Der Wirkungsgrad ist allgemein das Verhältnis von Nutzen zu Aufwand, bei einer Maschine beispielsweise das Verhältnis von abgegebener zu zugeführter Leistung. Bei Wärmeerzeugern ist stets zwischen Wirkungsgrad und Nutzungsgrad zu unterscheiden. Der Nutzungsgrad ist kein Verhältnis von Leistungen, sondern das Verhältnis von Wärmemengen:
Der Wirkungsgrad wird mit η (Eta) bezeichnet und hat einen Wert zwischen 0 und kleiner 1 oder in Prozent ausgedrückt, zwischen 0 und weniger als 100.
Die ungenutzte Energie wird umgangssprachlich auch als Energieverlust bezeichnet.
Ein Wirkungsgrad größer als 1 entspräche einem Perpetuum Mobile erster Art, was gegen den Energieerhaltungssatz verstoßen würde.
Bei Wärmekraftmaschinen ist als Carnot-Prozess der ideale Wirkungsgrad der Quotient aus der Differenz zwischen höchster Temperatur und niedrigster Temperatur und der höchsten Temperatur im gesamten Prozess. Die Temperaturangaben sind dabei in Kelvin zu machen.
Beispiel:
mit als dem thermischen Wirkungsgrad, der gewonnenen technischen Leistung und dem zugeführten Wärmestrom.
Der thermische Wirkungsgrad wird als Bewertungsmaß für die Effektivität des Prozesses benutzt, daher wird er auch Prozesswirkungsgrad genannt.
Den sich daraus ergebenen Wirkungsgrad nennt man Anlagenwirkungsgrad, um ihn von dem eigentlichen, niedrigeren thermischen Wirkungsgrad (Prozesswirkungsgrad) zu unterscheiden. Anlagenwirkungsgrade sind mit Wärmetauschern relativ einfach zu verbessern, während die Verbesserung des thermischen Wirkungsgrades häufig nur mit erheblichen Mühen und Forschungsaufwand verbunden ist.
Er bestimmt sich aus der Differenz von 100 % und dem Abgasverlust, der die im Abgas verbleibende Wärmemenge, bezogen auf die Temperatur der die Feuerstelle umgebenden Luft angibt. Eine Abkühlung unter die Temperatur der Umgebungsluft wird dabei als nicht möglich angesetzt.
Der Abgasverlust ist von der Zusammensetzung des Abgases abhängig, vor allem dem Luftanteil, da in der Verbrennungswärme die Erwärmung der Verbrennungsluft auf die Flammtemperatur enthalten ist.
Als 100%-Wert wird traditionell der Heizwert (auch "unterer Heizwert" genannt) angesetzt, der definitionsgemäß die evtl. anfallende Kondensationswärme des Abgases nicht berücksichtigt. Aufgrund der in den letzten Jahren zugenommenen Verbreitung der Brennwerttechnik ist diese Betrachtungsweise jedoch nicht mehr zeitgemäß.
Moderne Anlagen steigern den Wirkungsgrad durch Absenken der Abgas-Temperaturen und durch Rückgewinnung der Kondensationswärme von Wasserdampf und Kohlenwasserstoffen. Sie nutzen den Brennwert eines Brennstoffes, während in alten Anlagen nur der Heizwert genutzt werden konnte. Es werden hohe Anforderungen an die Kamin-Anlage gestellt. Die Abgase müssen teilweise aktiv (z. B. Ventilator) abtransportiert werden, da sie nicht mehr warm genug sind, um selbst aufzusteigen. Der Schornstein ist korrosiven Angriffen durch Wasser ausgesetzt. Es bildet sich Teer, der aufgefangen und in die Verbrennung zurückgeführt werden muss.
thermische Energie = Anergie + Exergie
und der Wirkungsgrad der realen Wärmekraftmaschine ist immer kleiner oder gleich dem der idealen Wärmekraftmaschine:
wobei die Wärmebäder, an denen die Wärmekraftmaschine angeschlossen ist, die Temperaturen und aufweisen. Der isentrope Wirkungsgrad benutzt diesen Vergleichsprozess um ihn mit dem realen Prozess zu vergleichen.
Ein Beispiel sind Brennwertkessel, bei denen teilweise heizwertbezogene Wirkungsgrade von über 100 % angegeben werden. Dabei wird unter "aufgewendete Energie" der Heizwert des Brennstoffes angesetzt. Der Heizwert berechnet sich jedoch aus der insgesamt frei werdenden Wärme abzüglich der Verdampfungswärme für das bei der Verbrennung entstehende Wasser. Der Heizwert beinhaltet also nur einen Teil der gesamten Brennstoffenergie. Im Unterschied zum "konventionellen" Heizkessel wird beim Brennwertkessel das Abgas soweit abgekühlt, dass das bei der Verbrennung verdampfte Wasser kondensiert. Die dabei frei werdende Kondensationswärme kommt der Nutzenergie zugute. Wird der Wirkungsgrad nicht auf Basis des Heizwertes sondern auf Basis des Brennwertes des Brennstoffes berechnet, wird im Idealfall ein Wirkungsgrad von maximal 100 % erreicht.
Ähnliches gilt für Wärmepumpen. Auch bei ihnen können Wirkungsgrade von über 100 % angegeben werden (handelsübliche Systeme liegen bei 200 bis 600%). Um diese irreführende Angabe zu vermeiden wird jedoch statt des Wirkungsgrades die Leistungszahl (ε) als Maß für die Effizienz verwendet. Ursache für die eigentlich unmöglich hohen Wirkungsgrade ist auch hier die Vorgehensweise bei der Berechnung. Die Wärmepumpe fördert die Wärmeenergie aus der Umwelt und bringt sie auf das gewünschte Temperaturniveau. Dieser Teil der Energie wird jedoch in der Berechnung nicht unter Aufwand einbezogen. Die insgesamt bereitgestellte Wärmeleistung ist daher größer als die elektrisch aufgenommene Leistung.
