2005-02-01-EKM265-Energiekostenmessgeraet.jpg zur Messung des Stromverbrauches. Solche oder ähnliche Geräte können häufig kostenlos bei den Stromversorgern oder Verbraucherzentralen ausgeliehen werden.]]
Energieeinsparung bezeichnet alle Maßnahmen zur Verringerung des Einsatzes einer bestimmten Primär- bzw. Sekundärenergiemenge.
Speziell der letzte Punkt führt unter den Bedingungen der Marktwirtschaft zu erhöhten Energiepreisen, da sie sich nachfrageabhängig gestalten. Hohe energiebedingte Betriebskosten sind letztendlich das Hauptargument für viele Energiesparmaßnahmen.
Methodisch bieten sich folgende Ansätze zur Einsparung einer bestimmten Energieform an:
Erste politische Forderungen zur Vermeidung der Umweltbeeinflussungen hatten zu technischen Verbesserungen geführt(Katalysator, Rauchgasentschwefelung, Umweltschutzauflagen), jedoch nicht zu einer Energieeinsparung. Umweltzertifikate verteuern die umweltproblematischen Energieformen so sehr, dass ihre Verbraucher auf wirtschaftlichem Weg zu Energiesparmaßnahmen oder der Nutzung von Alternativenergien gedrängt werden.
Da Energie Geld kostet, sollte man davon ausgehen, das die Mechanismen des Marktes Effizienzpotenziale lokalisieren und ausschöpfen. Dass dies nicht stattfindet ist auf mehrere Ursachen zurückzuführen:
Das offizielle Energiesparen begann ernsthaft mit der Ölkrise von 1973. Seitdem wurden im Gebäudebau Maßnahmen zur Wärmedämmung in vielen Staaten obligatorisch. Beispiele sind die Wärmedämmung von Wänden, Böden und Dächern sowie der Wärmeschutz von Türen und Fenstern durch Wärmeschutzverglasung. Effiziente Heizungen sowie Thermostatventile reduzieren den Energiebedarf. Die richtige Lüftung ist ein zentraler Bestandteil des Wärmehaushalts, aber auch wichtig für die Innenluftqualität. Viele Maßnahmen fordern individuellen Einsatz, z. B. Dichtstreifen und Vorhänge. Eine optimal energiesparende und hygienisch einwandfreie Lüftung gelingt mit Wärmerückgewinnung.
Bei der Modernisierung von Gebäuden können durch Wärmeschutzmaßnahmen, Nutzung von Sonnenenergie und effizientere Heizungstechnik bis zu 90% der ursprünglich benötigten Heizenergie eingespart werden (Modernisierung mit Faktor 10 unter Verwendung von Passivhaus-Komponenten). Bei der Sanierung von Fassadenflächen von Altbauten lassen sich durch individuell bestimmbare Dämmschichten hohe Energieeinsparungen erzielen.
Eine Wärmepumpenheizung kann einen Großteil der Primärenergie durch direkt aus der Umwelt entnommene Wärme ersetzen.
Bei Beleuchtung mit Leuchtstofflampen (Energiesparlampen) kann durch Einsatz von elektronischen Vorschaltgeräten (EVG) in Verbindung mit Bewegungs- und Lichtsensoren bis zu 70% gegenüber konventionellen Vorschaltgeräten (KVG) eingespart werden.
Siehe auch: Vorschaltgerät, Energiestandard (Gebäude), Niedrigenergiehaus, Passivhaus
An zweiter Stelle steht die Warmwasserbereitung. Einsparpotentiale ergeben sich durch die Verringerung des Warmwasserverbrauchs und eine effizientere Bereitstellung. Beispiele: wassersparendende Duschköpfe, Temperatur von Warmwasserspeichern verringern, Einsatz moderner Warmwasseraufbereitungen, thermischer Solaranlagen, Wärmepumpe. In den Niederlanden kommen Wärmerückgewinnungssysteme für das Brauchwasser in Gebrauch. Ein weiterer großer Verbraucher stellt in diesem Zusammenhang der elektrische Durchlauferhitzer dar, der insbesondere in Mietwohnungen häufig zur Warmwasserbereitung verwendet wird. Diese Geräte haben eine typische Leistungsaufnahme von 20 kW, so dass tägliches 10-minütiges Duschen bereits zu einem jährlichen Stromverbrauch von ca. 1.200 kWh oder Kosten von ca. 200 Euro führt. Eine seltenere oder kürzere Verwendung dieser Form der Warmwasserbereitung ist eine effektive Maßnahme der Energieeinsparung.
