| Gruppe | 2 |
| Periode | |
| 2 | 4 Be |
| 3 | 12 Mg |
| 4 | 20 Ca |
| 5 | 38 Sr |
| 6 | 56 Ba |
| 7 | 88 Ra |
Erdalkali.jpg Der Name Erdalkalimetalle bezeichnet die Elemente der 2. Hauptgruppe des Periodensystems. Die Bezeichnung leitet sich von den beiden benachbarten Hauptruppen, den Alkalimetallen und den Erdmetallen ab. Ihr gehören die stabilen Elemente Beryllium (Be), Magnesium (Mg), Calcium (Ca), Strontium (Sr) und Barium an. Das 6. Element der Gruppe, Radium (Ra), ist ein radioaktives Zwischenprodukt natürlicher Zerfallsreihen.
Die geringste Dichte hat Calcium mit 1550 kg/m3. Sie steigt nach oben und insbesondere nach unten hin an, wobei Radium mit 5500 kg/m3 den Höchstwert markiert.
Die Mohshärte liegt bei Beryllium mit 5,5 im mittleren Bereich. Die weiteren Elemente der 2. Hauptgruppe weisen geringe Härten auf, die mit steigender Ordnungszahl abnehmen.
Die ersten drei Erdalkalimetalle, insbesondere Beryllium und Calcium, sind sehr gute elektrische Leiter. Obwohl auch die weiteren Elemente dieser Hauptgruppe keinesfalls schlechte Leiter sind, ist der Unterschied beträchtlich.
Die 1. Ionisierungsenergie sinkt mit wachsender Ordnungszahl von 9,322 eV bei Beryllium auf 5,212 eV bei Barium ab. Radium hat mit 5,279 eV wieder einen leicht erhöhten Wert.
Die Elektronegativität fällt von 1,5 bei Beryllium auf 1,0 bei Calcium ab und bleibt bei den weiteren Elementen annähernd auf diesem Niveau.
| Element | Schmelzpunkt (K) | Siedepunkt (K) | Dichte (kg/m³) | Mohshärte | El. Leitfähigkeit (S/m) |
|---|---|---|---|---|---|
| Beryllium | 1551,15 | ~2750 | 1848 | 5,5 | 31,3 · 106 |
| Magnesium | 923 | 1380 | 1738 | 2,5 | 22,6 · 106 |
| Calcium | 1115 | 1757 | 1550 | 1,75 | 29,8 · 106 |
| Strontium | 1050 | 1655 | 2630 | 1,5 | 7,62 · 106 |
| Barium | 1000 | 1913 | 3620 | 1,25 | 3 · 106 |
| Radium | 973 | 2010 | 5500 | ? | ? |
Für die einzelnen Elemente lauten die Elektronenkonfigurationen:
Der Oxidationszustand ist +2, da die beiden Elektronen in der Außenschale leicht abgegeben werden können. X2+-Ionen besitzen Edelgaskonfiguration.
