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Elmina (port. São Jorge da Mina) ist eine Stadt in Ghana (Central Region) mit 25.560 Einwohnern (Stand 1. Januar 2005), ca. 10 km westlich der Stadt Cape Coast. Die Stadt ist der Hauptort des Komenda/ Edina/ Eguafo/ Abirem-Distrikts. Wie viele Orte an der Küste Ghanas hat Elmina auch noch einen Akannamen: Edina.
Der Ort wurde als portugiesisches Fort und erster europäischer Militär- und Handelsstützpunkt südlich der Sahara angelegt. Das Fort São Jorge da Mina bzw. St. George´s Castle wurde direkt am Strand erbaut und zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe. Das Fort hatte wechselnde europäische Besitzer und spielte eine bedeutende Rolle sowohl in innerafrikanischen Konflikten (zwischen der Föderation der Fanti und dem Reich der Ashanti) als auch im Konflikt zwischen Großbritannien, also der späteren Kolonialmacht des heutigen Ghana und dem Ashantireich im 18. und 19. Jahrhundert. 1652 erbauten die Holländer ein weiteres Fort in Elmina, Fort St. Jago da Mina oder auch Fort Conraadsburg genannt.
Bereits 1486 erhielt der Ort das Stadtrecht. Er wurde portugiesischer Haupthandelsplatz für Gewürze, Gold, Elfenbein, Erdnüsse und Sklaven im Tausch gegen Stoffe, Glasperlen und Messing. Von hier aus organisierten die Portugiesen außerdem ihren Handel mit einer Reihe afrikanischer Reiche der Akan, Wassaw u.a.
Obwohl die Ansiedlung trotz guten Trinkwassers ein eher ungesundes Klima aufweist, galt im 16. Jahrhundert der Posten des Gouverneurs bzw. capitão-mór von Elmina als einer der ehrenvollsten in Portugal. Ab 1500 begann die christliche Missionierung der afrikanischen Einwohner der Region. Die erste Kapelle wurde 1503 errichtet. Im 16. Jahrhundert wurde der portugiesische Teil des Ort von einem Gouverneur und den entsprechenden Verwaltungsbeamten, von Händlern und Handwerkern, von Tagelöhnern und Seeleuten, zwei bis vier Geistlichen, 20 bis 60 Soldaten sowie den jeweiligen zugehörigen Familien bewohnt.
1606 und 1607 versuchten die Niederländer erstmals in drei Angriffen Elmina zu erobern, wurden aber von den Portugiesen unter Gouverneur Cristovão da Gama abgewiesen.
1615 beschädigte ein Erdbeben das Fort.
1625 versuchten die Niederländer mit einer Flotte von 15 Schiffen unter Jan Dirickszon erneut Elmina zu nehmen. Dieser mit großer Überlegenheit geführte Angriff (etwa 1.200 Niederländer) scheiterte unter großen Verlusten am durch den portugiesischen Gouverneur Francisco de Sotomaior organisierten Gegenangriff seiner afrikanischen Verbündeten.
Im August 1637 erschienen die Niederländer erneut mit neun Schiffen und ca. 800 Soldaten vor Elmina. Nach nur drei Tagen fiel das Fort am 29. August. Die Niederländer errichteten eine Garnison von etwa 150 Soldaten und verstärkten die Befestigungen durch den Bau eines zweiten Forts. Um 1700 hatte Elmina 12 000 Einwohner.
Im Lauf dieser Zeit hatte das Umland von Elmina mehrfach die Zugehörigkeit zu afrikanischen Herrschaftsgebieten gewechselt. 1701 schlug einige hundert Kilometer nördlich von Elmina die Armee des Ashantireichs die Armee der Denkyra. Die Ashanti eroberten als Beute auch ein Stück Papier mit dem Pachtvertrag der Festung Elmina, ursprünglich abgeschlossen zwischen den Holländern und den lokalen Oberhäuptern der Kommenda. Nach der Eroberung des Kommendagebietes durch die Denkyra war der Vertrag in deren Besitz übergegangen. Die Ashanti traten als Rechtsnachfolger in diesen Vertrag als Partner der Holländer ein. Erstmals hatten sie damit über Elmina direkten Zugang zum Handel mit europäischen Kaufleuten. Über Elmina konnten sie ohne Zwischenhandel Gold und Sklaven exportieren und Elmina wurde zu ihrer wichtigsten Quelle des Nachschubs an Gewehren und Munition.
Für die Niederländer war Elmina im 19. Jahrhundert zudem Rekrutierungszentrum für Kolonialsoldaten. Zwischen 1831 und 1872 sind etwa 3000 Afrikaner aus dem Landesinneren oder aus der Stadt selber über Elmina nach Batavia (dem heutigen Jakarta), der Hauptstadt Niederländisch-Ostindiens, gebracht worden, um dort für die holländischen Kolonialherren zu kämpfen. Nach Ablauf ihrer Verträge kehrte einige dieser Belanda Hitam (javanisch für "Schwarze Holländer") genannten Soldaten nach Elmina zurück. Dort wurden ihnen Parzellen hinter dem holländischen Fort (dem heutigen St. George´s Castle oder Fort São Jorge da Mina) auf einem Hügel zugewiesen, der heute noch "Java Hill" also Javahügel, genannt wird. Im St. George´s Castle erhielten die Veteranen auch ihre Pensionen ausgezahlt. Es gibt aber heute zwar keine als Nachfahren der holländischen Kolonialsoldaten identifizierbare Gruppe mehr. Die Erinnerung an diese gemeinsame ghanaisch-indonesische Geschichte wird in Elmina seit einiger Zeit jedoch von einem eigenen Java Museum //elwininternational.com/elmina_java.html aufrechterhalten .
1872 verkauften die Niederländer Elmina an Großbritannien und lösten damit einen Krieg zwischen den mächtigen Ashanti, die auf ihrer Oberhoheit über Elmina beharrten, und den Briten aus. Im Vertrag von Fomena mussten 1874 die besiegten Ashanti ihren Anspruch auf Elmina jedoch aufgeben.
Elmina wurde im selben Jahr ebenso wie andere Teile des südlichen Ghana der neu gegründeten britischen Gold Coast Colony zugeschlagen. Der europäische Handelsstützpunkt Elmina, der auf verschiedenen Pachtverträgen mit einheimischen Herrschern beruht hatte, war Teil einer britischen Kolonie geworden und blieb es bis zur Unabhängigkeit Ghanas 1958.
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