ephedrine.png Ephedrin, C10H15NO, ist ein natürlich vorkommendes Alkaloid, das aus der Pflanze Ephedra sinica, aber auch aus anderen Ephedra-Arten (z. B. im Meerträubelkraut) gewonnen wird (und daher auch in Mormonentee enthalten ist). In konzentrierter und aufbereiteter Form oder die synthetisch gewonnene Substanz und dessen Diastereomer Pseudoephedrin wurden und werden unter anderem erfolgreich gegen die Symptome asthmatischer Anfälle eingesetzt, gilt aber heute als obsolet und wurde durch bessere Arzneistoffe verdrängt. Es findet noch Gebrauch bei Hypotonie/Kreislaufschwäche sowie als Mittel zweiter Wahl bei Narkolepsie.
Für die systemische Gabe bei nasaler Kongestion steht heute das erwähnte Pseudoephedrin mit einem günstigeren Nebenwirkungsprofil aufgrund von geringerer Liquorgängigkeit zur Verfügung.
Ephedrin erhöht die Körpertemperatur und den Blutdruck und kann so in den ersten Tagen der Anwendung zu Schweißausbrüchen, oft auch zu Kopfschmerzen führen.
Ephedrin verringert die Proteinabbaurate und steigert vermutlich auch die Proteinbiosynthese. Durch die erhöhte Körpertemperatur wird gezielt die Fettverbrennung im Körper angekurbelt.
Nebenwirkungen: Unruhe, Angst, Übelkeit, Schlaflosigkeit, Tremor, Pulsrasen, Schwitzen, Atemschwierigkeiten, Durcheinander, Halluzinationen, Delirium, Kopfschmerzen, (selten: Krämpfe)
In vielen Ländern wurden Medikamente, die Ephedrin enthalten (wurde in den USA z.B. als Wachmacher für müde Autofahrer an jeder Tankstelle vertrieben) vom Markt genommen. Erstens, weil die Substanz durch andere Wirkstoffe weitgehend ersetzt werden kann und zweitens das aus den Tabletten extrahierte Ephedrin - wie oben erläutert - zur Drogensynthese verwendet wurde.
Auch in Deutschland war ein Kombipräparat namens "Vencipon N" auf dem Markt, welches mit 10mg eine Dosis enthielt, die den Appetit zügeln sollte, um somit Diäten medikamentös zu unterstützen. In Dosen von ca. 50-70mg wurde es als Stimulanz missbraucht. Ob speziell dieses Medikament auch zur Herstellung von Methamphetamin missbraucht wurde (es handelt sich um ein Kombipräparat mit geringer Ausbeute an Ephedrin, weshalb die Extraktion schwieriger sein dürfte und der Grundstoff Ephedrin im Verhältnis wohl zu viel kosten würde), ist nicht bekannt. Dieses Präparat wurde ebenfalls vom Markt genommen.
Das Ephedra-Kraut selbst kann man allerdings noch in deutschen Apotheken ohne Rezept erwerben. Jedoch geben die meisten Apotheken das Kraut ungern heraus. Zum einen, weil man es extra bestellen müsste und natürlich wegen der Gefahr, es missbräuchlich zu verwenden. Dies variiert von Apotheke zu Apotheke, ähnlich wie beim Erwerb diverser Chemikalien durch Privatpersonen.
Für Touristen ist Ephedrin in der Türkei lange Zeit lang frei erhältlich gewesen unter dem Namen "Ephedrin Arsan". Die Rechtslage hat sich jedoch 2005 geändert, so dass man es inzwischen ohne Rezept nirgendwo mehr bekommt.
Pflanzliche Droge Amphetamin Stimulans Alkaloid
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