An nächster Stelle folgt, so vorhanden, der Verbrauch elektrischer Wäschetrockner. Beim Gebrauch dieser Geräte kommt es auf ein möglichst hochtouriges Schleudern an. Das Trocknen der Wäsche im Freien an der Leine erfordert gar keinen zusätzlichen Energieaufwand.
Viel Strom wird auch in der Küche und durch Computer verbraucht. In der Küche wird bei Erwärmung der Speisen durch einen konventionellen Herd sehr viel Wärme an die ungebende Luft abgegeben, der Kühlschrank ist eine weitere Wärmequelle, wobei hier schon eine bessere Standortwahl und gute Belüftung der Rückwand eine Energieeinsparung bringen kann. Gute Neugeräte sparen gegenüber dem Durchschnitt 50 bis 75% Strom ein.
Moderne Computersysteme sind oftmals für die Benutzung als reines Schreibgerät völlig überdimensioniert, so dass ein Großteil der Energie dafür genutzt wird, Bauteile zu versorgen, die der Benutzer selten oder nie benutzt.
Eine weitere Energiesparmöglichkeit im Haushalt ist die Bevorzugung von Leuchtdioden und Leuchtstoffröhren gegenüber ineffizienten Glühlampen. Durch das vollständige Deaktivieren von Geräten mit Standby-Funktion hingegen spart ein Durchschnittshaushalt maximal 3% des elektrischen Stroms ein. Konventionelle Steckernetzteile sollten durch elektronische ersetzt werden.
siehe auch: Energieeffizienzklasse
Für Verpackungsmaterial, das nicht produziert werden muss, braucht auch keine Energie aufgewendet werden. Durch Wiederverwertung (Recycling), insbesondere von Verpackungsmaterialien, kann ein Teil der zur Herstellung notwendigen Energie eingespart werden. Die problembehaftete und aufwändige Sortierung von Abfall wird teilweise von den Konsumenten durchgeführt. Die Endsortierung erfolgt meist durch Entsorgungsbetriebe. Das mit dem Recycling in Deutschland beauftragte DSD (Duales System Deutschland) ist in die Kritik geraten, weil es mittlerweile (2004) Sortiermaschinen gibt, die besser, schneller und vor allem ökonomisch vorteilhafter arbeiten, als die weitgehende manuelle Mülltrennung und Sortierung.
Beispiele:
Energieeinsparung bei Verkehrsmitteln aus Umweltschutzgründen ist nur selten zu beobachten. Die negativen umwelttechnischen und gesundheitlichen Randerscheinungen des Energieverbrauchs werden mit zumeist technischen Mitteln und nur auf politischen Druck hin bekämpft (bleifreies Benzin, Katalysator, Partikelfilter).
Auch beim Verkehr sind jedoch erhebliche Effizienzsteigerungen durch verbesserte Fahrzeug- und Antriebstechnik möglich. Prototypen zeigen, dass das 1 bis 1,5-Liter-Auto technisch und ökonomisch möglich ist.
Hauptmotivation für Energieeinsparung im Verkehr sind die Transportkosten. Nur wenn diese auch die Umweltbelastungen durch den Energieverbrauch mit abbilden, sind kostenmindernde Energieeinsparungen auch umweltschonende Energieeinsparungen. Um das zu erreichen, können die fiskalischen Rahmenbedingungen durch die Politik so gestaltet werden, dass für die Umweltbelastung ein Verursacherprinzip spürbar wird. Der einzelne Energieverbraucher bezahlt die Gemeinschaft für die in die Gemeinschaft eingetragene Entropie (Abwärme, Abfallstoffe).
Speziell bei preisgünstigen Export- und Importwaren ist der Energieaufwand pro transportiertem Kilogramm und Kilometer ein erheblicher Kostenfaktor, so genannte Graue Energie. Luftfracht ist daher teurer, als Schiffsfracht. Effizenzsteigerungen ermöglichen günstigere Transportpreise. Ein Flugzeug mit geringerem Kraftstoffbedarf kann beispielsweise bei gleichem Energieaufwand mehr Nutzlast über die gleiche Strecke, oder die gleiche Last über eine längere Strecke befördern. Bei ihm ist das Verhältnis Kraftstoffmasse/Nutzlast sehr hoch. Auch bei Schiffen und Landverkehrsmitteln schlagen sich geringere Kraftstoffkosten ebenfalls in den Transportkosten nieder, obwohl sie nicht ein derart hohes Massenverhältnis von Kraftstoffmasse zu Nutzlast besitzen.