Am Reaktionsverhalten ist die mit der Ordnungszahl ansteigende Reaktivität gut zu beobachten:
Beryllium bildet als einziges Erdalkalimetall überwiegend kovalente Verbindungen. Die übrigen Elemente der 2. Hauptgruppe kommen fast nur als X2+-Ionen vor. Die Tabelle stellt eine grobe Übersicht über die wichtigsten Verbindungen dar:
| Beryllium | Magnesium | Calcium | Strontium | Barium | |
|---|---|---|---|---|---|
| Oxide | BeO | MgO | CaO | SrO | BaO |
| Hydroxide | Be(OH)2 | Mg(OH)2 | Ca(OH)2 | Sr(OH)2 | Ba(OH)2 |
| Fluoride | BeF2 | MgF2 | CaF2 | SrF2 | BaF2 |
| Chloride | BeCl2 | MgCl2 | CaCl2 | SrCl2 | BaCl2 |
| Sulfate | BeSO4 | MgSO4 | CaSO4 | SrSO4 | BaSO4 |
| Carbonate | BeCO3 | MgCO3 | CaCO3 | SrCO3 | BaCO3 |
| Nitrate | Be(NO3)2 | Mg(NO3)2 | Ca(NO3)2 | Sr(NO3)2 | Ba(NO3)2 |
| Sulfide | BeS | MgS | CaS | SrS | BaS |
Sonstige: Carbid.jpg
Eine weitere Eigenschaft von Erdalkalimetallionen, jedoch insbesondere von Ca2+ und Mg2+, ist es, mit Seife unlösliche Verbindungen zu bilden. Da Seifen chemisch betrachtet Salze sind, bestehen sie aus Kat- und Anionen. Die Anionen sind stets höhere Fettsäuren, und als Kationen werden meist Alkalimetallionen eingesetzt. Die Erdalkalimetallionen ersetzten diese und bilden so unlösliche Verbindungen, die unter dem Begriff "Kalkseife" zusammengefasst werden.
Die Erdalkalimetalle treten niemals gediegen auf und sind meist als Silikat, Karbonat oder Sulfat gebunden.
| Ion | Flammenfärbung | Reaktion mit OH- | ...mit CO32- | ...mit SO42- | ...mit C2O42- | ...mit CrO42- |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Beryllium | keine | Be(OH)2 fällt aus | BeCO3 ist löslich | BeSO4 ist löslich | ? | BeCrO4 ist löslich |
| Magnesium | keine | Mg(OH)2 fällt aus | MgCO3 fällt aus | MgSO4 ist löslich | MgC2O4 ist löslich | MgCrO4 ist löslich |
| Calcium | ziegelrot | Ca(OH)2 fällt aus | CaCO3 fällt aus | CaSO4 fällt aus | CaC2O4 fällt aus | CaCrO4 fällt aus |
| Strontium | intensiv rot | Sr(OH)2 fällt aus | SrCO3 fällt aus | SrSO4 fällt aus | SrC2O4 ist löslich | SrCrO4 fällt aus |
| Barium | gelb-grün | Ba(OH)2 ist löslich | BaCO3 fällt aus | BaSO4 fällt aus | BaC2O4 ist löslich | BaCrO4 fällt aus |
| Radium | kaminrot | ? | ? | ? | ? | ? |
In feinverteilter Form ist Magnesium leichtentzündlich; Calcium-, Strontium- und Bariumpulver können sich an Luft selbst entzünden. Brennende Erdalkalimetalle dürfen keinesfalls mit Wasser gelöscht werden!
Die Hydroxide der Alkalimetalle sind, mit Ausnahme des amphoter reagierenden Berylliumhydroxids (Be(OH)2), starke Basen und können schwere Verätzungen hervorrufen. Auch beim Umgang mit Erdalkalimetalloxiden ist Vorsicht geboten, da sich ein Kontakt mit Wasser (z.B. durch Luftfeuchtigkeit) kaum vermeiden lässt.
Die Erdalkalimetalle sind starke Reduktionsmittel, die sogar in der Lage sind, Alkalimetalle zu reduzieren. Diese Reaktion verläuft stark exotherm; unter Umständen kann es dabei sogar zu einer Explosion kommen.
Beryllium ist ein Lungengift, wobei der Wirkungsmechanismus noch weitgehend unbekannt ist. Auch seine Verbindungen sind krebserregend.
Bariumverbindungen sind hochgiftig, wenn sie gut wasserlöslich sind. 1 Gramm kann dabei bereits tödlich wirken.
Radium ist aufgrund seiner Radioaktivität aüßerst gesundheitsschädlich, doch noch 1928 wurde mit Radium versetztes Wasser unter dem Handelsnamen Radithor zum Trinken verkauft. Die Zahl der Geschädigten oder Umgekommenen, die wie der Stahlmagnat Eben Byers Radithor zu sich genommen hatten, ist unbekannt.
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