Als Emulation (von lat. aemulari nachahmen) wird in der Computertechnik das funktionelle Nachbilden eines Systems durch ein anderes bezeichnet. Das nachbildende System erhält die gleichen Daten, führt die gleichen Programme aus und erzielt die gleichen Ergebnisse wie das originale System. Ein Emulator ist ein System, das ein anderes nachahmt. Zu unterscheiden sind Hardware- und Software-Emulatoren.
Ein Hardware-Emulator ist ein elektronisches Gerät, das einen Mikroprozessor (CPU) funktionell, elektrisch und mechanisch (Gehäuse und Pins) nachbilden kann. Die Verbindung zur Prozessorbaugruppe wird mittels Sockel und passendem Stecker erstellt. Er wird auch als In-Circuit-Emulator (ICE) bezeichnet.
Eine Virtuelle Maschine (VM) wird oft fälschlicherweise als Emulator bezeichnet. Bei einer VM wird aber die gesamte Hardware, also Prozessor, Arbeitsspeicher etc. eines anderen Systems (Hostrechner) virtuell und möglichst exakt nachgebildet. So ist eine VM vergleichsweise komplexer aufgebaut als andere Emulatoren und wird daher nicht zu selbigen gezählt.
Eine Terminalemulation erlaubt die Interaktion mit textorientierten Programmen, die auf einem entfernten Rechner laufen, über eine externe Schnittstelle, meist eine serielle Leitung oder eine Modemverbindung. Terminalemulationen wurden programmiert, um das Verhalten eines „dummen“ Terminals, also eines einfachen Datensicht- und Eingabegerätes, nachzuahmen. Terminalemulationen existieren auch für Rechner mit graphischer Oberfläche.
Emulatoren werden für verschiedene Zwecke eingesetzt:
Siehe auch: Simulator, Bochs, DOSBox, MESS, PearPC, QEMU
Folgende Software wird fälschlicherweise oft für Emulations-Software gehalten:
Emulatoren existieren für fast jedes System, so z. B. für:
Sämtliche emulierte Systeme zu nennen würde den Rahmen hier sprengen.
In letzter Zeit spielen Emulatoren auch in der Freeware-Szene eine bedeutende Rolle. So bietet etwa der GameBoy Advance durch seine relativ einfache Programmiersprache (eine vereinfachte Version von C) die Möglichkeit, Spiele und Anwendungen zu programmieren, die dann auf einem Emulator genutzt werden.
Für den Nutzer, der Emulatoren z. B. zum Ausführen von alten, kommerziellen Computer- und Videospielen einsetzt, ist problematisch, dass diese auch dann noch unter dem Schutze des Urheberrechts stehen, wenn es sie seit mehreren Jahren nicht mehr zu kaufen gibt.
Gegenüber der echten, ursprünglichen Hardware besitzen Spielkonsolen-Emulatoren einige Vorteile. Dazu zählen die exzellente Bildqualität, der digital verarbeitete und somit verlustlos aufnehmbare Ton. Weitere, die Benutzerfreundlichkeit der eigentlichen Systeme erweiternde Aspekte sind z. B. das Verbessern der Videoausgabe (z. B. Weichzeichnen und Filtern von Grafiken bei Konsolen wie Super Nintendo oder Playstation, obwohl diese Systeme niemals diese Techniken unterstützten, geschweige denn berechnen könnten) oder das Verwenden von Savestates zum schnellen Speichern und Laden von Spielständen – jederzeit während der Laufzeit des Spieles.
Entpackt verweisen verschiedene Dateiendungen auf bestimmte ROM-Formate, beispielsweise:
Ein Problem ist allerdings, dass nicht alle ROMs copyrightfrei sind und noch kommerziell genutzt werden. Das MAME-Open-Source-Projekt nimmt deswegen keine Roms auf, die jünger als 2 Jahre sind, auch um Neuentwicklungen nicht zu gefährden. Wobei das nicht ausschließt, dass alternative MAME-Versionen das hin und wieder tun – mit mehr oder weniger Erfolg. Neuere, erst wenige Monate alte ROMs zwingen in der Regel jeden PC in die Knie und werden nur mangelhaft emuliert.
Ältere wie Pacman, Mr. Do, Popeye und Polyplay (der einzige Arcade-Automat der DDR) laufen hingegen wie auf den Original-Automaten, das einzige was fehlt ist der klassische Münzeinwurf. Es gibt allerdings Nachbauten im Gehäuse eines normalen Automaten, die einen PC enthalten, auf dem MAME läuft und der explizit an die Hardware des Automaten angepasst wurde.
Die Szene der Emulationsfans ist sehr groß, wächst, unterhält viele Foren und stellt eine große Konkurrenz zum kommerziellen PC-Spiele-Sektor dar. Innerhalb dieser bildete sich auch die Translations-Szene, die sich vorwiegend mit dem Übersetzen vom japanischen Nintendo- und Sega-ROMs ins Englische beschäftigt oder etwa japanische/englische ins Deutsche, da die Spiele von den Herstellern selber für den deutschen Markt nie lokalisiert wurden.
Eine der wenigen bekannten Seiten die sich ausschließlich mit legalen ROMs beschäftigen ist PDRoms. Dort werden seit 1998 alle möglichen homebrew-Spiele und -Demos für verschiedene Systeme zusammengetragen. Aktuell beherbergt diese Seite über 2000 Dateien in über 20 Kategorien.
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