Entwicklungszusammenarbeit (EZ) beschreibt den Ressourcentransfer eines oder mehrerer Geberländer hin zu einem Empfängerland. Die EZ soll dabei dem Empfängerland zusätzliche Ressourcen zur Verfügung stellen, d.h. Ressourcen, die über diejenigen hinausgehen, die es selbst beschaffen kann.
Die Begriffe Entwicklungshilfe, EZ und Ressourcentransfer werden oft synonym verwendet. Aufgrund des teilweise als diskriminierend oder als Etikettenschwindel empfundenen Begriffs Entwicklungshilfe gibt es die Tendenz, ihn durch die Begriffe EZ und Ressourcentransfer zu ersetzen. Auch Entwicklungspolitik (EP) und EZ werden teilweise synonym verwendet. Überwiegend wird EP aber weiter gefasst als Gesamtheit aller Maßnahmen mit der eine normativ bestimmte Entwicklung in den Entwicklungsländern angestrebt wird. EP umfasst somit auch Maßnahmen im Bereich des internationalen Handels- und Währungssystems.
Motive und Kritik
Für die Existenz von EZ können politische, ökonomische und ethische Motive angeführt werden. Politische Motive umfassen insbesondere
außenpolitische Überlegungen. Hinter den ökonomischen Motiven stehen die Sicherung von Rohstoffen und die Erschließung neuer Absatzmärkte. Zusammen kann hinter diesen beiden Motiven eine zweckrationale Begründung für EZ hinsichtlich der Schaffung stabiler internationaler Rahmenbedingungen ausgemacht werden. Die ethischen Motive sind vornehmlich in den normativen Überlegungen hinsichtlich der Schaffung von Frieden und Gerechtigkeit begründet. Insbesondere während der Anfänge der EZ spielten politische und ökonomische Motive jedoch eine bedeutende Rolle bei der Auswahl von EZ Projekten (siehe
Entwicklungspolitik).
Arten von EZ
Träger
Die EZ kann unterschieden werden nach öffentlicher EZ und nichtstaatlicher EZ. Öffentliche EZ (ÖEZ) meint dabei Leistungen die von Regierungen erbracht werden. Nichtstaatliche EZ wird dagegen von Nichtregierungsorganisationen (NROs) geleistet.
Die Leistungen können weiter unterschieden werden in bilaterale EZ und multilaterale EZ. Bilaterale EZ meint dabei den direkten Ressourcentransfer von einem Staat hin zu einem Anderen. Bei der multilateralen EZ führt der Weg über internationale oder regionale Organisationen der EZ. Die wichtigsten internationalen Institutionen sind dabei die
International Development Association (IDA) der
Weltbankgruppe, sowie zahlreiche Organisationen der
United Nations, insbesondere das
United Nations Development Programme (UNDP) sowie der
United Nations Children's Fund (UNICEF). Wichtige regionale Institutionen sind die
Asiatische Entwicklungsbank (ADB), die
Afrikanische Entwicklungsbank (AfDB), die
Interamerikanische Entwicklungsbank (IDB), sowie die
Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD). Die EU hat als bedeutendes Instrument der EZ den
Europäischen Entwicklungsfonds (EEF) ins Leben gerufen.
Aktivitätsbereiche
Man unterscheidet folgende Aktivitätsbereiche:
- technische Zusammenarbeit (TZ)
- finanzielle Zusammenarbeit (FZ)
- personelle Zusammenarbeit (PZ)
Formen
In der EZ wird zwischen Projekthilfe und Programmhilfe (nicht projektgebundener Hilfe) unterschieden:
- In der Projekthilfe werden konkrete Hilfen (Kapitalgüter, technische oder personelle Leistungen) in einem abgeschlossenen Rahmen (räumlich, zeitlich) geleistet.
- Die Programmhilfe besteht dagegen in einer Geldsumme, die zugunsten einer ganzen Volkswirtschaft oder eines Sektors eingesetzt wird.
Entwicklungshilfe