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Erbendorf ist eine Stadt im Oberpfälzer Landkreis Tirschenreuth.
Geografie
Geografische Lage
Der staatlich anerkannte Erholungsort (509 m über NN) liegt im waldreichen
Fichtelnaabtal, am südlichen Rand des
Naturparks Steinwald.
Stadtgliederung
Zur Stadt Erbendorf gehören die Ortschaften Aschenhof, Birkenreuth, Boxdorf, Eppenhof, Frodersreuth, Glashütte, Gössenreuth, Gramlhof,
Grötschenreuth, Hauxdorf, Inglashof, Napfberg, Neuenreuth, Pfaben, Plärn, Schadenreuth, Siegritz, Steinbach, Straßenschacht, Thann, Wäldern, Wetzldorf und Wildenreuth.
Geschichte
Die Stadt wurde erstmals urkundlich im Jahre
1109 erwähnt, war bereits im Mittelalter ein
Markt mit Stadtrechten und wurde durch König
Ludwig I. am
6. Juni 1842 formell zur Stadt erhoben.
Zwischen 1806 und 1837 war Erbendorf, wie auch der gesamte heutige
Landkreis Tirschenreuth, die Stadt
Weiden in der Oberpfalz und ein Großteil des heutigen
Landkreises Neustadt an der Waldnaab Teil des bayrischen
Obermainkreises.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Museen
Das
Bergbau- und Heimatmuseum Erbendorf wurde im Jahre
1995 eröffnet.
Bauwerke
Kirchen, Kapellen
- Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt
Zu der frühen Baugeschichte der katholischen Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt gibt es nur wenige gesicherte Daten. Erstmals wird das
Gotteshaus 1416 erwähnt. Eine noch heute sichtbare Steintafel mit der Inschrift „Anno 1474 inceptio chori“ erinnert an den Baubeginn des Chores
1474. Die großen Stadtbrände zerstörten mehrmals auch das Gotteshaus. Nach dem Brand von
1771 wurde unter großen finanziellen Opfern der Bevölkerung die Kirche auf dem stehengebliebenen Langhaus neu errichtet. Doch auch dieses Gotteshaus brannte
1796 erneut nieder. Unter Beibehaltung der Umfassungsmauern des spätgotischen Chores wurde der Neubau schnell hochgezogen und
1799 eingeweiht.
1866 wurde der alte Turm bis auf das erste Stockwerk abgetragen und zu einer
Sakristei umfunktioniert. Der neue Kirchturm wurde
1865-66 in den Formen der Neuromanik erbaut. Nach der Auflösung des Simultaneums erfolgte Anfang des 20. Jahrhunderts eine grundlegende Umgestaltung im Sinne des
Neubarocks.
Nach der Auflösung des Simultaneums baute sich die evangelische Gemeinde ein neues Gotteshaus. Dazu erwarb sie an der Bräugasse ein Grundstück, dass wegen seiner erhöhten Lage besonders gut geeignet war. Vorher stand an dieser Stelle übrigens ein Malzhaus. Die Pläne für die neue Kirche fertigte der Architekt
Karl Brendel aus
Nürnberg. Er vermied den bis dahin üblichen Kirchenstil und versuchte eine zeitgemäße Lösung. Am
4. Dezember 1921 konnte der Grundstein gelegt werden. Nach nicht einmal zweijähriger Bauzeit feierte die Gemeinde die Einweihung. Das verwendete Baumaterial ist
Sandstein aus Schweißenreuth. Das Bauwerk ist ein Sinnbild für das Lutherlied „Eine feste Burg ist unser Gott“.
Den Bau begeleiteten große Sorgen wegen der fortschreitenden
Inflation. Mit seinen enormen Ausmaßen erschien das Bauwerk viel zu groß geraten für die damalige kleine Kirchengemeinde. Als aber nach
1945 viele evangelische Flüchtlinge in Erbendorf ihre neue Heimat fanden, lobte man die großzügige Planung.
