Elsevier ist ein Verlag für wissenschaftliche Zeitschriften und Fachbücher. Er gehört zur der Reed Elsevier Group.
Durch kommerzielle Online-Publikationen wird das gedruckte Angebot des Verlags ergänzt. Dazu gehören das Online-Portal ScienceDirect, die Datenbanken MDConsult und Embase sowie die Suchmaschine Scirus, die auf wissenschaftliche Themen spezialisiert ist.
Eigenständig ist die Elsevier Akademie in Duisburg.
Elsevier ist in den letzten Jahren aufgrund seiner aggressiven Preispolitik, vor allem im Zeitschriftenbereich, in die Schlagzeilen geraten. Diese für die Bibliotheken sehr ungünstige Entwicklung (siehe Zeitschriftenkrise) wird allerdings auch von anderen großen Verlagen vorangetrieben. Das Geschäft mit wissenschaftlichen Zeitschriften gilt als sehr lukrativ, im Jahr 2005 erzielte Elsevier eine Umsatzrendite von 31% .
Wissenschaftler und Bibliothekare haben mehrfach einen Boykott von Elsevier-Zeitschriften gefordert. Einzelne Universitäten wie Stuttgart und Karlsruhe haben bereits in Boykottaktionen sämtliche Zeitschriften dieses Verlages zeitweilig abbestellt, mussten aber letztlich doch den Forderungen der Wissenschaftler nach diesen nachgeben. Dabei geht es nicht nur um das Abbestellen überteuerter Titel, sondern es werden auch (etwa in Resolutionen des Senats der University of California, Santa Cruz von Ende 2003 und des Senats der Stanford-Universität vom Februar 2004) Forscher dazu aufgerufen, keine Artikel mehr bei Elsevier-Magazinen einzureichen, sich nicht mehr zur Peer Review eingereichter Artikel zur Verfügung zu stellen und die Mitarbeit in Herausgebergremien zu beenden.
2004 kündigten erstmals renommierte US-Universitäten wie Cornell, Harvard und das MIT einen großen Teil ihrer Elsevier-Zeitschriftenabonnements sowie Online-Pakete wie ScienceDirect, mit Verweis auf die Preispolitik des Unternehmens.
Ein weiterer Punkt der Kritik an Elsevier und anderen Wissenschaftsverlagen ist seit langem, dass sie von den Autoren die vollständige Übertragung des Copyrights an den eingereichten Arbeiten verlangen. (Dies bezieht sich auf das angelsächsische Copyright; im Urheberrecht, wie es im deutschen Sprachraum gilt, können nur Nutzungsrechte übertragen werden.) Unter anderem verliert der Wissenschaftler dabei das Recht, den publizierten Artikel in digitaler Form im Internet zum Download anzubieten.
Seit dem Sommer 2004 reagiert Elsevier darauf mit der Zusicherung, dass Autoren ihre Arbeiten unter Auflagen auch in der publizierten, zitierfähigen Form auf eigenen Homepages und denen ihrer Institute verwenden dürfen. Allerdings bleibt das Einstellen bei Open Access-Archiven wie dem ArXiv oder PubMed Central weiterhin untersagt. Dennoch wird diese Änderung auch von vielen Kritikern als ein wesentliches Zugeständnis gesehen. Allerdings hat sich der Verlag mit den Pressemitteilungen nicht rechtlich gebunden; wie ein Mitarbeiter des Verlags deutlich machte, ist das auch nicht vorgesehen. Die neue Regelung kann also jederzeit wieder zurückgenommen werden.
Dongelmans, B. P. M., Boekverkopers van Europa. Het 17de-eeuwse Nederlandse uitgevershuis Elzevier (Zutphen: Walburg, 2000).
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