Unter einer Eliteuniversität versteht man:
Eine Elitenausbildung träfe in Deutschland eher auf die außeruniversitäre Forschung zu. Zu dieser zählen vor allem die Max-Planck-Gesellschaft (Jahresetat: 1,3 Milliarden Euro), die Leibniz-Gemeinschaft (Jahresetat: 1,05 Milliarden Euro), die Fraunhofer-Gesellschaft (Jahresetat: 1 Milliarde Euro) und die Helmholtz-Gemeinschaft (Jahresetat: 2 Milliarden Euro), welche sich stark in der Förderung einer Wissenschaftselite engagieren. Daneben existiert noch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (Jahresetat: 1,3 Milliarden Euro), welche in Sonderforschungsbereichen, Schwerpunktprogramm und Graduiertenkollegs ebenfalls zur Forschungsförderung beiträgt. Diese Gesellschaften fördern auch Universitäten und angeliederte Institute. Darüber hinaus arbeiten sie stark mit Universitäten vor Ort bei der Doktoranden- und Masterausbildung zusammen.
Die hier angegebenen Jahresetatzahlen der Gesellschaften sind dabei im Vergleich zu dem Gesamtjahresetat einer großen Universität wie der LMU München zu sehen. Diese hat ein Jahresbuget von 1 Milliarde Euro, wobei alleine ca. 50 % davon auf das Uniklinikum entfallen. Bugetangabe für LMU München bei politikerscreen.de Stand: 14.06.2005 (gelesen 12.06.2006)
Im Bereich der direkten Förderung der universitären Forschung versucht die Bundesregierung mittels einer einmaligen Exzellenzinitative mit einer Fördersumme von insgesamt 1,9 Milliarden Euro bis 2011 vom Wissenschaftsrat und der Deutschen Forschungsgemeinschaft ausgewählte Forschungen beziehungsweise Universitäten zu unterstützen. Diese Summe wird zu 75 % vom Bund und zu 25 % von den Ländern beigesteuert.
Diese Förderung erfolgt in 2 Phasen 2006 und 2007, sowie in 3 Förderlinien. Diese Förderlinien sind:
Eine Liste der potentiell geförderten Universitäten befindet sich unter Links.
Die „University of Excellence“ soll in den Gebäuden der früheren Landesnervenheilanstalt Maria Gugging, eingerichtet werden und bereits im Herbst 2006 provisorisch in Betrieb gehen.
In den USA sind die akademischen Spitzeninstitutionen über einen Zeitraum von typischerweise mehr als 100 Jahren entstanden. Diese sind bis auf wenige Ausnahmen Privat-Institutionen. Das Spektrum der Institutionen mit hoher Reputation ist fließend und in stetiger Bewegung, so dass, außer für einen traditionellen Kern, die Definition einer klar abgetrennten Gruppe von US-amerikanischen Eliteuniversitäten schwierig ist. Auch gibt es staatliche Eliteuniversitäten, die bundesstaatliche University of California, Berkeley liegt z. B. innerhalb des US-nationalen sowie internationalen Rankings sehr weit vorne und wird z. Zt. (Stand 2003/04) mit ca. 480 Millionen US-Dollar pro Jahr vom Bundesstaat Kalifornien subventioniert. Diese staatlichen Universitäten sind jedoch hinsichtlich ihrer Struktur und insbesondere der Autonomie ihren privaten Vorbildern relativ ähnlich.
Anders als in manch anderen Ländern (z. B. die meisten der Grandes Écoles in Frankreich) sind die US-amerikanischen Spitzeninstitutionen keine reinen „Kaderschmieden“, sondern erhielten ihre Reputation primär durch die jahrhundertelange Wissenschaftspflege in der ganzen Breite. Obwohl oft ihre hohen Studiengebühren (engl. tuition, typischerweise 25 000–35 000 US-Dollar im Jahr) manchmal in der Öffentlichkeit außerhalb der USA als überzogen wahrgenommen werden, zahlt nur ein geringer Teil der Ivy League-Studenten die kompletten Kosten, sondern beziehen finanzielle Unterstützung, die sich nach der individuellen Situation der Familie richtet. Dementsprechend decken die Gebühren auch nur einen relativ kleinen Teil des Gesamthaushalts ab. Die meisten Einnahmen sind Forschungsmittel aus verschiedenen Quellen, die auch forschungsbezogen ausgegeben werden. Studiengebühren und Kapitalanlagen der Institutionen dienen oft nur zur Deckung der grundlegenden Betriebskosten. Diese Einrichtungen sind typischerweise auch nicht als „luxuriös“ zu bezeichnen, jedoch höchst effizient im entsprechenden Wissenschaftsbetrieb.