Der kath.
Pfarrer Johann Michael Pfreumbter brachte
1751 die
Reliquie des Heiligen
Faustinus nach Erbendorf. Nach mehreren Romreisen war es ihm gelungen, für die Lorettokapelle die Gebeine des Faustinus, eines Römers der im Alter von 18 Jahren den Märtyertod erlitten haben soll, zu erwerben. Pfarrer Pfreumbter stiftete
1768 das Frühmessbenefizium, die kleine
Kapelle diente ihm als Hauskapelle. Diese erste Kapelle brannte
1771 ab und wurde durch einen Neubau ersetzt, der aber beim großen Stadtbrand
1796 erneut beschädigt wurde. Unter dem Benefiziaten Anton Hösl wurde die Kapelle durch den Maurermeister Wolfgang Bauer 1818-50 neu erbaut. Hierbei verlegte man den Eingang nach Osten und den Altarraum nach Westen, um den Zugang von der Straße her zu erreichen. Der Leib des Faustinus ruht unter der Mensa des Altares. Der Lebküchler Johann Babtist Schultes fasste die Gebeine des Märtyrers in Wachs.
Den äußeren Akzent der Kapelle bildet der achteckige Dachreiter über dem Eingang. Die Erbendorfer Lorettokapelle ist ein schönes Beispiel einer weitgehend intakten
neugotischen Einrichtung und daher kunstgeschichtlich von herausragender Bedeutung. Die ursprüngliche Einrichtung schuf der erst 15-jährige Schreinerssohn Johann Tretter aus Wäldern. Der Altar wurde jedoch Anfang des 20. Jahrhunderts durch einen neuen Schnitzaltar ersetzt.
Rathausturm_Erbendorf.jpg | Turm_Amtsgericht_Erbendorf.jpg
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Die wichtigsten Verkehrsverbindungen führen nach
Weiden in der Oberpfalz (25 km) mit Autobahnanschluss (
A 93 Weiden-
Regensburg), nach
Bayreuth (40 km) mit Autobahnanschluss (
A 9 Nürnberg-Berlin) und nach
Marktredwitz (25 km).
Ansässige Unternehmen
- Advance Media - Agentur für Marketing und Neue Medien
- Porzellanfabrk Seltmann Weiden - Werk Erbendorf
- Wilhelm Bauer, Bauunternehmen
- Panzer Shopconcept, Ladenbau
- Faltenbacher, Jalousienbau
- Schade, Rollladen- und Sonnenschutztechnik
Kindergärten/Schulen/Bildungseinrichtungen
Kindergärten
- Städtischer Kindergarten
- Evangelischer Kindergarten
- St.-Elisabeth Kindergarten
Allgemeinbildende Schulen
- Volksschule (Grund- und Hauptschule)
Fachschulen
- Private Fachschule für Altenpflege
Bedeutende Persönlichkeiten
Ehrenbürger
| Name
| Beruf
| Verleihung
|
| Thomas Stark
| Lehrer
| 1885
|
| Theodor Roll
| Oberlehrer
| 1899
|
| Joseph Höser
| Hauptlehrer
| 1926
|
| Franz Seraph Lederer
| Pfarrer
| 1926
|
| Hans Schultes
| Direktor
| 1926
|
| Max Dobmeier
| Oberlehrer
| 1927
|
| Adolf Wagner
| Bergwerksdirektor
| 1933
|
| Wilhelm Seltmann
| Fabrikbesitzer
| 1958
|
| Wilhelm Gollwitzer
| Schulrat
| 1967
|
| Hans Müller
| Bundestagsabgeordneter
| 1973
|
| Willy Schneider
| Fabrikant
| 1975
|
| Georg Bertelshofer
| Stadtpfarrer
| 1987
|
| Wilhelm Schraml
| Bischof von Passau
| 2001
|
Weblinks
Ort in Bayern | Tirschenreuth
Erbendorf | Erbendorf