| Erbse | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Illustration_Pisum_sativum0.jpg | ||||||||||||
| : | Rosenähnliche (Rosidae) |
| : | Fabales |
| : | Hülsenfrüchtler (Fabaceae) |
| : | Schmetterlingsblütler (Faboideae) |
| : | Erbsen (Pisum) |
| : | Erbse |
Die Erbse stammt ursprünglich aus Kleinasien, und ist seit Jahrtausenden eine wichtige Nutzpflanze.
Die Stängel sind niederliegen oder kletternd. Sie werden einen halben bis zwei Meter lang. Sie sind einfach oder am Grund verzweigt, hohl, kantig und kahl. Die Farbe ist bläulichgrün.
Die Blätter besitzen ein bis drei Fiederpaare und verzweigte Blattranken. Die Fiederblättchen sind eiförmig bis breit-elliptisch, abgerundet, ganzrandig (oder entfernt gezähnelt). Sie sind zwei bis sieben Zentimeter lang und eineinhalb bis vier Zentimeter breit. Die Nebenblätter sind groß (vier bis zehn Zentimeter) und breit halbherzformig. Am unteren Rand sind die Nebenblätter entfernt gezähnt bis ausgebuchtet. Am Grund haben sie meist einen violetten Punkt.
Die Blüten haben einen fünf bis zehn Millimeter langen Stiel. Der Kelch ist glockig und am Rücken ausgesackt. Die Kelchzähne sind eiförmig-lanzettlich. Die unteren Zähne sind rund dreimal so lang wie die Röhre, sowie schmaler und länger als die oberen. Die Krone ist 15 bis 36 Millimeter lang. Bei der Unterart sativum ist die Fahne weiß, bei der Unterart elatius ist die Fahne blasslila und die Flügel sind dunkelpurpur. Doperwt rijserwt bloemen Pisum sativum.jpg Die Blüten führen Nektar und duften nach Honig. Der Bestäubungsmechanismus stellt eine Kombination aus Pump- und Bürstenmechanismus dar. In Mitteleuropa wird die Erbse nur von wenigen Bienen besucht. Die Kronblätter schließen so stark, dass nur wenige in Mitteleuropa heimische Arten den Mechanismus auslösen können und an den Nektar gelangen. Zumindest in Mitteleuropa ist die Erbse vorwiegend autogam.
Blütezeit ist Mai und Juni, wobei eine Blüte rund drei Tage blüht, eine Pflanze zehn bis 21 Tage.
Die Hülsen drei bis zwölf Zentimter lang, ein bis zweieinhalb Zentimeter dick und je nach Sorte gelb oder bräunlich, selten schwarz. Sie enthalten vier bis zehn Samen. Die Samen sind drei bis neun Millimeter groß und je nach Sorte unterschiedlich gefärbt. Der Nabel (Hilum) ist rund zwei Millimeter lang und elliptisch bis kreisrund.
Die für den Menschen essentiellen Aminosäuren sind in Erbsen wie folgt vorhanden (in Gramm pro 16 Gramm Stickstoff): (Cystein 1,0), Methionin 0,9, Lysin 7,3, Isoleucin 4,2, Leucin 7,0, Phenylalanin 4,4, (Tyrosin 3,1), Threonin 3,8, Tryptophan 1,5, Valin 4,7.
Der durchschnittliche Mineralstoffgehalt beträgt:
Trockenspeiseerbsen besitzen einen Tanningehalt von 0,9 bis 1,4 %, der Tanningehalt von Futtererbsen liegt zwischen 1,5 und 2,5 %.
Erbsen enthalten wie die meisten Leguminosen Phytoöstrogene, die die Fruchtbarkeit von Säugetieren reduzieren.S.N. Sanyal: Observations on oral contraceptives from Pisum sativum Linn., in: Bulletin of the Calcutta School of Tropical Medicine, 1962, 10, S. 85-89 (ISSN 0068-5372) siehe auch Time, 5. März 1956 ([http://jcgi.pathfinder.com/time/archive/preview/0,10987,808270,00.html. In Indien verwendeten Frauen Suppe aus Erbsenhülsen zur Verzögerung der Empfängnis.
Erbsensamen enthalten in geringem Ausmaß auch cyanogene Glucoside (Linamarin), etwa 2,3 mg HCN pro 100 g.
| Erntemengen 2005 (in Tonnen)FAOSTAT, für grüne Erbsen und trockene Erbsen, abgerufen 10. Juli 2005. | |||
|---|---|---|---|
| grüne Erbsen | Trockenerbsen | ||
| Land | Ernte | Land | Ernte |
| Indien | 3.200.000 | Kanada | 3.169.900 |
| China | 2.208.700 | Frankreich | 1.332.200 |
| USA | 844.700 | China | 1.300.000 |
| Frankreich | 428.000 | Russland | 1.030.000 |
| Großbritannien | 322.000 | Indien | 800.000 |
| Deutschland | 65.000 | Deutschland | 464.000 |
| Österreich | 4.942 | Österreich | 104.400 |
| Schweiz | 5.000 | Schweiz | 18.000 |
Die Erbse gedeiht am besten auf Lehmböden mit ausreichend Humus und Kalk mit ausgeglichener Wasserführung und guter Durchlüftung, etwa Löß und tiefgründige Kalkböden. Die Bodenreaktion soll im neutralen bis schwach basischen Bereich liegen. Nicht geeignet sind schwere Tonböden, Sand- und Moorböden. Hauptanbaugebiet in Deutschland ist Sachsen-Anhalt.
Die Erbse hat eine starke Unverträglichkeit zu sich selbst, daher müssen Anbaupausen von sechs bis acht Jahren eingehalten werden. Sie gilt aufgrund des frühen Erntetermins und der positiven Beeinflussung der Bodenstruktur als gute Vorfrucht für Raps und Wintergetreide.
