Elisabethkirche_Marburg_01.jpg | Marburger Elisabeth Kirche Frontansicht 2005.jpg | Elisabethkirche hauptportal.jpg Die Elisabethkirche in Marburg wurde vom Deutschen Orden zu Ehren der heiligen Elisabeth von Thüringen gebaut, und hier war auch ihr Grabmal, was die Kirche zu einem bedeutenden Wallfahrtsort des späten Mittelalters machte.
Die Kirche gilt als Meisterwerk der deutschen Frühgotik. Sie zählt zu den ersten rein gotischen Hallenkirchen im deutschen Kulturgebiet. Mit dem Kölner Dom und der Liebfrauenkirche in Trier ist sie die erste rein gotische Kirche im deutschen Sprachraum. Für den Kölner Dom galt sie als Vorbild.
Der Sandsteinbau hat einen kreuzförmigen Grundriss, wobei die Halle aus drei Schiffen besteht, die jeweils über 20 m Gewölbehöhe erreichen, und in einen dreigliedrigen Chorbau aus Elisabethchor, Hohem Chor und Landgrafenchor mündet. Dazwischen befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Hochaltar die durch einen steinernen Lettner vom Hauptschiff abgetrennte Vierung. Der vordere Bereich des Kirchenraumes war früher den Ordensrittern vorbehalten. Die Türme der Elisabethkirche sind etwa 80 m hoch. Gekrönt werden die beiden Türme von einem Stern (Nordturm) und einem Ordensritter (Südturm)
Der gotische Elisabethschrein in der Sakristei ist der wichtigste Schatz der Kirche, daneben können andere Exponate aus der Sakralkunst besichtigt werden.
Bis ins 16. Jahrhundert war die Elisabethkirche Grablege der Landgrafen von Hessen. 1539 ließ Landgraf Philipp der Großmütige die Gebeine der Heiligen Elisabeth entfernen, um die Pilger aus dem reformierten Marburg zu vertreiben. Reliquien der Elisabeth befinden sich heute im Elisabethkloster in Wien, im Stadtmuseum von Stockholm sowie in der slowakischen Stadt Košice.
Im Laufe des 16. Jahrhunderts konvertierten die einstmals katholischen Ordensbrüder fast alle zum Protestantismus, so dass in der Elisabethkirche nun der evangelische Gottesdienst gefeiert wurde. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war die Kirche kurzzeitig ein Simultaneum, d.h. es fanden räumlich getrennt sowohl katholische als auch protestantische Gottesdienste statt.
In Straßburg wurde die ehemalige evangelische Garnisonskirche (heute reformierte Kirche Saint-Paul) am Ende des 19. Jahrhunderts nach dem Vorbild der Marburger Elisabethkirche gebaut.
Seit dem Zweiten Weltkrieg liegt Paul von Hindenburg in der Elisabethkirche begraben, dessen Leichnam zu Kriegsende aus Ostpreußen evakuiert worden war.
Siehe auch: Konrad von Marburg, Wallfahrtsort, Reliquien, Staufer
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