Emile Bernard (* 28. April 1868 in Lille; † 16. April 1941 in Paris) gehört zu den schillerndsten Figuren am Beginn der modernen Malerei. Seit den gemeinsamen Tagen im Atelier Cormon mit Henri de Toulouse-Lautrec und mit Vincent van Gogh bekannt, alsbald auch mit Paul Gauguin befreundet, erregte Bernard mit seinen Arbeiten rasch Aufsehen unter Kollegen. Nach Experimenten im Sinne des Pointillismus entwickelte er mit Louis Anquetin 1887 Bildstrategien, für die Eduard Dujardin, Herausgeber und Kunstkritiker der Revue indépendante den Begriff Cloisonnismus prägte: Nicht die Entgrenzung des Gegenstands im lockeren Duktus des Impressionismus, sondern Abgrenzung und präzisierende Charakterisierung war ihr Anliegen, das sowohl Van Gogh als auch Gauguin aufhorchen liess. Die kurzen Wochen der Zusammenarbeit Gauguins und Bernards 1888 in Pont-Aven und 1889 in Paris schrieben Kunstgeschichte. Nach Van Goghs Tod schlug die ohnehin alles andere als konfliktfreie Kooperation aber um in Konfrontation. Als beim Banquet für Jean Moréas einen Toast auf Paul Gauguin als Begründer des Symbolismus in der Malerei ausbrachte, war es vorbei mit Bernards Zurückhaltung: er fühlte sich von Stund an hintergangen, verraten und missbraucht.
Mittlerweile hatte sich auch seine persönliche Situation zugespitzt. 1888 war "das Los auf ihn gefallen", seither hatte er mit seiner Einziehung zum Militär zu rechnen. Wohlwollende ärztliche Gutachten entzogen ihn zeitweilig der Dienstpflicht, 1893 half aber offenbar nur noch die Flucht nach Ägypten, seinerzeit unter britischer Kuratel. Bernard lebte dort über 10 Jahre und verehelichte sich. Mäzene wie Antoine de la Rochefoucauld und Andries Bonger, Van Goghs Schwager, ermöglichten ihm den Aufenthalt.
Nach seiner Rückkehr traf er auf Cézanne in Aix-en-Provence.
Er starb in seinem Atelier in Paris am Quai Bourbon 15 im Alter von 89 Jahren.
Bekannt wurde Émile Bernards Beschreibung der Beerdigung van Goghs im Jahre 1890: Der Sarg war bereits geschlossen. Ich kam zu spät, um nochmals den Mann zu sehen, der mich vor vier Jahren voller Hoffnung verschiedenster Art verlassen hatte . . . .
An den Wänden des Raums, in dem sein Leichnam aufgebahrt wurde, waren all seine letzten Bilder aufgehängt worden, die so gleichsam einen Glorienschein für ihn bildeten, und das Aufblitzen des Genies , das sie ausstrahlten, machte diesen Tod umso schmerzlicher für die Künstler. Der Sarg war mit einem schlichten weißen Tuch bedeckt und von Blumen in großer Zahl eingerahmt, die Sonnenblumen, die er so sehr liebte, gelbe Dahlien, gelbe Blumen überall. Dies war, wie Sie sich wohl erinnern, seine Lieblingsfarbe, das Symbol des Lichts, das er in die Herzen ebenso wie in die Kunstwerke träumte.
Ebenfalls in seiner Nähe, vor seinem Sarg, standen seine Staffelei, sein Klappstuhl und seine Pinsel..... (Vollständiger Text auf der Diskussionsseite des Artikels)
Franzose | Geboren 1868 | Gestorben 1941 | Französischer Maler
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