2005 wurden weltweit 9.104.729 Tonnen grüne ErbsenFAOSTAT, abgerufen 10. Juli 2006. und 11.262.516 Tonnen Trockenerbsen FAOSTAT, abgerufen 10. Juli 2006geerntet. Die wichtigsten Anbauländer (in absteigender Reihenfolge) sind für grüne Erbsen Indien, China, USA, Frankreich und Großbritannien, für Trockenerbsen Kanada, Frankreich, China, Russland, Indien und USA.
Für die menschliche Ernährung wurden ursprünglich ebenfalls Trockenerbsen verwendet, die hauptsächlich als Mus zubereitet wurden. Heute noch verbreitet ist die Erbsensuppe. Im 19. Jahrhundert entstand die Erbswurst. Getrocknete Erbsen werden als ganze Erbsen (mit Samenschale) oder als halbe Erbsen (deren Samenschale entfernt wurde) benutzt.
Heute werden Erbsen in Mitteleuropa hauptsächlich grün zubereitet. Seltener frisch, da Erbsen nicht besonders lange haltbar sind und rasch an Geschmack verlieren. Häufiger finden Erbsen in Form von Konserven und tiefgekühlt Verwendung. Im Gegensatz zu früher wird sie als Gemüsebeilage verwendet, weniger als Hauptnahrungsmittel.
Die Verwendung als Munition für die Erbsenpistole hingegen ist beinahe ausgestorben.
In Deutschland war die Erbse, wie auch die Linse, neben Getreide das Grundnahrungsmittel der ältesten Ackerbauern, den Bandkeramikern. An jeder zweiten Getreidefundstelle kommen auch Erbsen vor, die Nordgrenze war der nördliche Rand der Mittelgebirge. Aus der Mittleren Jungsteinzeit liegen anteilsmäßig wesentlich weniger Erbsenfunde vor, die Ursache dafür ist ungeklärt, lag aber möglicherweise in einer vermehrten Nutztierhaltung. In der Bronzezeit, ab ca. 1800 v. Chr., nahm der Anteil der Hülsenfrüchte und damit auch der Erbsen wieder zu.
Im Altertum wurde die Erbse in Europa ebenfalls weit verbreitet angebaut. Auch im Capitulare de villis Karls des Großen werden Erbsen erwähnt (pisos mauriscos). Im 13. Jahrhundert erwähnte Petrus de Crescentia aus Bologna weißsamige Erbsen. In den Kräuterbüchern des 16. Jahrhunderts werden Kleine Felderbsen mit weißen Blüten und Große Gartenerbsen mit rosa oder roten Blüten unterschieden, z. B. Leonhart FuchsLeonhart Fuchs: New Kreüterbuch, Caput CCXL, 1543 (Nachdruck ISBN 3-8228-1298-6)..
Bis ins 17. Jahrhundert wurde die Erbse als Trockengemüse verwendet und im allgemeinen als Mus gegessen. Erst ab dem 16. oder 17. Jahrhundert wurden Sorten gezüchtet, die man unreif und grün verspeiste oder als Zuckererbsen mit der Hülse. Zu Beginn waren diese Erbsen sehr teuer und etwa am Hof König Ludwig XIV. sehr beliebt. Die Trockenerbsen wurden jedoch erst durch die modernen Konservierungstechniken (Konserven, Tiefkühlen) vom Speisezettel verdrängt, erleben aber im Rahmen der Vollwertküche wieder eine kleine Renaissance.
Erbsen galten auch als Totenspeise. Die erste Erwähnung diesbezüglich stammt aus dem Ägypten der 12. Dynastie (1900 v. Chr.). Auch in Mitteleuropa war die Erbse eine Totenspeise. Wer in der Karwoche Erbsen aß, sollte bald eine Leiche im Haus haben. Auch das Verspeißen von Erbsen während der zwölf Rauhnächten sollte zu verschiedenen Unglücksfällen führen. In Böhmen war es Brauch, am Heiligen Abend in die Ecken der Stuben kreuzweise Erbsenmus zu streuen, wohl ein Relikt aus der Verehrung der Totengeister, später diente als Erklärung für die Mäuse. In manchen Gegenden ist Erbsensuppe fixer Bestandteil des Leichenschmauses, so in Mecklenburg. In Freiburg wurde sie bei der Totenwache gereicht.
Erbsen galten auch als Fruchtbarkeitsbringer, da die verstorbenen Ahnen auch die Fruchtbarkeit brachten. Einige Bräuche in diesem Zusammenhang waren/sind: Erbsen als erstes Futter für die Schweine an Neujahr (Ostpreußen); Schlagen eines Sackes mit Erbsen an Obstbäume, damit sie soviel Früchte wie Erbsen im Sack tragen; Erbsen als Hochzeitsspeise; Erbsen zum Bewerfen des Brautpaares. Als Fruchtbarkeitsbringer sei auch der Erbsenbär erwähnt, der etwa im rheinländischen Karneval vorkommt, oder in Ostdeutschland bis ins 20. Jahrhundert Bestandteil des Brautzugs war. Der Erbsenbär galt in germanischer Zeit als Verkörperung des Gewittergottes Donar (Thor), von daher kommt auch der Brauch in manchen Gebieten Deutschlands, am Donnerstag Erbsensuppe zu essen (z. B Schwaben).
}}
Hülsenfrüchtler | Nutzpflanze | Fruchtgemüse
بازلاء | Pèsol | Pea | Pizo | Pisum sativum | نخود فرنگی | Herne | Pois | Zöldborsó | Pisum sativum | グリーンピース | Žirnis | Erwt | Groch | Ervilha | Горох | grah | Ärt | 豌豆