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Elephantine (auch: Elefantine) ist eine Insel im Nil, gelegen unterhalb des 1. Katarakts bei . Sie erstreckt sich über 1,2 km von Nord nach Süd und ist an der breitesten Stelle über 400 m breit. Sie ist Teil der heutigen ägyptischen Stadt Assuan.

In Altägypten als Ab (Elefant), Abu oder Yebu bekannt, befand sich Elephantine auf der Grenze zwischen Ägypten und Nubien. Sie bildete einen natürlichen Schiffspassagepunkt für den Flusshandel; die Insellage machte sie zu einem wichtigen strategischen Verteidigungsplatz.

Auf dem südöstlichen Ende der Insel lag die gleichnamige Stadt; in der ägyptischen Mythologie befand sich hier der Platz Chnums (Knuphis), des Hauptgottes der Wasserfälle, der die Nilwasser kontrollierte. Die ältesten Reste des Chnum-Tempels stammen aus dem Mittleren Reich. An der südlichsten Spitze der Insel befinden sich die Ruinen eines späteren Tempels, der in der Spätperiode (30. Dynastie) wieder errichtet wurde.

Ausgrabungen durch das Deutsche Archäologische Institut haben zahlreiche Fundstücke zutage gefördert, die heute im Elephantine Museum ausgestellt sind. Artefakte aus vordynastischer Zeit wurden ebenfalls auf Elephantine gefunden. Die älteste Ruine befindet sich hier, der Tempel der Lokalgöttin Satet konnte bis an den Beginn der ersten Dynastie verfolgt werden. Eine Stufenpyramide mit Bauteilen aus Granit datiert an das Ende der 3. Dynastie, und ein kleines Heiligtum des aus der 6. Dynastie stammenden Lokalheiligen Heka-ib datiert in das Mittlere Reich. Daneben konnten Teile der Stadtmauer aus der 1. Dynastie und Teile der Wohnstadt aller Epochen freigelegt werden.

Teile eines seltenen Kalenders, des Elephantine Kalenders aus der Regierungszeit Thutmosis III., wurden gefunden. Eines der ältesten Nilometer Ägyptens befindet sich hier, das zuletzt in der Zeit der Römer rekonstruiert und noch bis Ende des 19. Jahrhunderts genutzt wurde. Die zum Fluss hinabführenden 90 Stufen sind mit arabischen, römischen, und Hieroglyphen Zahlen markiert, und Inschriften belegen, dass der Fels in der 17. Dynastie bearbeitet wurde.

Bis 1822 befanden sich dort die Tempel Thutmosis III. und Amenhotep III. in einem relativ intaktem Zustand. Sie wurden aber im selben Jahr durch die Osmanen zerstört und durch die türkischen Gouverneure geplündert.

Die Elephantine Papyri sind Sammlungen von Rechtsdokumenten und Briefen in Aramäischer Sprache. Sie belegen, dass hier eine Gemeinde jüdischer Soldaten während der Persischen Okkupation Ägyptens stationiert war. Sie unterhielten hier einen eigenen Tempel, in dem neben Jahwe auch die Göttinnen Anat und Bethel verehrt wurden. Die jüdische Gemeinde auf Elephantine korrespondierte sowohl mit der Priesterschaft in Jeruselem als auch mit den Gouverneueren von Juda und Samaria. Sie war möglicherweise eine Militärgründung um 650 v. Chr. während der Regierung Manasses, um Pharao Psammetich I. bei seinem Nubierfeldzug zu unterstützen. Die Dokumente umfassen die Periode von 495-399 v. Chr.

Außer der archäologischen Fundstätte befinden sich heute auf der Insel das Assuan-Museum, ein Luxushotel der Mövenpickgruppe sowie zwei Dörfer mit nubischen Einwohnern.

Literatur


  • Mieczyslaw D. Rodziewcz: Elephantine XXVII - Early Roman Industries on Elephantine (Archäologische Veröffentlichungen des Deutschen Archäologischen Instituts Kairo Band 107), in co-operation with Elzbieta Rawska-Rodziewicz, Verlag Philipp von Zabern Mainz 2005, 256 S. mit 22 Abb., 101 Strich-, 31 sw- u. 2 Farbtaf., ISBN 3-8053-3266-1, ISBN 978-3-8053-3268-8.

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