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Unter einem Energieversorgungsunternehmen (EVU) versteht man meist ein Unternehmen, welches elektrische Energie erzeugt und über das öffentliche Stromnetz verteilt. Das EVU ist auch oft Betreiber des Stromnetzes. Aber auch Gasversorgungsunternehmen und Fernheizbetriebe zählen zu den Energieversorgern. Außerdem werden knapp 10 Prozent der elektrischen Energie in Deutschland von der Industrie und von privaten Erzeugern eingespeist. Die Industrie liefert vor allem Überschussstrom aus der rationellen Energienutzung durch Kraft-Wärme-Kopplung. Private Erzeuger verkaufen überwiegend Strom aus erneuerbaren Energien.

EVU in Deutschland


In Deutschland kann man die EVU unterteilen in überregionale Versorger, die auch die Hochspannungsnetze betreiben, und regionale Versorgungsunternehmen, die ihrerseits häufig wieder Tochterunternehmen der großen EVU sind.

Im Entwurf zur Neufassung des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) sind Energieversorgungsunternehmen nach §3 Satz 1 Nr 18 "natürliche oder juristische Personen, die andere mit Energie versorgen, ein Energieversorgungsnetz betreiben oder an einem Energieversorgungsnetz als Eigentümer Verfügungsbefugnis besitzen". Sie übernehmen also Aufgaben der Erzeugung, der Verteilung und des Vertriebs, wobei das EnWG in Umsetzung des europäischen Gemeinschaftsrechtes eine Entflechtung der EVU festschreiben wird. Das bedeutet, der Netzbetrieb muss rechtlich und operativ unabhängig von anderen Tätigkeiten im Bereich der Energieversorgung organisiert werden.

Daneben gibt es noch einige kleinere EVU, die Elektroenergie vorwiegend aus regenerativen Energiequellen ("Ökostrom") herstellen und verteilen.

Die vier großen Energieversorgungsunternehmen in Deutschland sind:

Zusammen beherrschen diese vier ca. 80 Prozent des deutschen Strommarktes (vgl. ihre Netzbetreiberrolle für die vier Regelkreise im Stromnetz). Sie sind in der Deutschen Verbundgesellschaft zusammengeschlossen. Diese Gesellschaft arbeitet die Regeln für den Betrieb der Kraftwerke aus.

Die DB Energie versorgt die Fahrzeuge der Deutschen Bahn mit Einphasenwechselstrom 16,7 Hz. Da dies nur für den Bahnbetrieb geschieht, wird sie nicht zu den eigentlichen EVU gerechnet, obwohl sie auch ein umfangreiches Hochspannungsleitungsnetz betreibt, welches auch nach Österreich und in die Schweiz führt.

Alle EVU müssen in Deutschland in hohem Maße kooperieren. So gibt es zahlreiche Hochspannungsleitungen, bei denen nicht beide Leitungssysteme vom gleichen EVU betrieben werden. Daneben gibt es auch gemeinsam von den EVU und der Deutschen Bahn betriebene Hochspannungsleitungen.

Die EVU wie seine Kunden sind gut organisiert. Besonders zwischen Industrie und den EVU gibt es ein partnerschaftliches Verhältnis, das sich unter anderen in den sogenannten Verbändevereinbarungen VV II+ äußert. Nachfolgend einige bekannte deutsche Verbände:

EVU in Österreich


In Österreich gibt es zwei nationale Erzeuger-Gesellschaften sowie eine Reihe von regionalen Gesellschaften, die oft aber nur als Verteiler bzw. Stromhändler tätig sind. Sie sind meist Gesellschaften mit Anteilen der einzelnen Bundesländern, einige (z. B. EVN, Wienstrom) haben auch eigene Elektrizitätswerke, um Spitzenbedarfe abzudecken.

Die wichtigsten Stromerzeuger sind:

  • VERBUND-Austrian Hydro Power AG (Wasserkrafttochter des VERBUND, darin integriert u. a. Donaukraftwerke AG, Tauernkraft, etc.)
  • VERBUND-Austrian Thermal Power GmbH&CoKG
  • EVN
  • Wienstrom

Die wichtigsten Ökostrom Erzeuger sind:

Die Verteilergesellschaften sind:

Daneben existiert noch die VERBUND-Austrian Power Grid als Besitzer des Hochspannungsübertragungsnetzes.

Im Zuge der Deregulierung des Strommarktes sind neue Anbieter dazugekommen, die sowohl die Endkonsumenten als auch Betriebe beliefern. Allerdings haben sie keine Infrastruktur.

Der Windkraftwerkeausbau geschieht sehr konzentriert im Norden und Osten Österreichs in der Größenordnung von 800 MW installierter Leistung (Jänner 2006).

EVU in der Schweiz


Die grossen Energieversorgungsunternehmen in der Schweiz sind:

Weblinks


Energieversorger | Elektrische Energie | Kommunalpolitik

 

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