Bei Klimaanlagen mit Heizfunktion (hier befindet sich im System ein Zweiwege-Ventil, das den Kreislauf Kalt-Warm umkehrt) werden zurecht Wirkungsgrade von weit über 100 % angegeben. Die herstellerunabhängige Institution "Eurovent" (http://www.eurovent-certification.com) wacht über die technischen Angaben der Hersteller (COP- und EER-Werte). Bei Klimaanlagen, die nichts anderes als Luft-Luft-Wärmepumpen sind, geht sämtliche aufgewendete Energie in den Wirkungsgrad ein, also auch der Stromverbrauch der Außen- und Innenventilatoren. Single-Split-System erreichen EER- und COP-Werte über 4 (=400%). (EER= Verhältnis Kühlleistung zu elektrischer Leistung, COP= Verhältnis Heizleistung zu elektrischer Leistung) Die insgesamt bereitgestellte Wärmeleistung ist deutlich größer als die elektrisch aufgenommene Leistung.
| Maschine, Prozess | Aufgewandte Energie | Nutzenergie | Wirkungsgrad / % |
| Bereitstellung von Nutzenergie | |||
| GuD-Kraftwerk (Erdgas) | chemisch | elektrisch | 55-60 |
| Leichtwasserreaktor | nuklear | elektrisch | 33 |
| MHD-Generator | thermisch | elektrisch | < 30 |
| Solarzelle | Strahlung (Sonnenlicht) | elektrisch | 5-37 |
| Thermionische Stromumwandlung | thermisch | elektrisch | < 30 |
| Wärmekraftwerk (Kohle) | chemisch | elektrisch | 25-45 |
| Wärmekraftwerk oder Motor mit Kraft-Wärme-Kopplung (5) | chemisch | elektrisch, thermisch | ~ 85 |
| Wasserkraftwerk | mechanisch | elektrisch | 80-90 |
| Windenergieanlage | mechanisch | elektrisch | ~ 70 |
| Maschinen und Geräte | |||
| Brennstoffzelle | chemisch | elektrisch | 20-70 |
| Dampfmaschine | chemisch | mechanisch | 3-10 |
| Dieselmotor (11) | chemisch | mechanisch | 15-45 |
| Elektromotor | elektrisch | mechanisch | 20-99,5 |
| Fahrraddynamo (7) | mechanisch | elektrisch | 20-60 |
| Generator (6) | mechanisch | elektrisch | 95-99,5 |
| Glühlampe | elektrisch | Strahlung (Licht) | 5-15 |
| Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (9) | elektrisch | elektrisch | 95 |
| Lautsprecher (8) | elektrisch | akustisch | 0,2-2 |
| Ottomotor (10) | chemisch | mechanisch | 10-35 |
| Schaltnetzteil (für elektrische oder elektronische Geräte) | elektrisch | elektrisch | 50-85 |
| Sendeanlage | elektrisch | Strahlung (Radiowellen) | 30-80 |
| Thermoelement (12) | thermisch | elektrisch | 3-8 |
| Transformator | elektrisch | elektrisch | 50-99,8 |
| Turbinentriebwerk (zivile Luftfahrt) | chemisch | mechanisch | 40 |
| Wechselrichter | elektrisch | elektrisch | 93-96 |
| Wärmeproduktion | |||
| Gaskocher | chemisch | thermisch | 80-90 |
| Gaskocher (Kochstelle) (?) | chemisch | thermisch | 20-75 |
| Kohleofen (Haushalt) | chemisch | thermisch | 30-50 |
| Kohleofen (Industrie) | chemisch | thermisch | 80-90 |
| Lagerfeuer (3) | chemisch | thermisch | 80-90 (?) |
| Lagerfeuer (Kochstelle) (3) | chemisch | thermisch | < 15 |
| Offener Kamin | chemisch | thermisch | 10-30 |
| Sonnenkollektor | Strahlung (Sonnenlicht) | thermisch | < 85 |
| Natürliche Prozesse | |||
| Photosynthese-Reaktion | Strahlung (Sonnenlicht) | chemisch | 35 |
| Glühwürmchen (Leuchtreaktion) | chemisch | Strahlung (Licht) | < 95 |
| Umfangreichere Prozesse | |||
| Kohle-Abbau (Abbau von Kohle und anschließende Verbrennung) (2) | chemisch | thermisch | 80 |
| Photosynthese (Erzeugung von Biomasse und anschließende Verbrennung) (1) | Strahlung (Sonnenlicht) | thermisch | 0,1-2,5 |
Beispiele für den Wirkungsgrad von Lichtquellen siehe: Lichtausbeute.
In den Lautsprecherdaten wird nie der sehr niedrige Wirkungsgrad in Prozent angegeben, sondern der Kennschalldruckpegel in dB/W/m, der unrichtig mit "Wirkungsgrad" bezeichnet wird. Der Wirkungsgrad liegt zwischen 0,002 und 0,02 - also nur zwischen 0,2 und 2 Prozent. Er kann in den Kennschalldruck umgerechnet werden:
- | Wirkungsgrad | in Prozent | Kennschalldruckpegel | - | 0,05 | 5 % | 99 dB | - | 0,02 | 2 % | 95 dB | - | 0,01 | 1 % | 92 dB | - | 0,005 | 0,5 % | 89 dB | - | 0,002 | 0,2 % | 85 dB |
|---|
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