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Elisabethkirche_Marburg_01.jpg | Marburger Elisabeth Kirche Frontansicht 2005.jpg | Elisabethkirche hauptportal.jpg Die Elisabethkirche in Marburg wurde vom Deutschen Orden zu Ehren der heiligen Elisabeth von Thüringen gebaut, und hier war auch ihr Grabmal, was die Kirche zu einem bedeutenden Wallfahrtsort des späten Mittelalters machte.

Die Kirche gilt als Meisterwerk der deutschen Frühgotik. Sie zählt zu den ersten rein gotischen Hallenkirchen im deutschen Kulturgebiet. Mit dem Kölner Dom und der Liebfrauenkirche in Trier ist sie die erste rein gotische Kirche im deutschen Sprachraum. Für den Kölner Dom galt sie als Vorbild.

Der Sandsteinbau hat einen kreuzförmigen Grundriss, wobei die Halle aus drei Schiffen besteht, die jeweils über 20 m Gewölbehöhe erreichen, und in einen dreigliedrigen Chorbau aus Elisabethchor, Hohem Chor und Landgrafenchor mündet. Dazwischen befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Hochaltar die durch einen steinernen Lettner vom Hauptschiff abgetrennte Vierung. Der vordere Bereich des Kirchenraumes war früher den Ordensrittern vorbehalten. Die Türme der Elisabethkirche sind etwa 80 m hoch. Gekrönt werden die beiden Türme von einem Stern (Nordturm) und einem Ordensritter (Südturm)

Der gotische Elisabethschrein in der Sakristei ist der wichtigste Schatz der Kirche, daneben können andere Exponate aus der Sakralkunst besichtigt werden.

Geschichte


Mit dem Bau wurde im Jahr der Heiligsprechung Elisabeths (1235) begonnen und er wurde 1283 geweiht, auch wenn die Arbeiten an den beiden Türmen sich noch bis 1340 hinzogen. Die Kirche gehörte dem Deutschen Orden; einige Gebäude des Ordens, das sogenannte Deutschhausgut, befinden sich noch heute an der Kirche. Dort sind jetzt u.a. das Mineralien-Museum und der Fachbereich Geographie der Philipps-Universität untergebracht.

Bis ins 16. Jahrhundert war die Elisabethkirche Grablege der Landgrafen von Hessen. 1539 ließ Landgraf Philipp der Großmütige die Gebeine der Heiligen Elisabeth entfernen, um die Pilger aus dem reformierten Marburg zu vertreiben. Reliquien der Elisabeth befinden sich heute im Elisabethkloster in Wien, im Stadtmuseum von Stockholm sowie in der slowakischen Stadt Košice.

Im Laufe des 16. Jahrhunderts konvertierten die einstmals katholischen Ordensbrüder fast alle zum Protestantismus, so dass in der Elisabethkirche nun der evangelische Gottesdienst gefeiert wurde. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war die Kirche kurzzeitig ein Simultaneum, d.h. es fanden räumlich getrennt sowohl katholische als auch protestantische Gottesdienste statt.

In Straßburg wurde die ehemalige evangelische Garnisonskirche (heute reformierte Kirche Saint-Paul) am Ende des 19. Jahrhunderts nach dem Vorbild der Marburger Elisabethkirche gebaut.

Seit dem Zweiten Weltkrieg liegt Paul von Hindenburg in der Elisabethkirche begraben, dessen Leichnam zu Kriegsende aus Ostpreußen evakuiert worden war.

Aktuelle Entwicklungen


Die Elisabethkirche ist seit längerem sanierungsbedürftig. Auch ihr unmittelbares Umfeld, auf dem u. a. der jährliche Weihnachtsmarkt stattfindet, ist der kunsthistorischen und touristischen Bedeutung des Baukunstwerks kaum mehr angemessen. Da die Stadt Marburg und die evangelische Landeskirche dringend finanzielle Unterstützung für die Sanierung benötigen, wurde 2004 die "Stiftung Heilige Elisabeth" gegründet.

Kurioses


Am 16. Mai 2004 wurde in der St. Martin's Gemeinde in Houston (Texas) nach zweijähriger Bauzeit ein Nachbau der Elisabethkirche eingeweiht. Die 1500 Sitzplätze umfassende Kirche wurde in Stahlbauweise errichtet, ähnelt äußerlich allerdings sehr stark dem Original. Anlass des Neubaus war der Platzmangel in der vorherigen St. Martin's Church. Anlässlich des Projektes kam es zu Kontakten und Begegnungen zwischen den Mitgliedern der Gemeinden.


Siehe auch: Konrad von Marburg, Wallfahrtsort, Reliquien, Staufer

Galerie


Bild:Elisabethkirche_fg01.jpg|Elisabethkirche - Detailansicht Bild:Elisabethkirche_fg02.jpg|Elisabethkirche - Detailansicht Bild:Elisabethkirche_fg03.jpg|Elisabethkirche - Detailansicht Bild:Elisabethkirche_fg04.jpg|Elisabethkirche - Detailansicht Bild:Elisabethkirche_fg05.jpg|Elisabethkirche - Detailansicht Bild:Elisabethkirche_fg06.jpg|Elisabethkirche, Bronzemodell vor der Kirche Bild:Marburg-Elisabeth-Kirche-Bronze-Modell.jpg|Architektur-Ensemble der Elisabethkirche

Literatur


  • Hermann Bauer: Sankt Elisabeth und die Elisabethkirche zu Marburg. Hitzeroth, Marburg 1990, ISBN 3-89616-031-1
  • Andreas Köstler: Die Ausstattung der Marburger Elisabethkirche. Zur Ästhetisierung des Kultraums im Mittelalter. Reimer, Berlin 1995, ISBN 3-496-01134-3
  • Eberhard Leppin: Die Elisabethkirche in Marburg an der Lahn. 4., überarbeitete und umgestaltete Aufl. Königstein i. Ts. 1999 (= Die Blauen Bücher). ISBN 3-7845-2913-5

Weblinks


Kirchengebäude in Hessen | Marburg | Gotisches Bauwerk

Elisabeth Church (Marburg)

 

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