article

Elisabeth Richza von Polen, tschechisch Eliška Alžběta Rejčka (1. September 1286 in Posen; † 19. Oktober 1335 in Brünn) war eine Königin von Böhmen.

Die Tochter der polnischen Herzogs und ab 1295 Königs Przemysl II. großpolnischer Herzog und Richenza, Tochter des Königs Waldemar I. von Schweden verlor noch jung beide Eltern.

Die Mutter starb als sie sechs Jahre alt war, der Vater wurde von polnischen Adeligen 1296 ermordet. Sie war die erste Königin in Böhmen, die Ehefrau zweier Herrscher wurde. Ursprünglich war sie verlobt mit Otto, Sohn des Markgrafen von Brandenburg. Hier bezog sie auch ihre Ausbildung. Nach dem frühen Tod des Verlobten wurde sie Erbin von Polen einer willkommenen Partie des böhmischen Königs Wenzel II.

1300 wurde die Prinzessin nach Böhmen gebracht wo sie von Wenzels Tante erzogen wurde. 1303 wurde die Siebzehnjährige mit dem 32-jährigen böhmischen und nun auch polnischen König vermählt. Nach der Hochzeit nahm sie den Namen Elisabeth an.

1305 gebar sie die Tochter Agnes. Den ersehnten Sohn, der die polnische Krone erben sollte, erlebte der König nicht mehr. Mit neunzehn wurde sie Witwe. Nach der Ermordung des letzten Přemysliden Wenzel III. kam es im Land zu chaotischen Zuständen und Machtkämpfen. Nach der Besatzung durch die Habsburger übergab König Albrecht I. Böhmen als Lehen an seinen Sohn Rudolf. Damit dieser von dem böhmischen Adel akzeptiert wurdr, hielt er um die Hand der Königswitwe Elisabeth Richza an. Der 25-jährige verwitwete Herzog wurde somit nicht nur König von Böhmen sondern auch von Polen. Bei den Machtkämpfen gegen Bavor von Strakonitz erkrankte er 1307 an Ruhr und starb. Er hinterließ die 21-jährige Witwe. Kurz vor dem Tod ließ er jedoch ihre Einnahmen verdoppeln, und sie wurde damit zu einer der reichsten Frauen Böhmens. Dieses Reichtum konnte sie anfangs jedoch nicht genießen. Sie wurde bei weiteren Machtkämpfen auf dem Hof teilweise gefangengehalten. Es gelang ihr jedoch mit ihrer Tochter die Flucht nach Wien. Hier verbrachte sie einige Zeit im Kloster.

Nachdem sich die Lage in Böhmen beruhigte, erlaubte ihr der König Heinrich von Kärnten die Rückkehr und Elisabeth Richza ließ sich in Königgrätz nieder. Nach dem neuerlichen Umsturz 1310 kamen mit Johann von Luxemburg, den die jüngste Tochter Wenzel II., ebenfalls Elisabeth, heiratete, die Luxemburger an die Macht in Böhmen. Noch aus früheren Zeiten bestand eine offene Feindschaft zwischen den Frauen.

Elisabeth Richza unterhielt inzwischen mit dem Führer des böhmischen Adels, Heinrich von Lipé, enge Beziehung. Dieses Verhältnis war ein Dorn im Auge der neuen Königin. 1315 wurde Heinrich inhaftiert, und das Land geriet wieder in Aufruhr. Nach drei Jahren wurde Heinrich auf Drängen des böhmischen Adels entlassen, und er übernahm das mährische Herzogtum in Brünn. Hier bauten sie einen Hof ähnlich dem königlichen auf. Elisabeth Richza initiierte den Bau des Klosters der Zisterzienserinnen in Altbrünn. Hier wurde auch Heinrich von Lipé 1329 bestattet.

Die letzten Jahre des Lebens verbrachte Elisabeth Richza mit der Verwaltung des Vermögens, übergab vielen Städten in Südböhmen Privilegien und sammelte Schriften und Ausstattung für ihr Kloster. Das größte Teil des Vermögens erhielt nach ihrem Tod das Brünner Kloster, berücksichtigte aber auch weitere Klöster und ihre Tochter Agnes, die inzwischen mit dem bayrischen Herzog Heinrich vermählt war.

Elisabeth Richza von Polen starb am 19. Oktober 1335 und wurde neben ihrem letzten Geliebten Heinrich von Lipé begraben.

Biographie


  • Z. Fiala: Předhusitské Čechy 1310-1419, Prag 1978

Siehe auch: Liste der böhmischen Herrscher

Königin (Böhmen) | Geboren 1286 | Gestorben 1335

Eliška Rejčka | Elisabeth Richeza of Poland | Élizabeth Ryksa | Ryksa Elżbieta

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Elisabeth Richza von Polen".

Home Pageartsbusinesscomputersgameshealthhospitalshomekids & teensnewsphysiciansrecreationreferenceregionalscienceshoppingsocietysportsworld