Enrico_Caruso.jpeg Enrico Caruso (* 25. oder 27. Februar 1873 in Neapel; † 2. August 1921 ebenda; eigentlich Errico Caruso) war ein italienischer Opernsänger.
Er gilt heute noch in der Fachwelt als der großartigste Tenor aller Zeiten. Er wirkte unter anderem in den Uraufführungen von Fedora und La Fanciulla del West mit. Seine wohl berühmtesten Rollen waren der Canio aus Leoncavallos "I pagliacci" und der Radames aus "Aida". Caruso, dessen Repertoire 67 - auch der anspruchsvollsten - Partien umfasste, war schon mit Mitte 20 ein Star und sang in Mailand, Neapel, London und vor allem New York. In New York war er festes Mitglied des Ensembles der Metropolitan Opera, der er über viele Jahre die Treue hielt.
Caruso war berühmt für seine warme, für einen Tenor sehr dunkle, baritonale Stimme und seine unübertroffene Bühnendarstellung. Das Volumen und die Weichheit seiner Stimme sind bis heute unerreicht. Sein Sängerformant wurde mit 2800 Hz festgestellt. Seine Partnerin Geraldine Farrar berichtet, wie sie das erste Mal mit Caruso auf der Bühne stand und vergaß zu singen, weil sie über die Schönheit seines Gesangs in Tränen ausbrach. Lina Cavalieri fiel ihm auf offener Bühne um den Hals und küßte ihn aus Begeisterung so leidenschaftlich, dass dieser Kuss als der erste "echte" Bühnenkuss in die Annalen der Geschichte einging. Bei den Gastspielen Carusos wurde er mit Ehrenbezeigungen der gekrönten Häupter überhäuft, in Berlin sammelten sich 30.000 Menschen vor der Oper, um Caruso für eine Minute zu sehen. Caruso war ein Großverdiener der Opernszene und der erste, der Stierkampfarenen mit seinem Gesang füllte. Die Biografien, die über ihn geschrieben wurden, sind zahllos.
Caruso verband eine enge künstlerische Freundschaft mit Paolo Tosti und Giacomo Puccini, die viele ihrer Werke für ihn schrieben. Bekannt wurden auch die treffenden Karikaturen aus Carusos Hand.
Caruso lebte daraufhin eine Weile mit Rina, Adas Schwester zusammen, bis er zur Überraschung aller plötzlich Dorothy Park Benjamin, eine füllige amerikanische Millionärstochter, heiratete. Mit dieser hatte er im Alter von 45 eine Tochter, Gloria.
Caruso war auf Grund seines Reichtums auch Ziel für die "Schwarze Hand", eine Mafia-Organisation, und entging in Kuba mit Glück einem Bombenattentat.
Caruso starb auf tragische Weise bereits im Alter von 48 Jahren. Er zog sich durch eine Erkältung eine Rippenfellentzündung zu. Trotz der Tatsache, dass er während einer Vorstellung des Elisir d'amore Blut zu husten begann und starke Schmerzen spürte, wurde dieses jedoch nicht rechtzeitig entdeckt. Nach einem Zusammenbruch Weihnachten 1920 wurde er operiert und überlebte nur knapp. Er kehrte daraufhin nach Italien zurück, wo er unerwartet einen Rückfall erlitt und in Neapel auf dem Weg nach Rom zu seinen Ärzten verstarb.
Caruso wurde in der Kirche des Königs in Neapel aufgebahrt und in einem gigantischen Trauerzug zum Cimitero del Pianto begleitet. Noch bis in die vierziger Jahre des 20. Jahrhunderts war es möglich, Carusos einbalsamierten Leichnam zu besichtigen, bis es seine Witwe verbot.
In dem Film "Fitzcarraldo" von Werner Herzog mit Klaus Kinski in der Hauptrolle des Fitzcarraldo steht am Anfang ein Auftritt von Caruso in der Oper von Manaus (Brasilien), wo Caruso jedoch in Wirklichkeit niemals gesungen hat.
Einen fiktiven Caruso-Auftritt kann man auch in dem UfA-Film "Maskerade" erleben. Hier werden zwei Ausschnitte aus einer vermeintlichen Rigoletto-Vorstellung gezeigt, bei der die beiden erhaltenen Caruso-Aufnahmen aus dieser Oper gespielt wurden.
Mann | Italiener | Tenor | Opernsänger | Geboren 1873 | Gestorben 1921 | Neapel
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