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Emma_von_Lesum.jpg Gräfin Emma von Lesum, auch Imma von Stiepel, (* um 975/980 in Sachsen; † 3. Dezember 1038 in Lesum) war eine mildtätige Gutsbesitzerin und erste namentlich nachweisbare Bremerin.

Leben


Emma, der Name bedeutet im althochdeutschen „die Erhabene“, stammt aus dem sächsischen Adelsgeschlecht der Immedinger. Sie war die Tochter des Grafen Immed aus der Diözese Utrecht und, nach dem Zeugnis Adams von Bremen, eine Schwester des Bischofs Meinwerk von Paderborn. Sie heiratete Liudger, einen Sohn des sächsischen Herzogs Hermann Billung und Bruder Herzog Bernhards I. von Sachsen, dem wahrscheinlich auch das Gut Lesum gehörte. Von Kaiser Otto III. wurde dem Paar 1001 der Königshof in Stiepel geschenkt, auf dem Emma 1008 eine Kirche zu Ehren der Maria baute, die zu einem vielbesuchten Wallfahrtsort wurde.

Nach dem frühen Tod ihres Gemahls im Jahr 1011 zog sich Emma auf das Gut Lesum zurück, unterstützte mit ihrem Vermögen großzügig den Dom zu Bremen, dessen Erzbischof Unwan auch zu ihren Verwandten gehörte, und schenkte dem Domkapitel ihr Eigengut samt Kirche in Stiepel. Sie wurde als große Wohltäterin der Kirche dargestellt, ihre Fürsorge galt aber besonders den Armen. Später wurde Emma als Heilige verehrt, ob sie aber jemals selig oder heilig gesprochen wurde, ist nicht historisch belegt. Ihr Grab soll noch im 16. Jahrhundert im Bremer Dom vorhanden gewesen sein.

In der katholischen St.-Johannis-Kirche im Bremer Schnoor-Viertel ist Emma von Lesum auf einem Glasfenster im Chor abgebildet.

Legende


Um die Stiftung einer Weide im Jahr 1032 geht es in einer der schönsten Legenden der Bremer Historie. Die Gräfin wollte, von einer Delegation der Bremer Bürgerschaft auf den Mangel an Weideflächen angesprochen, den Bürgern eine Wiese schenken von der Fläche, die ein Mann in einer Stunde umrunden konnte. Der sie begleitende Schwager und Erbe, Herzog Benno von Sachsen, war um sein Erbteil besorgt und fragte spöttisch: „Warum eine Stunde, warum nicht gleich ein Tag?“. Als die Gräfin zustimmte, bat Benno den Mann aussuchen zu dürfen und wählte listig einen Mann ohne Beine, an dem die Gesellschaft zuvor vorbeigekommen war. Der „Krüppel“ aber entwickelte ungeahnte Kräfte und umrundete an einem Tag ein Gebiet, größer als die heutige Bürgerweide.

Die Volkssage ist seit Anfang des 18. Jahrhunderts nachweisbar und in verschiedenen Formen formuliert worden, die Schenkung der Bürgerweide aber ist nicht belegt. So hat auch der „Krüppel“ zu Füßen des Bremer Rolands vermutlich eine ganz andere Bedeutung.

Namensgebung


In Bremen sind nach Gräfin Emma benannt: Der Emmasee und ein Kaffeehaus im Bürgerpark und Straßen in den Stadtteilen Lesum und Schwachhausen, wo auch ein Denkmal an ihren historischen Ausritt erinnert.

Literatur


  • Herbert Schwarzwälder: Das Große Bremen-Lexikon. Edition Temmen, 2003, ISBN 3-86108-693-X

Weblinks


  • http://www.heiligenlexikon.de/start.html?BiographienE/Emma_von_Lesum.htm
  • http://www.kirchensite.de/index.php?myELEMENT=79389
  • http://www2.bremen.de/info/history/Roland/rolandbesonderheit.html
  • http://www.buergerpark.de/historie/entstehung/emma

Frau | Geschichte Bremens | Geboren 975 | Gestorben 1038

 

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