Viele Faktoren begünstigten den Erfolg des US-amerikanischen Systems, das sich stark an die nationalen Gegebenheiten angepasst hat. Neben der stark ausgeprägten, philantrophischen Spendenbereitschaft in der US-Gesellschaft (als die größte Spende in der US-Hochschulgeschichte erhielt 2001 die California Institute of Technology 600 Millionen US-Dollar von Gordon Moore) gibt es einen enormen und über Generationen ungebrochenen Fluss an Fördermitteln aus den staatlichen Quellen für die Grundlagenforschung und angewandte Forschung, zum anderen einen dagegen vergleichsweise geringeren Anteil aus der Wirtschaft. Die staatliche Förderung wird dann auch über einen viel stärkeren Wettbewerbsmechanismus ausgegeben, zum Teil wird die Ausgabe auch so gestaltet, dass Wettbewerb erst recht entsteht (z. B. durch mehrfache Vergabe). Das System betont das Tenure-Track, d. h. während dieser Zeit man zwar die akademische Unabhängigkeit eines Professors, aber unterliegt einer ständigen Leistungsanforderung, um durch diese Leistung eine Aussicht auf feste Anstellung zu erhalten. Ein Hochschullehrer steht einer Wettbewerbssituation sogar innerhalb des eigenen Fachbereichs gegenüber, die beträchtlichen Studiengebühren der eigenen Doktoranden müssen erst durch Fördermitteln erwirtschaftet werden.
Auffällig ist im US-amerikanischen System auch, dass die Konkurrenz auf globaler Ebenen stattfindet, sowohl um die Lehrstühle als auch um die Studienplätze an US-amerikanischen Hochschulen, in beiden Fällen zusätzlich erleichtert durch recht moderat gehaltene Anforderungen an die Kenntnisse der Englischen Sprache. Hier spielt ein bidirektionales System zum Erhalt der Qualität eine wichtige Rolle, hierbei wirbt die Hochschule um die besten Studenten und die Studenten bemühen sich um die Aufnahme an einer guten Hochschule.
Im Gegensatz zu den Graduiertenstudien (graduate study) werden die Studenten im undergraduate study jedoch nicht nur nach ihrer akademischen Qualifikation ausgewählt. Kinder von Absolventen der jeweiligen Universität werden bevorzugt. Jedes Jahr werden z. B. an der Harvard University hunderte von Studenten aufgrund dieses so genannten Legacy Systems (dt. in etwa: „Erbsystem“) angenommen. Das Legacy System entstand in den 1920er Jahren zunächst an der Yale University und wurde rasch von anderen Universitäten übernommen. Damals ging es darum, den Anteil der jüdischen Studierenden, der nach Ansicht der Universitätsleitung zu hoch war, zu begrenzen. Ein anderer, sehr häufiger Bevorzugungsgrund ist die sportliche Leistung, das in der wettbewerbsstarke US-amerikanische interuniversitäre Sportsystem ein hohes Gewicht genießt. Diese Praxis, die nicht selten zu Lasten der akademischen Normen betrieben wird, ist jedoch weniger ausgeprägt innerhalb der Ivy League (eine Sportliga von amerikanischen Universitäten) aufgrund des Ivy League Agreement (dt. „Vereinbarung der Ivy League“).
Ob speziell in Deutschland Eliteuniversitäten wirklich von Vorteil sind, ist strittig.
Pro
Befürworter führen an, dass Deutschland durch das Fehlen von Eliten gerade im Forschungsbereich immer weiter zurückfällt. Spitzenforscher wandern an anglo-amerikanische Universitäten ab, da ihnen in Deutschland die entsprechende Unterstützung fehlt. Außerdem kommen hochqualifizierte Absolventen der Volkswirtschaft zugute. Zwar sind Eliteuniversitäten fast immer mit hohen Studiengebühren verbunden, aber diese gehen Hand in Hand mit großzügigen Stipendien für finanziell Schwächere. Diese Praxis erlaubt es beispielsweise vielen US-amerikanischen Eliteuniversitäten Bewerber allein auf der Basis ihrer Leistungen auszuwählen; Bewerber mit reichen Eltern finanzieren sozusagen ärmere Bewerber mit, indem erstere die vollen Studiengebühren zahlen und letztere hohe Stipendien erhalten.
Contra
Gegner argumentieren, dass sie lediglich dem Prestige dienen, während andere Universitäten und ihre Abschlüsse durch Einrichtung von Eliteuniversitäten abgewertet werden. Zudem lässt insbesondere ein Vergleich mit Frankreich und seinem ausgeprägt elitären Bildungssystem nicht hoffen, dass Eliteuniversitäten zu einer wesentlichen Verbesserung der Wirtschaftslage beitragen. Außerdem müsste eine Förderung sehr langfristig angelegt sein, da der gute Ruf von gern als Vorbild angeführten Universitäten wie Harvard insbesondere durch die Kontinuität ihrer Leistungen über viele Jahre hinweg aufgebaut wurde. Außerdem werden Eliteuniversitäten kritisiert, da sie wegen ihrer hohen (geplanten) Studienkosten die soziale Ungleichheit fördern. Eine gute Ausbildung wäre dann nur noch finanziell Bessergestellten möglich.
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