Engstingen ist eine Gemeinde auf der Hochfläche der
Schwäbischen Alb, der sogenannten Kuppenalb.
Geografie
Geografische Lage
Engstingen liegt am Nordrand der Schwäbischen Alb, in 680 bis 750 Meter Höhe auf der Albhochfläche im Tal der Ur-
Lauter, etwa 15 km südlich von
Reutlingen.
Geologie
Die Albhochfläche entstand, als vor etwa 50 Millionen Jahren die Platte des Weißen
Jura angehoben wurde. Es bildeten sich viele Risse und Spalten in diesem kalkhaltigen Gestein, sodass das Regenwasser sehr schnell versickert und so die Alb ziemlich wasserarm ist.
Ausdehnung des Gemeindegebiets
Die Ortsteile Großengstingen und Kleinengstingen liegen zusammen, von einem Kranz von bewaldeten Bergkuppen umgeben. Der Ortsteil Kohlstetten liegt etwa 3,5 km nordöstlich, der Gewerbepark Haid etwa 4 km südlich.
Nachbargemeinden
Folgende
Städte und
Gemeinden grenzen an die Gemeinde Engstingen, sie werden im
Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt und gehören zum
Landkreis Reutlingen:
Lichtenstein, St. Johann, Gomadingen, Hohenstein, Trochtelfingen und Sonnenbühl.
Gemeindegliederung
Im Zug der
Gemeindereform am
1. Januar 1975 wurden die drei bisher selbständigen Gemeinden
Großengstingen,
Kleinengstingen und
Kohlstetten zur neuen
Gemeinde Engstingen vereinigt. Seit der Auflösung der Eberhard-Finckh-Kaserne gehört der Gewerbepark Haid zum großen Teil ebenfalls zum Gemeindegebiet.
Geschichte
Der Name
Anegistingen erscheint am
24. Januar 783 zum ersten Mal auf einer Schenkungsurkunde des
Klosters Lorsch. Am
31. Oktober 1717 verkauft das Bistum Chur den Ort an das
Kloster Zwiefalten. Dieses wiederum verkauft ihn am
30. April 1750 an Herzog
Karl Eugen von Württemberg.
Im Jahre 1313 erscheint der Name Freyengstingen für den Ortsteil Kleinengstingen.
Kohlstetten wird 1161 zum ersten Mal auf einer Urkunde vom Kloster Weißenau (Ravensburg) erwähnt. Der Name geht auf die früher tätigen Köhler zurück..
Im Dreißigjährigen Krieg erlitten alle drei Teilorte schwere Bevölkerungsverluste, die im Laufe der Zeit durch zuzug auswärtiger Familien ausgeglichen werden konnten.
1938 errichtet das Deutsche Reich die Munitionsanstalt (Muna) Haid in einem Waldstück fünf Kilometer südlich von Großengstingen. Nach dem Zweiten Weltkrieg werden die Bunker dort gesprengt und 1950 eine Lungenheilanstalt und ein Flüchtlingslager dort eingerichtet. 1957 beginnt die Bundeswehr auf dem Gelände die Eberhard-Finckh-Kaserne zu bauen, die bis zu ihrer Auflösung 1993 auch Standort einer US-amerikanischen Einheit war. Da in Großengstingen auch Atomraketen gelagert warn, war der Standort ein beliebtes Ziel der Friedensbewegung in den 1980ern. Heute wird das Gelände als Gewerbepark Haid von den umliegenden Gemeinden Engstingen, Hohenstein und Trochtelfingen genutzt.
Religionen
Traditionell ist Großengstingen
katholisch und gehört zum
Dekanat Zwiefalten. Die St. Martinskirche sieht man schon von weitem. Sie ist das Wahrzeichen der
Katholischen Kirchengemeinde St. Martin. Kleinengstingen und Kohlstetten sind
evangelisch geprägt und gehören zum
Dekanat Münsingen.
Einwohnerentwicklung
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¹ Volkszählungsergebnis, andere Zahlen zum jeweiligen Jahresende.
Politik
Die Gemeinde Engstingen bildet zusammen mit der Gemeinde
Hohenstein eine vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft.
Gemeinderat
Für die Gemeinde Engstingen gilt die
unechte Teilortswahl. Vorgesehen sind 14 Gemeinderäte. Bei der Wahl am
13. Juni 2004 ergab sich folgende Sitzverteilung:
| Gruppierung | Proz. | Sitze
|
| Freie Bürger | 36,6 | 5
|
| CDU | 31,1 | 5
|
| Freie Frauenliste | 17,2 | 2
|
| Aktiv und bürgernah/SPD | 15,0 | 2
|
Bürgermeister
Der Bürgermeister wird für eine Amtszeit von 8 Jahren gewählt. Die derzeitige Amtszeit von Klaus-Peter Kleiner endet am 27. Januar 2008.
