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Als Epitheton (gr.: ἐπιτίθημι „dazusetzen, -stellen“) bezeichnet man in der Rhetorik / Stilistik das Hinzufügen eines im Satzzusammenhang nicht unbedingt erforderlichen Attributs. Allgemeiner werden auch Attribute so benannt. Ein Epitheton ist also ein „Zusatz“ oder „Beiwort“.

Ein besonderes Epitheton ist das epitheton ornans, der (entbehrliche, aber) schmückende (lat. ornare „schmücken“) Zusatz. Diese Begriff wurde von den klassischen Philologen gewählt, um die bei Homer zahlreich vorkommenden schmückenden Attribute bei Götter- und Heldennamen, aber auch bei gewöhnlichen Gegenständen zu bezeichnen. Beispiele: Die kuhäugige Hera, die rosenfingrige Eos, der listenreiche Odysseus, die wolletragenden Schafe.

In der Biologie bezeichnet der Begriff Epitheton den von Carl von Linné eingeführten zweiten Teil des wissenschaftlichen Namens (siehe Nomenklatur (Biologie)). Dieser setzt sich zusammen aus einer Bezeichnung für die Gattung sowie einem artspezifischen Epitheton. Als Beispiel soll der Blauwal (Balaenoptera musculus) dienen. Hier bezeichnet Balaenoptera eine Gattung innerhalb der Bartenwale, musculus ist das Artenepitheton.

Rhetorischer Begriff | Taxonomie

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