein 2600 Hektar großes Braunkohlenfeld in Liblar zu nutzen. In der Grube Donatus wurde bis 1951 die Kohle noch unterirdisch gewonnen; danach arbeitete man nur noch im Tagebau, weil der Tiefbau zu aufwändig und unrentabel war. Verarbeitet wurde die Kohle in der Brikettfabrik Concordia. Am 1. Juli 1959 wurde die Grube geschlossen.

Bliesheim

Erstmals erwähnt wurde Bliesheim im Jahre 1059 oder 1063 in einer Schenkungsurkunde des Papstes.

Geprägt wurde Bliesheim im 19.Jahrhundert durch den Braunkohleabbau. Von 1889 bis zum 30. Juni 1959 wurde die Brikettfabrik Donatus betrieben. Hier arbeiteten die meisten Einheimischen als Haupterwerb; nebenbei betrieb man noch etwas Landwirtschaft.

Erp

Der Ort Erp, wahrscheinlich nach einer Siedlung an einem Bach benannt, wird erstmals in einer Urkunde aus dem Jahre 1140 schriftlich erwähnt. Dort wird er als Erlippen bezeichnet, woraus sich Erl-apa, Erlenbach, ableiten lässt. Doch schon weit vor seiner urkundlichen Ersterwähnung war Erp besiedelt. Dies zeigen umfangreiche archäologische Funde. Vor allem wurden Gräber mit Grabbeigaben, Fragmente eines Kultsteines sowie Ziegel aus römischer Zeit ausgegraben. Diese Relikte verweisen auf eine umfangreiche römische Siedlung, in der auch eine Nagelschmiede vorhanden gewesen sein muss, wie zahlreich gefundene Nägel und Eisenschlacken beweisen.

Friesheim

Friesheim gehört zu den ältesten Ortsteilen der Erftstadt. Quellen belegen, dass der Ort bereits im 5. Jahrhundert n. Chr. unter dem Namen "Fribodesheim" (Heim des Frigbodo, Frigbodo = Freier bzw. unabhängiger Gebieter) existierte. Um 833 n. Chr. vermacht Graf Emundus (Kaiserlicher Sendbote Kaiser Ludwig I.) den Ort "Frisheim" dem Hohen Dom zu Köln (Kölner Dom). An jedem 16. November eines Jahres wird dieser Schenkung im Kölner Dom noch heute gedacht. Das Friesheimer Wappen besteht seit dieser Zeit aus Bischofsstab und Petrusschlüssel.
Geprägt wird Friesheim von der neogotischen kath. Pfarrkirche St. Martin (1878) und zwei von sechs Burgen, die noch erhaltenen sind: Die Weiße Burg und die Redinghovener Burg. Die ältesten, noch erhaltenen Wohnhäuser sind das "Haus Fuck" von 1608 und die Pafemötz (1646). Diesen Namen verdankt das ehemaliege Wirtshaus seinem Dach in Form eines Biretts.
Durch Friesheim verläuft der Rotbach, der in die Erft fließt.
Im Umweltzentrum Friesheimer Busch, einem ehemaligen belgischen Munitionsdepot, arbeiten heute Erftstädter Umwelt- und Naturschutzverbände sowie Verbände der Entwicklungszusammenarbeit und Schulen zusammen, um die schulische und außerschulische Umweltbildung, den Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutz sowie die Vorgaben der Lokalen Agenda 21 in Erftstadt umzusetzen.Mit dem Betrieb des Umweltzentrums sollen in Erftstadt und im Rhein-Erft-Kreis Umwelt- und Naturschutzmaßnahmen angeregt und gefördert werden.

Gymnich

Zu historischen Ereignissen und Personen in Gymnich siehe eigenen Artikel.

Geschichtliche Ereignisse


  • 1977 - Nach der Entführung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyer am 5. September 1977 durch die RAF wurde er zeitweise im ersten Versteck, einem Hochhaus in der Straße "Zum Renngraben" Nr. 8 in Liblar, festgehalten.

Politik


Verwaltung

Erftstadt erhebt seit dem 1. Januar 1998 eine Zweitwohnsitzsteuer, die 10 % der Jahresrohmiete entspricht. Ziel der Stadt ist es hierbei, neben der finanziellen Beteiligung an der städtische Infrastruktur auch einen Anreiz zu schaffen, den Nebenwohnsitz in einen Hauptwohnsitz umzuwandeln.

