Engelberg ist eine politische Gemeinde des Kantons Obwalden in der Schweiz.
Engelberg ist eines der beliebtesten Sommer- und Wintertourismusgebiete in der Zentralschweiz. Es ist der Hauptort einer Exklave von Obwalden umgeben von den Kantonen Bern, Nidwalden und Uri.
Der Talboden von Engelberg entstand am Ende der letzten Eiszeit, als ein gewaltiger, vom Titlis her kommender Felssturz den Talausgang Richtung Nordwesten versperrte. Der daraufhin entstehende natürliche Stausee wurde binnen weniger tausend Jahre durch Geröll und Sand aufgefüllt, der von der Engelberger Aa und ihren Zuflüssen von den benachbarten Bergen herangeführt wurde. Heute erinnert nur noch der kleine, für die Elektrizitätserzeugung künstlich regulierte Eugenisee im unteren Ortsteil an den einstigen Gebirgssee.
Unterhalb davon stürzt der Bach ins Aa-Tobel, wo die steile Geländestufe bis heute heftiger Erosion und vereinzelten Erdrutschen unterliegt. Zur Gemeinde Engelberg gehört auch der unterhalb der Aaschlucht, im unteren Engelberger Tal in der Nähe von Wolfenschiessen gelegene Flecken Grafenort (Seehöhe 570 m).
Ein nördlich des Haupttals abzweigendes Nebental endet jäh unterhalb einer senkrecht abfallenden Felswand; diese Stelle trägt den bildhaften Namen Ende der Welt.
Flussaufwärts setzt sich der Talverlauf der Engelberger Aa Richtung Osten und später nach Nordosten noch rund 15 km bis zum 2291 m hohen Surenenpass fort.
Seit 1898 ist der Ort über die Zahnradstrecke der Luzern-Stans-Engelberg-Bahn an das Bahnnetz angeschlossen. Erst 1931 wurde die Strasse von Norden her so ausgebaut, dass Engelberg auch im Winter mit Auto, Bus oder LKW erreichbar ist. Heutzutage dauert die Autofahrt von der Gotthard-Autobahn N2 und der Ausfahrt Stans-Süd nach Engelberg nur noch eine knappe halbe Stunde.
Die Trassen von Straße und Bahnlinie sind aber stets von Muren und Hochwasser der Engelberger Aa bedroht. So wurden beim Hochwasser vom 23. August 2005 beide Trassen für etwa zwei Wochen unterbrochen und Engelberg von der Aussenwelt abgeschnitten. Während dieser Zeit stellten private Helikopterunternehmen und die Schweizer Armee den Transport von Personen und die Versorgung über eine Luftbrücke sicher. Erst knapp 17 Wochen nach dem Hochwasser ist Engelberg wieder über die ursprüngliche Strasse und die ursprüngliche Eisenbahnstrecke erreichbar. Zwischenzeitlich wurde der Verkehr über eine Notstrasse geführt.
Der Name Engelberg geht auf eine Legende zurück, wonach Engelsstimmen von der Höhe des Berges Hahnen die Gründung der Abtei veranlassten. Der Engel erscheint denn auch im Wappen des Ortes. Die Mönchsgemeinschaft wurde zur Keimzelle eines geistlichen Miniaturstaates und gründete eine Kloster-, Schreiber- und Malerschule, aus der sich die heutige Stiftsschule Engelberg entwickelte und dem Tal über die Grenzen der Schweiz hinaus Bekanntheit brachte. Hubert_Sattler_Blick_auf_Engelberg.jpg Mit zunehmenden weltlichen Freiheitswünschen begann das Kloster ab 1449, sukzessive gewisse Privilegien abzutreten. Zur Zeit der Französischen Revolution verzichtete es 1798 auf die Besitzrechte über das Engelberger Tal, das sich 1803 in den Franzosenkriegen zunächst an den Halbkanton Nidwalden, doch 1815 an Obwalden anschloss. Dadurch wurde die Gemeinde zu einer Enklave in Nidwalden.
Mitte des 19. Jahrhunderts setzte dann der Tourismus ein, der im 20. Jahrhundert zum bestimmenden Wirtschaftsfaktor wurde. Mit dieser Öffnung nach aussen wurde auch der soziale Einfluss des Klosters zurück gedrängt. Die Bevölkerung betrug 1750 etwa 1000 Menschen, überstieg um 1960 die Marke 3.000 und zählt derzeit 3.930 ständige Einwohner.
In den 1920er Jahren führte eine landwirtschaftliche Krise zur Auswanderung einiger Familien nach Oberösterreich. 1938 fand in Engelberg die Alpine Skiweltmeisterschaft statt.
Mit über 11.000 Fremdenbetten und 740.000 Übernachtungen pro Jahr ist heutzutage (Stand 2004) jedoch eindeutig der Tourismus der bestimmende Wirtschaftsfaktor im Tal.
Sowohl Fürenalp als auch Brunni sind beliebte Abflugpunkte für Gleitschirmflieger.
Der Langläufer findet auf dem Talgrund bis zur Herrenrütialp, auf der Geschnialp und rund um den Trübsee zwischen 5 und 15 km lange präparierte Spuren für den klassischen und den Skating-Stil.
Spazierwege (Beispiele):
Die folgenden Wanderungen sind nur eine kleine Auswahl aus Dutzenden von Möglichkeiten. Sie erfordern alle festes Schuhwerk (Bergschuhe):
In den letzten Jahren (Stand 2004) wurden Klettersteige verschiedener Schwierigkeitsgrade an der Fürenalp-Wand, am Brunnistock und am Graustock eingerichtet.
Fleiner, Albert: ENGELBERG Streifzüge durch Gebirg und Tal. Unter Mitwirkung von X. Imfeld, Dr. Christ, Dr. Cattani, Dir. Billwiller mit vielen Illustrationen, Karten und Plänen, Hofer & Burger, Zürich o.J. (1889)
Hess, Fritz: Alt Engelberg. Nach alten Stichen, Zeichnungen, Dokumenten und Photographien, Verlag Josef von Matt, Stans,o. J. (1971), 64 S.
Höchli, Alex: Engelberg. deutsch, französisch, englisch. Engelberg 1986
Obwaldner Heimatbuch. Hrsg. im Auftrag des Kantonsrates vom Erziehungsrate des Standes Obwalden. Basel/Engelberg, Hess 1953. 432 S.
Reznicek, Felicitas von: Das Buch von Engelberg. Schweizer Heimatbücher Nr. 118/119. Bern: Haupt 1964. 147 S.
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