Lokal hergestellte Produkte, die keine weiten Transportwege benötigen verbrauchen auch weniger Transportenergie. Insbesondere für den Lufttransport gilt folgende Faustformel: Pro 5000km wird das Eigengewicht des Produktes in Kraftstoff verbraucht. Für leichte, aber großvolumige Objekte ist das Verhältnis weitaus ungünstiger.
Die Reaktionen auf die steigenden Kraftstoff- und Energiepreise zeigen zwei grundsätzliche Strategien der Anbieter von Verkehrmitteln aller Art:
siehe Alternative Antriebe
Der Nutzer von Verkehrsmitteln kann zusätzlich mit Vermeidung zu Effiziensteigerung und Alternativenergien reagieren:
Einen großen Einfluss auf Energieverbrauch im Verkehr hat die Siedlungsstruktur und das daraus resultierende Verkehrsverhalten. In hoch verdichteten Räumen sind Wege häufig kürzer als in zersiedelten großflächigen Gebieten, so dass viele Wege zu Fuß, mit Fahrrad oder ÖPNV günstiger und schneller zu erledigen sind als mit dem energetisch ineffizienteren Kraftfahrzeug (Stadt der kurzen Wege). Energiesparende Massenverkehrsmittel können hier gut ausgelastet werden und dadurch einen hohen Kostendeckungsgrad erreichen. Erst verdichtete Stadtstrukturen ermöglichen die Finanzierung hochattraktiver ÖPNV-Angebote.
Durch Förderung von Stadtteil- und Dorfzentren also Aufwertung des lokalen Einzelhandels, von kleineren Kultureinrichtungen, örtlichen Grün- und Erholungsflächen sowie Freizeiteinrichtungen können Fahrzeugkilometer verringert und gleichzeitig die Mobilität der Bevölkerung erhöht werden. Wird Verkehr entschleunigt, Parken beschränkt und dafür dem Rad fahren und zu Fuß gehen mehr Raum gegeben, entstehen lebensfreundlichere, verkehrsärmere, flächensparendere und damit wirtschaftlichere Stadtstrukturen.
Der Bau von Schnellstraßen und –bahnen, das Ausweisen und Fördern von gering verdichteten Einfamilienhaussiedlungen, das Errichten vermeintlich billiger Einkaufszentren in der Peripherie der Städte sowie eine autofreundliche Politik der guten Erreichbarkeit und kostenlosen Parkplätze zerstört energiearme Stadtstrukturen und begünstigt Zersiedelung (autogerechte Stadt). Wenig verdichtete Siedlungen können nur ungenügend mit ÖPNV versorgt werden, da dessen Auslastung gering ist. Ergebnis einer solchen Politik sind kosten- und energieaufwändige Stadtstrukturen (Infrastrukturkosten je Einwohner). Einwohner solcher Regionen müssen für gleiche oder weniger Mobilität weiter fahren und sind auf eigene Kraftfahrzeuge angewiesen. Sie geraten dadurch in eine große Abhängigkeit von Energieträgern wie Öl und Gas und müssen mehr Geld für ihre täglichen Wege aufbringen. Menschen ohne Auto oder Fahrerlaubnis müssen erhebliche Einschränkungen ihrer Mobilität erleiden.
Die Politik hat vielseitige Möglichkeiten, über Siedlungspolitik auf den Energieverbrauch des Verkehrs Einfluss zu nehmen:
In den letzten Jahren wurde die Effizienz von Verbrennungsmotoren deutlich verbessert. Jedoch ist auch zu beobachten, dass das Gewicht der Fahrzeuge zugunsten von Komfort und Sicherheit weiter ansteigt. Lediglich Fahrzeuge, die als besonders kraftstoffsparend, oder besonders sportlich vermarktet werden, haben ein tatsächliches Gewicht, das den Leichtbau bei Kraftfahrzeugen erkennen lässt.
Energieeinsparung kann daher vor allem die Betriebsdauer dieser Geräte steigern. Ein populäres Beispiel für derartige Geräte stellen Mobiltelefone dar. Bei ihnen ist es in den letzten Jahren gelungen trotz erhöhtem Funktionsumfanges die Gesamtgröße zu verringern. Neben den verbesserten Akkumulatoren ist dafür vor allem die effizientere Ausnutzung der gespeicherten Energie verantwortlich. So wird beispielsweise die Sendeleistung an örtlichen Gegebenheiten angepasst und die Beleuchtung der Anzeigen wurde effizienter. Auch andere tragbare Geräte erreichen durch den Einsatz energiesparender Mikroelektronik deutlich längere Betriebszeiten (LED-Taschenlampe, mobile Computer).
Umweltschutz | Energietechnik | Energiewirtschaft
Energy conservation | Économie d'énergie | Risparmio energetico
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