Eppsteinwappen.gif Die Herren von Eppstein waren ein nichtfürstliches Geschlecht des deutschen Hochadels und stammten von den seit 1107 nachweisbaren Herren von Hainhausen (auch Herren von Hagenhausen genannt) im Rodgau ab. Ihr Stammsitz war eine Wasserburg nahe Hainhausen, deren Überreste an den Ufern der Rodau stehen. Es gilt als wahrscheinlich, dass die Herren von Hagenhausen von den früheren fränkischen Maingaugrafen abstammen. Die Herren von Hausen waren eine Seitenline der Hagenhausener mit Wasserburg bei Hausen. Die Familien von Rumpenheim und von Heusenstamm waren wahrscheinlich ebenfalls mit den Hagenhausenern verwandt.
Die Herren von Eppstein gelangten zwischen 1183 und 1190 in Besitz der Burg Eppstein (Hessen, Main-Taunus-Kreis) nach welcher sie sich fortan benannten. Ihre Besitzungen konzentrierten sich im Taunus, am Untermain, im Rodgau und Spessart sowie in der Wetterau und im Westerwald. Verwandtschaftliche Beziehungen sind zu u.a. den Geschlechtern derer von Bolanden, von Wied, von Isenburg, von Hohenfels, von Nassau, von Falkenstein und von Katzenelnbogen nachweisbar.
Als Stammvater derer von Eppstein gilt Gerhard II. von Hainhausen. Er erbaute die Burg Königstein und kaufte um 1200 die Burg Hohenberg, um die sich später die heutige Stadt Bad Homburg vor der Höhe bildete. Sein Sohn Gerhard III. von Hainhausen nannte sich als erstes nach der neuen Stammburg des Geschlechts auch Gerhard I. von Eppstein.
Die Eppsteiner erlebten seit Ende des 12. Jahrhunderts einen rasanten Aufstieg zu einer der mächtigsten Familien des Hochmittelalters. Zwischen 1200 und 1305 stellten sie allein vier Erzbischöfe von Mainz.
Der territoriale Besitz resultierte aus einer klugen Heiratspolitik und zahlreichen Erbschaften. So kamen durch Heirat im 13. Jahrhundert die Hälfte der reichen Grafschaft Wied und die Hälfte der Herrschaft Kleeberg an das Eppsteiner Geschlecht. Im 14. Jahrhundert kamen jeweils eine Hälfte der Herrschaft Breuberg und Trimberg hinzu. Ein weiteres Jahrhundert später fielen ihm auch noch eine Hälfte der Herrschaft Falkenstein und eine Hälfte der Grafschaft Diez zu. Zusammengenommen hätten ihre Ländereien somit den Besitzungen eines kleinen Fürstentums alle Ehre gemacht, jedoch war die Mehrheit der Ländereien kein Allodialbesitz der Familie, sondern bestand aus Lehensgaben des Königs und diverser Grafen (z.B. der Grafen von Loon, der Pfalzgrafen und der Grafen von Rieneck). Nichtsdestotrotz wurden die Herren von Eppstein 1505 selbst in den Grafenstand erhoben. Burg Eppstein.jpg Die die Nähe der Eppsteiner zum Erzbistum Mainz hatte großen Einfluss auf die Entwicklung in deren Stammland im Rodgau und am Main. Dort hatten die Eppsteiner mit der Zeit ein geschlossenes Herrschaftsgebiet gebildet, mit Verwaltungssitz in Steinheim (Amt Steinheim). Im Jahre 1425 verkaufte Gottfried von Eppstein dieses Amt für 38.000 Gulden an das Kurfürstentum Mainz. Wappen Rodgau-Hainhausen.jpg Bereits zu Beginn des 13. Jahrhunderts spaltete sich die Familie unter Gottfried II. und Gerhard II. in eine jüngere und eine ältere Linie. Letztere starb 1296 mit Gerhard IV. im Mannesstamm aus, was eine zehn Jahre währende Fehde zwischen der noch existierenden jüngeren Linie und den Nachfahren sowie der Witwe Gerhards IV. um das Erbe auslöste. Besonders erfolgreich gingen aus diesem Streit die Grafen von Katzenelnbogen hervor, die erfolgreich einen großen Teil des Landbesitzes für sich reklamieren konnten.
Viele Historiker sehen in diesem Streit den Anfang vom Ende der seinerzeit einflussreichen Eppsteiner, die zu Beginn des 16. Jahrhunderts wieder in der Bedeutungslosigkeit versanken, ehe sie 1535 ausstarben.
1433 teilten die Brüder Gottfried VII. und Eberhard II. das väterliche Erbe untereinander auf (die so genannte Eppsteinische Bruderteilung) und gründeten die Linien "von Eppstein-Münzenberg" (Gottfried VII.) und "von Eppstein-Königstein" (Eberhard II.). Der Versuch, die beiden Linien im 16. Jahrhundert wieder zusammenzuführen, scheiterte trotz Verlobung und bereits unterzeichnetem Heiratsvertrag daran, dass die designierte Braut, Agnes von Eppstein-Münzenberg - Erbtochter des letzten männlichen Vertreters des Münzenberger Linie -, es vorzog, in aller Heimlichkeit den Grafen Emicho von Leinigen zu heiraten. Sämtliche Anstrengungen des düpierten Bräutigams, Eberhard IV. von Eppstein-Königstein, eine Annullierung dieser Heirat zu bewirken, blieben erfolglos.
Mit der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert war die Herrschaft Eppstein durch verschwenderische, luxuriöse Hofhaltung, teuren Burgenbau und zahlreiche Fehden der Familie stark überschuldet; ein großer Teil des Besitzes musste verkauft werden.
Die Linie Eppstein-Münzenberg starb 1522 mit Gottfried IX. aus. Nur 13 Jahre später ereilte die Königsteiner Linie das gleiche Schicksal. Ihr letzter Vertreter, Eberhard IV., adoptierte zwecks Erhalt des Erbes den Sohn seiner Schwester Anna, die den Grafen Botho zu Stolberg geheiratet hatte, doch dieser erhielt nur einen kleinen Erbteil der Eppsteiner Herrschaft, da die Besitzungen größtenteils an das Fürstentum Kurmainz und die Landgrafschaft Hessen fielen.
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"Eppstein (Adelsfamilie)".
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