In Erftstadt gelten auch für alle Mobilheime, Wohnmobile, Wohn- und Campingwagen, die zu Zwecken des persönlichen Lebensbedarfes auf einem eigenen oder fremden Grundstück für einen nicht nur vorübergehenden Zeitraum abgestellt werden, die Zweitwohnsitzsteuer.

Persönlichkeiten


Tourismus, Natur & Sehenswürdigkeiten


Natur

Erftstadt liegt direkt am attraktiven und beliebten Naturpark Rheinland (bis 2005 "Kottenforst-Ville") (880 km² groß), dessen viele großen und kleinen Seen ihre Entstehung dem Braunkohlenabbau verdanken. 1920 wurde mit der Aufforstung von Buchen, Kiefern, Roteichen und Lärchen die Rekultivierung begonnen. Ca. 40 Seen wie der Heider Bergsee, Bleibtreusee, Silbersee, Berggeistsee, Köttinger See, Ober- und Mittelsee, Concordiasee oder der Liblarer See, mit ca. 54 Hektar einer der größten Seen, laden heute zum Baden, Tauchen, Angeln und zum Erholen ein.

Gymnicher Ritt

Jährlich findet am Feiertag Christi Himmelfahrt der Gymnicher Ritt statt. Dies ist eine Wallfahrt durch Gymnich und durch die Felder der Umgebung, an der Reiter und Fussgänger teilnehmen.

Initiiert wurde der Gymnicher Ritt laut Überlieferung vom Ritter Arnold von Gymnich. Dieser nahm am 5. Kreuzzug (1217-1221) teil. Hier geriet er in der Nähe der ägyptischen Hafenstadt Damiette mit seinem Pferd in einen Sumpf, aus dem er sich aus eigener Kraft nicht befreien konnte. Da gelobte er für den Fall seiner Rettung, er und seine Nachfahren würden jährlich einen Ritt rund um Gymnich abhalten. Ein plötzlich auffliegender Vogel soll sein Pferd so erschreckt haben, dass es sich aufbäumte und wieder festen Boden gewann.

Sehenswürdigkeiten

Schloss_Gymnich.jpgMehrere Schlösser:

  • Schloss Gracht in Liblar. Der offene Park in der unmittelbaren Umgebung wurde bereits vor 1700 angelegt und 1780 von Graf Johann Ignaz umgestaltet. Heute Campus der esmt.

  • Schloss Gymnich: Früher wohnten hier Gäste der Bundesregierung. Danach Wohnsitz der Kelly-Family, nun Hotel und Gastronomie
  • Weiße Burg im Süden von Friesheim, erbaut im 14. Jahrhundert
  • Reddinghover Ackerburg im Norden von Friesheim, erbaut im 15. Jahrhundert
  • Burg Konradsheim
  • Schloss Buschfeld in Liblar

Wirtschaft


Aktionsgmeinschaft Handel und Gewerbe (AHAG) Lechenich e.V.

Die AHAG (Aktionsgemeinschaft Handel und Gewerbe) wurde im Herbst 1979, nach einer Ausstellung zur 700 Jahr Feier der Stadt Lechenich, von 13 Teilnehmern dieser Ausstellung als Werbe- und Interessengemeinschaft gegründet.

Der Zweck dieser Gemeinschaft sind Werbeaktionen, die Steigerung der Attraktivität der Stadt, bessere Kommunikation unter den Mitgliedern, die Vertretung ihrer Interessen in der Politik sowie den Wirtschaftsstandort Lechenich zu stärken und auszubauen.

Verkehr


Erftstadt ist sehr gut erschlossen. Es hat einen Anschluss an die A 1/A 61. Köln ist mit dem Auto direkt über die Bundesstraße 265 an Brühl vorbei und durch Hürth zu erreichen. Erftstadt hat in Oberliblar einen DB-Haltepunkt an der Bahnstrecke der Eifelbahn Köln - Trier. Öffentlicher Personennahverkehr innerhalb Erftstadts wird gut durch Buslinien bedient, die durch ein Anrufsammeltaxisystem ergänzt werden. Die Buslinien der Gesellschaften Regionalverkehr Köln (RVK) und Rhein-Erft-Verkehrsgesellschaft (REVG) verbinden Erftstadt auch gut mit allen umliegenden Orten.

