Elisabeth (Eliška) Přemyslovna (* 20. Januar 1292 in Prag; † 28. September 1330 in Prag), Tochter von Wenzel II. (Böhmen) und Guta von Habsburg, war die letzte Angehörige des Přemyslidengeschlechts.
Am 7. Februar 1311 wurden sie gekrönt und auf den böhmischen Thron trat eine neue Dynastie die Macht an. Elisabeth hatte noch das Bild der Herrschaft ihres Vaters vor Augen, dass sie selbst zu verfolgen versuchte. Harter Umgang mit der Opposition gehörte genauso dazu, wie auch die Aufgabe, die dabei ihrer Mutter Guta von Habsburg zufiel, die den Führer der opponierenden Herren von Rose (z Růže), den Kopf kostete. Allerdings hatte der Adel in der Mitte der zweiten Hälfte des 14. Jh. schon andere Mittel die Herrscher zu Kompromissen zu zwingen. Die gegensätzliche Ansicht über die Ausführung der Macht führte schließlich nicht nur zur Ehekrise sondern am Ende auch zum Bürgerkrieg im Land.
Auf den Druck Elisabeths hin, ließ ihr Mann Johann den Wortführer des inzwischen selbstbewussten böhmischen Adels Heinrich von Lipá (tschechisch Jindřich z Lipé) inhaftieren, was zum Krieg führte, der ihn fast den Thron kostete. Erst durch den Frieden von Domažlice 1318 kam das Land zur Ruhe und Johann erkannte die Stellung des Adels an. Damit war jedoch Elisabeth nicht einverstanden und stellte sich gegen ihren Mann. Dieser bestrafte sie, indem er ihren ältesten Sohn Wenzel (den späteren Kaiser Karl IV.) zur Erziehung auf den französischen Hof bringen ließ; dies entsprach aber auch ganz der luxemburgischen Tradition.
Weitere Beziehungen zwischen Elisabeth und Johann hatten unterschiedliche Charaktere. 1323 wurden Zwillinge geboren, wonach nach zwölf Jahren Ehe noch sieben Kinder gezeugt wurden. Diese kamen jedoch im bayrischen Exil zur Welt, wohin die Königin flüchten musste. Erst im Frühjahr 1325 durfte sie nach Böhmen zurückkehren und zwei Jahre später beteiligte sie sich an der letzten politischen Aktion - der Lehenehrerbietung der schlesischen Herzöge gegenüber dem böhmischen König. Aber schon da lebte sie in absoluter Einsamkeit, getrennt von Mann, der in Europa seine Aufgaben wahrnahm, und auch von den Kindern, die an verschiedensten Königs- und Herzoghäusern lebten. Zur Einsamkeit kam die sich immer mehr verschlechternde finanzielle Situation hinzu, die es ihr weder erlaubte einen Hof zu halten, noch – wie damals üblich – Klöster zu gründen. Umso mehr versuchte sie, das Andenken an die Přemysliden zu verewigen. Ihr Versuch der Heiligsprechung ihrer Urtante Anežka Přemyslovna wurde aber erst nach 660 Jahren realisiert.
Sie starb achtunddreißigjährig auf Vyšehrad und wurde im Kloster Zbraslav neben ihrem Vater bestattet.
Frau | Geboren 1292 | Gestorben 1330 | Přemysliden | Königin (Böhmen)
Eliška Přemyslovna | Elisabeth I of Bohemia | Elisabeth de Bohême | Elisabet I av Böhmen
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