Das Environment (englisch environment = das Umgebensein, Umgebung; französisch environ = um, herum, Umgebung) ist ein in den späten 1950er Jahren ursprünglich aus dem amerikanischen Englisch entlehnter Begriff für künstlerische Arbeiten, die sich mit der Beziehung zwischen künstlerischem Objekt und Umgebung auseinandersetzen. Hierbei kann die Umgebung selbst zum Teil des Kunstwerkes werden.
Der Begriff Environment taucht in den USA Ende der 1950er Jahre im Umfeld der Künstler der Pop Art und des Happenings auf. George Segal nennt seine weißen Gipsfiguren in einer angedeuteten Umgebung „environmental sculptures“. Claes Oldenburg wird bekannt mit seinen überdimensionierten Nachbildungen von Eßwaren aus „the store“. Edward Kienholz und Duane Hanson provozieren durch einen Hyperrealismus ihrer Figuren, wobei Kienholz als Environment isolierte begehbare Szenerien schafft, Hanson hingegen menschliche Figuren (z.B Frau mit Einkaufswagen, 1970) isoliert aus dem ursprünglichen Environment unvermittelt in die Raumsituation eines Museums oder einer Galerie stellt.
Ein zweiter Weg des Entstehens von Environments wird von den parallel arbeitenden Künstlern des Happenings geschaffen. Allan Kaprow, der 1959 den Begriff des Happenings prägt, ist vermutlich der erste Künstler, der einen Prozess statt eines Objektes in den Vordergrund stellt. Die Übrigbleibsel der Happening-Aktionen werden dann zu einem Environment gruppiert und traditionell ausgestellt. 1962 entsteht dann in Europa die Fluxus-Bewegung, die ihre Environments etwas planvoller, da ohne Publikumsbeteiligung, schaffen und mit Musik und Darbietungen anreichern. (s.a. George Macunias, Wolf Vostell und Nam June Paik.
In den 1970er und 1980er Jahren bildet sich schließlich vor allem in Europa der Begriff der Installation für ebenfalls raumgreifende Arbeiten heraus. Die Künstler, wie Joseph Beuys, deren Arbeiten mit diesem Begriff bezeichnet werden, arbeiten von einem von den Environment-Künstlern unterschiedenen künstlerischen Ansatz aus. Während bei den Environments die Auseinandersetzung mit der Alltags- und Warenwelt eine zentrale Rolle spielt, bilden für die Installations-Künstler gedankliche und spirituelle Bezüge hinter den dinglichen Elementen ihrer Installationen den Ausgangspunkt der Arbeit.
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