Sport


Mit dem WSF Liblar verfügt Erftstadt über eine Bundesligamannschaft im Kanupolo, die 2002, 2003, 2004 und 2005 deutscher Meister wurde und deren Teammitglieder häufig in die deutsche Nationalmannschaft berufen werden.

Für seine hervorragende Jugendarbeit wurde der Schachclub Erftstadt 2002 zum zweiten Mal nach 2000 mit dem Qualitätssiegel "Deutscher Top-Schachverein" ausgezeichnet. Von etwa 3000 deutschen Schachvereinen haben erst 14 Vereine diese Auszeichnung erhalten. Erftstadt ist der einzige Schachverein mit einer zweimaligen Auszeichnung.

Ausgezeichnete Jugendarbeit leisten auch diverse Tennisvereine, z.B. der Tennis Sport Erftstadt e.V..

Seit 1970 besteht die Sportgemeinschaft Erftstadt eV (SGE) mit mittlerweile 15 Sportabteilungen.

Feuerwehrwesen


Die Feuerwehr der Stadt Erftstadt besteht aus der hauptamtlichen Wache (Feuerwehr und Rettungsdienst) in Liblar und 14 ehrenamtlichen Löschgruppen in den Ortsteilen. Je nach Größe bilden zwei oder drei Löschgruppen einen Löschzug, je zwei Löschzüge bilden einen Verband. Durch diese Gliederung kann je nach Einsatzstichwort zusätzlich zu den hauptamtlichen Kräften eine entsprechende Zahl Ehrenamtlicher alamiert werden.

Viele der einzelnen Löschgruppen besitzen eine Jugendfeuerwehr, in der Jugendliche zwischen zehn und achtzehn Jahren zum einen an die feuerwehrtechnischen Grundlagen herangeführt werden und sich zum anderen bei verschiedenen Aktivitäten austoben.

Städtepartnerschaften


Literatur


  • Frank Bartsch, Hanna Stommel: Lechenich von der Römerzeit bis heute, Bürgergesellschaft Lechenich, 2004
  • Frank Bartsch, Dieter Hoffsümmer, Hanna Stommel: Denkmäler in Erftstadt, AHAG, Lechenich 1998 ff. (Loseblatt-Sammlung)
  • Sabine Boebé: Carl Schurz ganz kurz. Lebenserinnerungen von Carl Schurz von 1829-1869Pier, Erftstadt 1984, ISBN 3-924576-01-7
  • Heidi Bormann: Heimat an der Erft. Die Landjuden in den Synagogengemeinden Gymnich, Friesheim und Lechenich, Kulturamt Erftstadt 1994, ISBN 3-9802650-3-X
  • Manfred Faust (Hrsg.): Liblar in alten Ansichten, Europäische Bibliothek, Zaltbommel (NL), 2000, ISBN 90-288-6630-2
  • Bernhard P. Schreiber: Archäologische Funde und Denkmäler des erftstädtischen Raumes, Kulturamt Erftstadt 1999, ISBN 3-9805019-4-9
  • Jahrbuch der Stadt Erftstadt, Kulturamt Erftstadt, 1991 ff.
  • Karl und Hanna Stommel: Quellen zur Geschichte der Stadt Erftstadt, Stadtverwaltung Erftstadt,
    • 1.- 651-1400, 1991, ISBN 3-9802650-0-5
    • 2.- 1400-1500, 1994, ISBN 3-9802650-1-3
    • 3.- 1500-1580, 1995, ISBN 3-9802650-5-6
    • 4.- Um 1500-1670, 1996, ISBN 3-9802650-9-9
    • 5.- 1670-1789, 1998, ISBN 3-9805019-2-2
  • Karl Stommel: Die französischen Einwohnerlisten aus Erftstadt 1798 - 1801, Kulturamt Erftstadt 1992
  • Karl Stommel: Johann Adolf Freiherr Wolff genannt Metternich zur Gracht, Rheinland-Verlag Köln, 1986
  • Karl Stommel: Geschichte der kurkölnischen Stadt Lechenich., Euskirchen, 1960, (= Veröffentlichungen des Vereins der Geschichts- und Heimatfreunde des Kreises Euskirchen e.V.; A-5)
  • Matthias Weber: Erftstadt-Gymnich. Heimatbuch, Bachem, Köln, 1984, ISBN 3-7616-0757-1

Weblinks


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