Die Elektronische Luftfederung ist ein elektronisch geregeltes System im Nutzfahrzeugbereich, um das Fahrzeug unabhängig vom Beladungszustand auf einem bestimmten Niveau zu halten.
Aufbau
Wegstreckensensoren
Die
Wegstreckensensoren sind zwischen dem
Fahrwerk und der
Karosserie verbaut und haben die Aufgabe, den Abstand zwischen diesen zu ermitteln. Sie bestehen in der Hauptsache aus einem
Potentiometer und einer Mechanik, die die Bewegungen der
Achse auf das Potentiometer überträgt.
Steuerblock
Der Steuerblock ist das zentrale Aggregat zum Befüllen und Entlüften der
Luftfederbälge. Dazu sind mehrere
Magnetventile in einem
Gehäuse angeordnet. Die elektronischen Befehle des Steuergeräts werden hier umgesetzt.
Steuergerät
Das Steuergerät ist die Zentrale des Luftfedersystems. Hier laufen alle Informationen ein und werden verarbeitet. Die hier hinterlegten
Parameter bestimmen die einzelnen
Funktionen des Systems.
Drucksensoren
Sie messen den
Druck in den Luftfederbälgen und melden diesen auch an andere Fahrzeugsysteme, z. B. über einen
CAN Datenbus. Sie sind nicht in jeder Anlage verbaut.
Bedienelemente
Hauptbedienelement ist ein
Schalter auf dem
Armaturenbrett, mit dem der Absenk- und Anhebevorgang eingeleitet werden kann. Ein Schlüsselschalter ermöglicht es, die Anlage komplett abzuschalten.
Wirkungsweise
Der Steuerblock wird von der Druckluftanlage des Fahrzeugs ständig mit
Druckluft versorgt. Ein entsprechend dimensionierter
Luftkessel speichert einen ausreichenden Vorrat unter einem Druck von mindestens 10
bar.
Wird das Fahrzeug beladen, sinkt es nach unten, und das Steuergerät misst an den Wegstreckensensoren eine veränderte Spannung. Diese wird mit den hinterlegten Referenzwerten verglichen. Um das ursprünglich eingestellte Normalniveau wieder zu erreichen, müssen nun die Luftfederbälge mit höherem Druck beaufschlagt werden, damit das Fahrzeug sich hebt. Das Steuergerät steuert nun die entsprechenden Magnetventile des Steuerblocks an. Diese lassen den Vorratsdruck in die Luftfederbälge strömen. Über die Wegstreckensensoren ermittelt das Steuergerät stetig das Fahrzeugniveau und regelt nach, bis die gewünschte Höhe erreicht ist.
Wird das Fahrzeug entladen, so wird das Steuergerät die Luftfederbälge solange entlüften, bis wiederum das Normalniveau erreicht wird.
Einsatzgebiete
Die
Elektronische Luftfederung wird bevorzugt in
Niederflurbussen eingebaut, da die Möglichkeit besteht, das Fahrzeug auf der Einstiegsseite abzusenken (
Kneeling), um so den Fahrgästen das Einsteigen zu erleichtern. Dazu werden die Luftfederbälge auf der Einstiegsseite solange entlüftet, bis das Fahrzeug den mechanischen Anschlag der Federung erreicht. Beim Schließen der Türen wird dann automatisch das Fahrzeug wieder auf Normalniveau gehoben. In Verbindung mit sogenannten Hochbordsteinen an den Bushaltestellen wird ein ebenerdiger Einstieg ermöglicht, was insbesondere
Rollstuhlfahrern, Müttern mit
Kinderwagen und älteren Menschen zugute kommt.
Weiterhin wird die elektronische Luftfederung in schweren LKWs und deren Anhängern eingesetzt. Im PKW-Bereich wird sie nicht sehr häufig eingesetzt. Nur Fahrzeuge der gehobenen Klassen, "SUV" und Geländewagen setzen vereinzelt luftgefederte Fahrwerke ein, die meist aufpreispflichtig sind.
Siehe hierzu auch
Fahrzeugtechnik