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Ephesos (lat. Ephesus, griech. Ἔφεσος, türk. Efes, histor. evtl. Apaša) war eine der bedeutendsten und ältesten griechischen Städte Kleinasiens (heute Türkei) im Altertum. Sowohl Name als auch ursprüngliche Besiedlung stammen aus vorgriechischer Zeit. Ephesos liegt ungefähr 70 km südlich von İzmir unweit der türkischen Westküste (Ägäis) in der antiken Landschaft Ionien. Im Altertum lag es direkt am Meer. Durch Sedimentation sowie klimatische und seismische Veränderungen verschob sich die Küstenlinie im Lauf der Zeit nach Westen, so dass die Stadt heute mehrere Kilometer landeinwärts liegt.
Einheimische Lyder und Karer lebten nordöstlich des heutigen Stadtgebietes, die zugewanderten Griechen gründeten der Überlieferung nach eine eigene Siedlung namens Koressos. Nach der Eroberung durch den lydischen König Kroisos im Jahr 560 v. Chr. kam es zu einem Synoikismos, das heißt, mehrere Kleinsiedlungen wurden zusammengelegt und eine neue Siedlung auf einem Gebiet nahe beim Tempel der Artemis (Artemision), der als eines der sieben Weltwunder galt, errichtet.
Erst 296 v. Chr. wurde Ephesos durch den Diadochen König Lysimachos von Thrakien an die heutige Stelle verlegt sowie zeitweilig nach seiner Frau in Arsinoeia umbenannt. Seit dieser Zeit war Ephesos eine große Hafenstadt von fast 350 ha Fläche, die von 189 bis 133 v. Chr. zum Königreich Pergamon gehörte, nach 133 v. Chr. zum Römischen Reich.
Ephesos war eine der bedeutendsten und größten Städte des Römischen Reiches. Zahlreiche öffentliche Bauten entstanden, die sowohl von der Stadt als auch von reichen Bürgern finanziert wurden. Dazu zählten auch Tempel für die Kaiser Vespasian und Hadrian, die im Rahmen des Kaiserkultes verehrt wurden. Ephesos war auch Sitz des Statthalters (Proconsul) der Provinz Asia. Die Stadt behielt ihre herausragende Stellung bis in die Spätantike bei, einerseits als Wallfahrtsort und Bischofssitz, andererseits als Hauptstadt der (weltlichen) Diözese Asiana.
Auch in Zusammenhang mit der Entwicklung des Christentums ist Ephesos von Bedeutung: Im Neuen Testament ist der Epheserbrief enthalten, den der Apostel Paulus an die Christen der Stadt schrieb. Die christliche Gemeinde in Ephesos ist die Empfängerin des ersten Sendschreibens der Johannesapokalypse (Apk 2,1-7) an die sieben Gemeinden in Kleinasien (Apk 1,11). Der Legende nach soll Maria nach der Himmelfahrt Jesu sich mit dem Kreis der Frauen um Jesus und mit dem Apostel Johannes in Ephesus niedergelassen haben und bis zu ihrer eigenen Himmelfahrt viele Menschen in Heilkunde und religiösen Praktiken unterrichtet haben.
Im Jahr 431 tagte in Ephesos das von Kaiser Theodosius II. einberufene 3. Ökumenische Konzil, auch Konzil von Ephesos genannt, 449 die so genannte Räubersynode. Die Reste der 85 m langen, sogenannten Marienkirche wurden mehrfach als Ort des Konzils genannt; dies ist in der Forschung jedoch umstritten.
In byzantinischer Zeit verlor die Stadt allmählich ihre frühere Bedeutung, vor allem durch die zunehmende Verlandung des Hafens. 867 eroberte ein Heer der Paulikianer unter Johannes Chrysocheires die Stadt. Im Jahr 1090 – kurz vor dem Ersten Kreuzzug – wurde Ephesos von den Seldschuken erobert; in der Nähe entstand in türkischer Zeit der Ort Ayasoluk, später in Selçuk umbenannt.
Heute stellt Ephesos eine der touristischen Hauptattraktionen der Türkei dar. Dieser Tatsache Rechnung tragend, versuchte man im Sinne einer Restaurierung nach modernen Gesichtspunkten auch, in der Präsentation der antiken Ruinen neue Wege zu beschreiten. Dies trifft insbesondere auf den Wiederaufbau (Anastilosis) der sog. Celsus-Bibliothek aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. zu. Es handelt sich dabei nicht nur um ein Bibliotheksgebäude, sondern gleichzeitig um das Grab des Stifters Tiberius Julius Celsus Polemaeanus.
Zu den öffentlichen Gebäuden, die im Stadtgebiet freigelegt wurden, gehören am sog. „Staatsmarkt“ unter anderem das Bouleuterion, der Versammlungsraum des Stadtrates, und das Prytaneion, die Amtsräume der führenden Repräsentanten der Stadt. Neben privaten Wohnbauten (von denen die Hanghäuser ein Beispiel luxuriöser Wohnkultur darstellen) wurden die antiken Straßenzüge, wie etwa die Kuretenstraße, von weiteren öffentlichen Bauten gesäumt. Dazu zählen monumentale Brunnenanlagen (Nymphaeum Traiani) ebenso wie Tempel, beispielsweise der kleine sog. Hadrianstempel.
Zeugnis für die Badekultur der Ephesier sind die großen Bad-Gymnasium-Komplexe, darunter das Vedius-Gymnasium, das Ost- und das Hafengymnasium und das Variusbad. Neben der Körperpflege und Ertüchtigung stellten sie auch ein wichtiges soziales und gesellschaftliches Zentrum des öffentlichen Lebens dar.
Im großen Theater von Ephesos soll der Apostel Paulus die in der Apostelgeschichte geschilderte Szene mit den Devotionalienhändlern des Artemistempels erlebt haben.
Von den Tempeln für den Kaiserkult, namentlich jenen für Domitian und Hadrian, sind heute nur noch geringe Reste erhalten.
Wichtige Funde aus der Anfangszeit der Ausgrabungen, die während dieser Zeit – mit Genehmigung des osmanischen Herrschers – legal außer Landes gebracht werden durften, befinden sich heute im Ephesos Museum in der Wiener Hofburg. Heute werden die Funde aus den jüngeren Grabungen im Archäologischen Museum im benachbarten Selçuk ausgestellt, ältere Funde sind zum Teil auch in den archäologischen Museen von Istanbul und Izmir ausgestellt.
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