Die Erbinformation ist die Gesamtheit der genetischen Steuerinformation (das Lebensprogramm) einer Zelle oder eines Virus. Sie liegt als Sammlung von einem oder mehreren Polymerfäden (RNA, DNA) aus den Grundbausteinen (den Nukleotiden) Adenosin, Guanin, Cytosin und Thymin oder Uracil vor.
Bei Eukaryoten liegt die Erbinformation auf einem oder mehreren Chromosomen im Zellkern vor, bei Prokaryoten liegt sie als Ring frei im Cytosol der Zelle vor.
Gene und Proteine
Die Erbinformation ist (vereinfacht gesagt) in
Gene unterteilt. Im Vorgang der
Transkription und
Translation wird der Informationsgehalt eines Genes in ein
Protein übersetzt. Proteine wiederum dienen als Bausteine und Strukturelemente zellulärer Gebilde, katalysieren biochemische Reaktionen oder dienen als Sensoren und als Regulatoren von
Stoffwechselvorgängen.
Regulation
Über das
An- und Abschalten von Genen steuert die Erbinformation die Konzentration verschiedener Proteine in der Zelle. Dadurch kontrolliert die Erbinformation indirekt den Stoffwechsel der Zelle, sowie ihre Struktur und ihre Fähigkeit auf Umweltreize zu reagieren. Damit steuert die Erbinformation letztendlich die
Entwicklung der Zelle - und bei mehrzelligen Organismen damit auch die biochemische Entwicklung des gesamten Individuums.
genetischer Code
Die Information für die Proteine selbst liegt im Gen in Form von so genannten
Basentripletts (Dreiergruppen von Nukleotiden) vor, die das Codewort für je eine
Aminosäure darstellen. Dieser
genetische Code ist universell und findet sich bei allen bekannten Lebewesen in vergleichbarer Form. Alle Lebewesen der Erde sprechen also annähernd dieselbe "genetische Sprache".
Vererbung
Eine herausragende Eigenschaft der Erbinformation ist ihre (in ihrer Biochemie begründete) Fähigkeit, die Erstellung einer identische Kopie ihrer Selbst aus den freien Nukleotiden zu unterstützen. Dieser als
Replikation bezeichnete Kopiervorgang ist die molekulare Grundlage der
Vererbung, der identischen Weitergabe der Erbinformation an die Tochterzellen.
Mutation
Eine Veränderung der Erbinformation wird als
Mutation bezeichnet. Die langsame Veränderung der Erbinformation über Generationen hinweg wird als eine der Grundlagen für die
Evolution angesehen. Die langsame Veränderung der Erbinformation somatischer Körperzellen von
mehrzelligen Lebewesen mit den damit einhergehenden Störungen des Stoffwechsels und der Zellregulation wird als eine der Ursachen des
Alterns angesehen. Des weiteren gibt es eine Reihe von
Reparaturmechanismen, die bestimmte Mutationen erkennen und reparieren können.
sexuelle Vererbung
Die Erbinformation von Eukaryontenzellen kann als
einfacher Informationssatz oder als
doppelter Informationssatz vorliegen, bei dem pro Genort sowohl die mütterliche, als auch die väterliche
Genvariante verfügbar ist. Im Rahmen der sexuellen
Fortpflanzung werden die ursprünglich mütterlichen und väterlichen Varianten bei der
Keimzellreifung dann
zufällig gemischt und als einfacher Informationssatz an den Nachkommen weitergegeben. Bei der
Befruchtung vereinigen sich die einfachen Informationssätze beider Eltern wieder zu einem doppelten Informationssatz.
Siehe auch: DNA, Genetik, genetischer Code, Epigenetik, Genexpression
Genetik