article

Epiphanie (griech. epiphaneia „Erscheinung“; aus epi „über, darauf“ und phainesthai „sich zeigen“; zusammen im Sinne von „herausragen, sich hervorheben“) bezeichnet

  • in Kurzgeschichten (besonders bei James Joyce, der den Begriff dafür prägte) ein meist unspektakuläres Ereignis gegen Ende, durch das dem Helden - wenn nicht ihm, dann mindestens dem Leser - auf einmal "alles klar" wird. Wobei sich weniger wie im Krimi oder griechischen Drama verborgene sachliche Zusammenhänge herausstellen, sondern etwas, das den Ausblick desjenigen, der es nachvollzieht, verändert. In Joyces "Die Toten" erkennt z.B. ein mittelalter Mann, dass seine Gattin ihn niemals wirklich geliebt hat, in "Arabia" wird dem jugendlichen Helden klar, dass er ein "Schwindelmeier" (mehr in der Fantasie als der Wirklichkeit Lebender) ist.

  • die Erscheinung der Geliebten in den Dingen des Lebens als ein in der Poesie häufig anzutreffendes Motiv. Dieses Motiv scheint durch viele Filme Claude Sautets hindurch. Seine Verwendung hilft dem Schüchternen, sich der Unbekümmertheit der Lebensart des klassischen Aufreißers anzuverwandeln. Seine geliebte Laura kommt in Petrarcas Sonetten des Canzoniere namentlich nur ein Mal vor, tritt aber in verwandelter Form in jedem der Gedichte auf. Die leicht daherkommende Meisterschaft in der Verwendung der formalen Mittel, seien sie die des Sonetts oder die des Films, trägt nicht wenig zum Charakter des Wundersamen der Erscheinung bei.

Weihnachten | Lyrik

Epiphany (disambiguation) | Epiphanie | Epifania

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Epiphanie".

Home Pageartsbusinesscomputersgameshealthhospitalshomekids & teensnewsphysiciansrecreationreferenceregionalscienceshoppingsocietysportsworld