Emanuel Friedli (* 14. Dezember 1846 in Lützelflüh; † 5. April 1939 in Saanen) war Lehrer, Pfarrer und Schriftsteller.
Er wurde in Lützelflüh als Sohn eines armen Webers geboren. Getauft wurde er von Jeremias Gotthelf. Als zehnjähriger kam er in die Armenerziehungsanstalt Trachselwald wo er acht Jahre lang blieb. Über diese Zeit schrieb Friedli nichts. Freunden gegenüber erwähnte er jedoch, dass es eine schwere Leidenszeit gewesen sei.
Wie auch Simon Gfeller und andere gescheite Knaben aus armen Familien konnte er das Lehrer-Seminar Münchenbuchsee absolvieren und Lehrer werden. 1867 trat er seine erste Stelle im Dorf Rüegsauschachen an. 1874 holte er die Matura nach und studierte an der Universität Bern und der Universität Genf Theologie. 1880 wurde er Pfarrer. Im Jahr 1881 wählte ihn die Gemeinde Innertkirchen als Pfarrer. 1884 wechselte er nach Gottstadt bei Orpund. Dort kam es zu einer schweren familiären Krise. Seine Ehe wurde 1895 geschieden und 1896 scheiterte deshalb die Wiederwahl als Gemeindepfarrer. Er wollte bereits zur Behandlung seiner Depression in die psychiatrische Klinik Münsingen eintreten, als ihm Freunde eine Stelle beim Schweizerischen Idiotikon vermittelten. Er zieht wieder nach Lützelflüh, wo im Haus von Simon Gfeller aufgenommen wird.
Über diese Zeit schreibt er:
Friedli starb 1939 93-jährig in Saanen. Beerdigt wurde er in seiner Heimatgemeinde Lützelflüh an der Sonnseite der Kirche, neben Jeremias Gotthelf und Simon Gfeller.
Mann | Schweizer | Autor | Literatur (19. Jh.) | Literatur (20. Jh.) | Literatur (Deutsch) | Sachliteratur | Reformierter Geistlicher
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