Eppan an der Weinstraße (ital. Appiano sulla Strada del Vino) ist eine Großgemeinde in Südtirol, südlich von Bozen gelegen. Eppan liegt im Überetsch, zwischen Bozen und Kaltern, teils an den Hängen des Mendelgebirges, teils auf Moränenhügeln der Würm-Eiszeit.
Historiker vermuten, dass der Name Eppan von einem römischen Gutsbesitzer, Appius, abstammt. Kürzlich wurde bei Bauarbeiten Reste einer römischen Villa mit Fussbodenmosaiken aus dem 4. Jahrhundert und einer Thermenanlage gefunden. Erstmalige urkundliche Erwähnung 590 durch Paulus Diaconus, im Zusammenhang mit dem Vorstoss der Franken Richtung Süden. Das Gebiet um Eppan gehörte damals zum langobardischen Herzogtum Trient.
Im Hochmittelalter kämpften die Grafen von Eppan mit denen von Tirol um die Herrschaft über das heutige Südtirol. Vom frühen Wohlstand der Gemeinde zeugt die Pfarrkirche St. Pauls, genannt "Dom auf dem Lande". Diese wurde von 1460 bis 1560 erbaut. St. Pauls war das alte Zentrum der Gemeinde mit der nahegelegenen Burg Altenburg, die als Gerichtssitz diente.
Eppan liegt auf der Mittelgebirgsfläche des Überetsch, die sich 200 Meter aus dem weiten Talboden der Etsch heraushebt und in ihrer ganzen Breite an den mächtig aufstrebenden Kamm der Mendel anlehnt. Die Großgemeinde Eppan nimmt die ganze Nordfläche des Talpodestes von Überetsch ein. Markant ist seine nördliche Stirnseite gegen das knapp 9 km entfernte Bozen jenseits des weiten Talkessels und etschaufwärts gegen das rund 25 km entfernte Meran gewandt.
Der Hauptort St. Michael ist Sitz der Gemeinde und führt heute gemeinsam den Namen Eppan. Die Einwohnerzahl ist auf 13.600 Personen angewachsen.
Das Überetsch ist das burgenreichste Gebiet Europas. In der Region um Eppan finden sich über 200 kunsthistorischen Baulichkeiten wie Burgen, Schlösser, Herrenhäuser, Kirchen und Kapellen.
Eppan ist der Mittelpunkt des größten Weinbaugebietes Südtirols und ein reiches Obstland. Auf rund 1.200 ha Anbaufläche werden hier allhjährlich weit über 100.000 Hektoliter Wein erzeugt und an die 3.500 Waggons beträgt die jährliche Obsternte.Über ein Dutzend der Sorten gehört zu den Spitzenweinen Südtirols. Eppan ist darüber hinaus eine der Hauptorte an der neuen Südtiroler Weinstraße, die von Sigmundskron bei Bozen über Girlan St. Michael/Eppan erreicht und über Kaltern, Tramin, Kurtatsch, Kurtinig, Magreid bis Salurn führt.
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