- Johann Bezmann
- Johann-Gerog Wahl
- Andreas Stiegle
- Oskar Gauch
- Martin Staneker
- 1963 - 1983: Kurt Stemmer
- 1983 - : Klaus-Peter Kleiner
Wappen
Das heutige Wappen führt die Gemeinde seit dem
19. Januar 1978.
Beschreibung
Weißer, aufsteigender
Steinbock auf schwarzem Hintergrund. Darüber die württembergische
Hirschstange auf goldenem Hintergrund.
Bedeutung
Der Steinbock ist das Symbol des
Fürstbischofs von
Chur (
Schweiz), dem Besitzer der
Herrschaft Großengstingen bis
1717. Das Hirschgeweih steht für die Zugehörigkeit zum Haus Württemberg.
Städtepartnerschaften
Nicht zuletzt wegen der geschichtlichen Vergangenheit besteht eine freundschaftliche Verbundenheit mit der Stadt
Chur im schweizer Kanton
Graubünden.
Museen
Das Automobilmuseum zeigt historische
Automobile und
Motorräder aus der
Nachkriegszeit. Leihgeber ist
Martin Sauter.
Musik
Bauwerke
- Sauerbrunnen: Um 1580 wurde in der Ortsmitte von Kleinengstingen die einzige Mineralquelle auf der Albhochfläche entdeckt.
- Katholische Pfarrkirche St. Martin: Baumeister dieser 1719 fertiggestellten Barockkirche war Franz Beer von Bleichten. Die erste Kirche dieses Namens wurde 1275 erwähnt. In den Taufstein ist die Jahreszahl 1606 gemeißelt.
- Wendelinuskapelle in Großengstingen wurde 1750 erbaut.
- Evangelische St. Blasiuskirche: Der Neubau wurde 1771 abgeschlossen.
- Evangelische Marienkirche in Kohlstetten (heutige Form von 1787), besitzt Fresken aus dem 15./16. Jh.
- Schloss Lichtenstein: 1840 bis 1842 erbautes Märchenschloss (gehört zur Gemeinde Lichtenstein)
Sport
- TSV Kleinengstingen - gegründet 1905
- TV Großengstingen - gegründet 1907
- TSV Kohlstetten
- FC Engstingen
- Tennisclub Engstingen
- Tennisverein Kohlstetten
- Schwäbischer Albverein
- Wanderfreunde Reutlinger Alb
- Schützengilde Großengstingen - gegründet 19. März 1905
- Großkaliber-Gruppe-Engstingen 91 e.V.
- Reit- und Fahrverein Engstingen e. V.
- Rock'n Roll Club "Garfield" - gegründet 1982
- Motorsportclub Kohlstetten
- Paragleiter- und Delta-Flugsportverein Engstingen
- Fischerclub Kohlstetten
Regelmäßige Veranstaltungen
- Fasnachtssamstag: Narrenumzug
- April/Mai: Köhlerfest im Ortsteil Kohlstetten
- Juli: Schlosshof-Hockete im Ortsteil Großengstingen
- August: Sauerbrunnen-Hockete im Ortsteil Kleinengstingen
- September: Musikertreffen auf der Alb im Ortsteil Großengstingen
- Oktober: Engstinger Kirbe im Ortsteil Großengstingen
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Bei Engstingen gabeln sich die in Nord/Süd-Richtung verlaufenden Bundesstraßen
B 312/
B 313. Die B 312 kommt von der Autobahn
A 8 beim Flughafen
Stuttgart und führt durch Kleinengstingen über
Riedlingen,
Biberach an der Riß nach
Memmingen. Die B 313 zweigt bei
Plochingen von der
B 10 ab und führt durch Großengstingen über
Sigmaringen nach
Stockach am Bodensee.
In Ost/West-Richtung verläuft die Landesstraße L 230 von der B 27 bei Gomaringen an Kohlstetten vorbei über Münsingen zur Autobahn A 8 bei Merklingen.
Die Eisenbahnlinie Gammertingen - Kleinengstingen der Hohenzollerischen Landesbahn führt durch das Gemeindegebiet und geht in Kleinengstingen in die Linie Kleinengstingen - Münsingen der Deutschen Bahn AG, die Schwäbische Albbahn über.
Der Öffentliche Nahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) gewährleistet. Die Gemeinde befindet sich in der Wabe 224.
Ansässige Unternehmen
Auf dem Gelände der ehemaligen Eberhard-Finckh-Kaserne, dem
Gewerbepark Haid, haben sich eine größere Anzahl von Firmen angesiedelt.
Bildung
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
- 1967: Albert Schwarz, Pfarrer in Großengstingen
Sonstiges
siehe auch: -ingen
Literatur
- 1200 Jahre Engstingen, Festbuch der Gemeinde, 1983
- Die Muna Haid in Engstingen, Jan R. Friedrichs, Verlag Oertel & Spörer, ISBN 3886272788
- Soldaten, Sprengköpfe und scharfe Munition, Joachim Lenk, Wiedemann-Verlag Münsingen 2006
Weblinks
Ort in Baden-Württemberg | Landkreis Reutlingen
Engstingen | Engstingen