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Enharmonische Verwechslung oder Enharmonik nennt man in der Musik den kompositorischen Vorgang, Töne zielgerichtet als andere Töne gleicher Höhe, aber anderen Namens umzudeuten, z. B. fis als ges oder his als c zu betrachten. Dadurch lässt sich der musikalische Zusammenhang verändern, z. B. um den Wechsel in eine andere Tonart (Modulation) herbeizuführen.

Die zwölf Halbtöne der C-Dur-Tonleiter enharmonisch verwechselt (die Töne klingen gleich):

Enharmonisch.png

Im Folgenden sind unterschiedliche Benennungen für die zwölf Töne der temperierten Skala aufgeführt; Stammtöne sind hervorgehoben:

{|border=1 cellspacing=0 his

c

desescis

descisis

d

esesdis

esdisis

e

feseis

f

gesesfis

gesfisis

g

asasgis

asgisis

a

hesesais

baisis

h

ces

(Theoretisch lässt sich diese Tabelle nach beiden Seiten erweitern; so sind z. B. gis und as gleich klingend mit fisisis und heseses.)

Die Durchführbarkeit einer Enharmonischen Verwechslung ist vom verwendeten Stimmungssystem abhängig. Je näher dieses der Gleichstufigen Stimmung ist, desto reibungsloser und zahlreicher lassen sich Enharmonische Verwechslungen anbringen.

Bereits in der Musik des 17. Jahrhunderts wurde zusammen mit der Chromatik auch die Enharmonik erkundet. Die Rezitative des Spätbarock sind geradezu bedingt durch ihre intensive Ausnutzung enharmonischer Fortschreitungen. Als bedeutendes Element der Enharmonischen Verwechslung wurde der Verminderte Septakkord entdeckt, dessen vier Töne gleichmäßig jeweils eine klingende kleine Terz auseinander stehen und sich daher vielfältig umdeuten lassen.

Als sich in der Musik der Romantik die Tonalität immer mehr zu erweitern und aufzulösen begann, spielte die Enharmonik dabei eine bestimmende Rolle, so z. B. bei Richard Wagner.

Musiktheorie

Enharmonic | Enharmonische verwisseling

 

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