Uruk (sumerisch Unug, arabisch Warka, griechisch-römisch Orchoë, bibl. Erech), lag ca. 300 km südlich von Bagdad und war eine der ältesten sumerischen Stadtgründungen in Mesopotamien und ist heute eine bedeutende archäologische Ausgrabungsstätte der Region. Der moderne Name Irak leitet sich möglicherweise von Uruk her.
Schon ab ca. 3500 v. Chr. war Uruk ein großes urbanes Zentrum, um 3400 ragte der Siedlungshügel bereits 19 m hoch, und kann wohl als ein oder sogar als das Zentrum der Entstehung der sumerischen Kultur bezeichnet werden. Diese Periode wird in der Archäologie "Späte Urukzeit" genannt und reicht etwa bis 3000 v. Chr.
Adolf Leo Oppenheim: "In Uruk, in Süd-Mesopotamien, erreichte die sumerische Zivilisation ihren kreativen Höhepunkt. Das erkennt man an den Verweisen auf diese Stadt in religiösen und speziell in literarischen Texten, auch mit mythologischem Hintergrund; die historische Tradition, wie sie in den sumerischen Königslisten überliefert wurde, bestätigt dies. Von Uruk ging der politische Schwerpunkt offensichtlich auf Ur über."
Zentrum der Stadt war das Heiligtum der Inanna, Eanna genannt. Schon im vierten vorchristlichen Jahrtausend erreichte dieses monumentale Ausmaße. Der bedeutendste Teil war der sog. 'Kalksteintempel', bei dem es sich um einen ca. 70 x 30 m großen Bau handelte, der aus Kalksteinblöcken errichtet worden war, wobei allerdings nicht gesichert ist, ob diese Kalksteine nur die Fundamente bildeten und der Rest des Baues in Lehmziegeln, oder ob der Bau in ganzer Höhe in Kalkstein errichtet worden ist. Die Fassade des Tempels ist mit einer Nischengliederung gestaltet worden. Im Inneren befindet sich ein T-förmiger Hof oder Saal. Neben diesem Haupttempel fanden sich andere Anlagen, worunter sich auch der sog. Steinstiftempel befindet, ein Bau, dessen Wände mit geometrischen Mosaiken dekoriert sind. Auch Holzbalken von 12 m Länge, Reste von Großskulpturen und Reliefs, Tierfiguren, aufwändig gestaltete Steingefäße und Rollsiegel wurden gefunden. Die Tempelanlage wurde mehrmals umgebaut und erweitert und erhielt in der Zeit der dritten Dynastie von Ur eine Zikkurat, die von Urnammu errichtet worden ist.
Auch die Zikkurat des Gottes An wurde hier errichtet ('Weißer Tempel' genannt) und ist der andere bedeutende Tempelkomplex in Uruk.
Um 3000 wurde der gesamte Siedlungshügel eingeebnet und neue Bauten wurden errichtet. Die Stadt erreichte eine Fläche von 5,5 km², sie war damit die größte Stadt der alten Welt und wurde erst um 600 v. Chr. von Babylon in der Größe überboten. Diese Zeit bezeichnet man in ganz Sumer als Frühdynastische Periode. Ohne Parallele ist auch die um 2500 v. Chr. erbaute, ca. 9.5 km lange Stadtmauer. Die Stadt umfasste damit damals schon ca. 400 Hektar. Vor den Eroberungen des Sargon von Akkad war Uruk die Hegemonialmacht in Sumer.
Der halbmythische Gilgamesch war laut den sumerischen Königslisten von ungefähr 2652 v. Chr. bis 2602 v. Chr. hier König. Er vervollständigte die Unabhängigkeit Uruks und versah die Stadt mit Mauern. Von Gilgamesch behauptete man auch, er habe den Eanna-Tempel in Auftrag gegeben. Später spielte es eine bedeutende Rolle in den Kämpfen der Babylonier gegen das Reich Elam um 2000 v. Chr., bei denen es ernsthafte Verluste hinnehmen musste. Erinnerungen an diesen Konflikt flossen in das Gilgamesch-Epos ein.
Auch aus parthischer Zeit stammen einige Tempelneubauten, wie der sog. Gareus-Tempel, während die Anlagen sumerischer Gottheiten langsam verfielen. Es sind Teile von parthischen Wohnvierteln ausgegraben worden, die teilweise Häuser mit reichen Ausstattungen (Stuckdekorationen) zu Tage förderten. Unter den Wohnbauten, oftmals in deren Höfe gegraben, fanden sich zahlreiche Bestattungen, teilweise in glasierten Tonsärgen. Die Stadt bestand auch noch in sassanidischer Zeit.
In der Nähe befindet sich auch noch die Anlage Nufedschi, über deren Bedeutung die Forschung noch immer rätselt.
Die letzte deutsche Grabungskampagne vor dem Irak-Krieg wurde im Sommer 2002 unter der Leitung von Margarete von Ess vom DAI durchgeführt.
Mesopotamien, Zikkurat, Liste der Könige von Uruk, Sumer, Sumerische Sprache, Tontafel
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