Entwicklungsneurobiologie oder Neuroentwicklungsbiologie (englisch developmental Neuroscience oder developmental Neurobiology) beschäftigt sich mit der Entstehung und Reifung von Nervensystemen verschiedener Tiere (häufig verwendete Modellorganismen sind der Zebrafisch, Danio rerio, die kleine Fruchtfliege (Drosophila melanogaster), der Fadenwurm (Caenorhabditis elegans) und der Krallenfrosch (Xenopus laevis). Von Interesse ist dabei u. a. die Entwicklung von Vorläuferzellen und Stammzellen zu Nervenzellen und die Entwicklung von komplexen Teilen des Nervensystems (Musterbildung). Auch die Regeneration von Nervenzellen ist Gegenstand der Forschung und daher ist sie teilweise direkt medizinisch relevant.
Das Nervensystem entwickelt sich im Gastrulastadium aus dem Ektoderm. Ein Teil der ektodermalen Zellen wird dabei zu neuralem Ektoderm in einem Bereich, der Neuralplatte genannt wird. Aus diesen Zellen entstehen sowohl Neurone als auch Gliazellen.
Kurz nach der Bildung dieser Zellschicht beginnt der Prozess der Neurulation. Dabei teilen sich die Zellen der Neuralplatte so stark, daß es zu einer Einstülpung (Invagination) und schließlich zu einer Abschnürung kommt. Aus dem entstandenen Neuralrohr bilden sich im vorderen (anterioren oder rostralen) Teil drei Vesikel aus denen im Laufe der weiteren Entwicklung das Gehirn ensteht. Aus dem hinteren (posterioren oder caudalen) entsteht das Rückenmark.
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