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Ein Endoskop ist ein Gerät, mit dem das Innere von lebenden Organismen, aber auch technischen Hohlräumen, durch Bildgebung untersucht oder gar manipuliert werden kann.

Flexibles Endoskop.jpg

Ursprünglich für die medizinische Diagnostik entwickelt, wird es heute auch für operative Eingriffe sowie in der Industrie zur Sichtprüfung schwer zugänglicher Hohlräume eingesetzt.

Die medizinischen Endoskope haben die Untersuchung des Magen-Darmtraktes, der Lunge und auch der Gebärmutter revolutioniert. Sogar den Tränennasengang kann man endoskopisch untersuchen.

Technik in Entwicklung


Die ältesten und einfachsten noch im Gebrauch befindlichen Endoskope bestehen aus einem starren Rohr, durch welches das notwendige Licht hineingespiegelt wird und wodurch man mit dem bloßen Auge sieht. Daher spricht man volkstümlich vom "gespiegelt werden". Die längeren Geräte waren zusätzlich mit Linsen in einem Schlauch am vorderen Ende ausgestattet und ermöglichten erstmals passiv geringe Bewegungen.
Eine erste Weiterentwicklung bestand darin, ortsfern erzeugtes Licht mit Glasfaserbündeln an die Rohrspitze zu bringen. Aber der konsequenteste Entwickungsschritt bestand darin, auch die Bildinformation über flexible geordnete Glasfaserbündel, die Bildleiter, zum Auge des Untersuchers zu übertragen. Erst hiermit wurde das Endoskop wirklich flexibel. Die aktive Steuerung des Gerätes erfolgt seither über vier eingearbeitete Bowdenzüge. Dazu kommen mindestens zwei Röhren, als Kanäle bezeichnet. Der eine dient dem Absaugen und Spülen. Der andere wird als Arbeitskanal bezeichnet und erlaubt das Einbringen von:

Das erste flexible Endoskop wurde 1958 entwickelt.

Heutzutage wird, wenn unter stationären Bedingungen gearbeitet wird, das Bild nicht mehr direkt mit dem Auge, weder am starren Rohrendoskop noch am Okular des flexiblen Endoskops betrachtet, sondern an einem oder mehreren modernen Monitoren, die die Farbinformation möglichst wenig verfälschen, die Arbeit und das Lehren (Kibitzen) ohne Qualitätsverlust bei Tageslicht und zusätzlich noch die Aufzeichnung auf Videoträger oder eine Übertragung in Hörsäle ermöglichen.

Grundarten


Prämedikation in der medizinischen Endoskopie


Bei den meisten endoskopischen Untersuchungen wird zur Erleichterung für den untersuchten Patienten vorher ein Beruhigungsmittel, zum Beispiel Midazolam oder Propofol gespritzt.

Typisch medizinische endoskopische Untersuchungs- und Behandlungsmethoden


  1. Spiegelung am Magendarmtrakt
    • Speiseröhre (Ösophagoskopie)
    • Magen (Gastroskopie)
      • Anlage einer Magenfistel mittels Endoskop (Perkutane endoskopische Gastrostomie PEG)
    • Zwölffingerdarm (Duodenoskopie)
      • allein oder
      • mit Röntgendarstellung von Gallengängen und Pankreasgang (ERCP)
    • Dünndarmspiegelung (Enteroskopie)
    • Dickdarmspiegelung (Proktoskopie, Rektoskopie, Sigmoideoskopie, Koloskopie)
  2. ... des Atmungssystems
  3. ... des Mittelfells (Mediastinums)
  4. ...der Gelenke
  5. ... des Harnsystems
  6. ... anderer Organe
    • Spiegelung der Vagina (Scheide) und des in der Vagina gelegenen Muttermundes (Portio vaginalis) (Kolposkopie)
    • Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie)
    • Die Bauchhöhlenspiegelung (Laparoskopie). Diese Methode benutzt aber ebenso wie die Arthroskopie keinen natürlichen Zugang.
  7. Im weiteren Sinne zählen zur Endoskopie auch:
    • Augenhintergrundspiegelung (Ophthalmoskopie)
    • Ohrenspiegelung (Otoskopie) mit dem Ohrtrichter oder Otoskop
    • Nasenspiegelung (Rhinoskopie) mit dem Spekulum oder flexiblen Rhinoskop
    • Spiegelung des Rachenraums (Pharyngoskopie) mit dem Spiegel, Laryngoskop oder dem flexiblen Rhinoskop

Weblinks


Literatur


  • Armin Gärtner: Medizintechnik und Informationstechnologie - Bildmanagement. Band II, TÜV-Verlag, 2005, ISBN 3-8249-0941-3

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