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Die elektrische Leitfähigkeit (Formelzeichen \sigma) ist eine physikalische Größe, die die Fähigkeit eines Stoffes angibt, elektrischen Strom zu leiten. Sie ist definiert als die Proportionalitätskonstante zwischen der Stromdichte \vec j und der elektrischen Feldstärke \vec E in der allgemeinen Form des Ohmschen Gesetzes

\vec j=\sigma \vec E.

Im allgemeinen Fall ist die elektrische Leitfähigkeit daher ein Tensor 2. Stufe, also eine quadratische Matrix. Da jedoch in vielen Fällen die Stromleitung parallel zum elektrischen Feld erfolgt, genügt in der Regel die Angabe als skalare Größe.

Die elektrische Leitfähigkeit ist mit dem spezifischen elektrischen Widerstand \rho über die Formel

\sigma=\frac {1}{\rho}

verknüpft. In Anlehnung an die Tatsache, dass der Leitwert der Kehrwert des Widerstandes ist, wird die elektrische Leitfähigkeit oft spezifischer Leitwert genannt.

Formelzeichen und Einheiten


Das Formelzeichen für die elektrische Leitfähigkeit ist der griechische Buchstabe \sigma (sigma). Weitere häufig verwendete Formelzeichen für die elektrische Leitfähigkeit sind \kappa (kappa) und \gamma (gamma).

Die abgeleitete SI-Einheit der spezifischen elektrischen Leitfähigkeit ist S/m (Siemens pro Meter). Sehr gebräuchlich sind zudem S/cm, m/Ω·mm² und S·m/mm², wobei die Zusammenhänge 1 S/cm = 100 S/m und 1 m/Ω·mm² = S·m/mm² = 106 S/m gelten. Eine weitere besonders in den USA gebräuchliche Einheit ist % IACS. Hier wird die Leitfähigkeit als Prozentwert der Leitfähigkeit reinen geglühten Kupfers ausgedrückt (sogenannter International Annealed Copper Standard). 100 % IACS entsprechen 58 MS/m.

Stoffe mit verschiedener elektrischer Leitfähigkeit


Nach der elektrischen Leitfähigkeit unterteilt man Stoffe in

Typische Werte (bei 25°C):
  • Silber: 62 · 106 S/m (höchste elektrische Leitfähigkeit aller Metalle)
  • Meerwasser: ~ 5 S/m
  • Leitungswasser: ~ 0,05 S/m
  • reines Wasser: 5 · 10-6 S/m (wird oft auch bereits als Nichtleiter bezeichnet)
Typischerweise < 10-10 S/m.
Bei Halbleitern hängt die Leitfähigkeit von Faktoren, wie Temperatur, Druck oder Belichtung ab. Die Leitfähigkeit liegt im Bereich zwischen Leitern und Isolatoren.
Unterhalb einer materialabhängigen Sprungtemperatur ist die Leitfähigkeit quasi "unendlich", der elektrische Widerstand verschwindet vollständig.

Warum ist ein Stoff elektrisch leitfähig?


Die Leitfähigkeit eines Stoffes oder Stoffgemisches hängt von der Verfügbarkeit von beweglichen Ladungsträgern ab. Dies können locker gebundene Elektronen, wie beispielsweise in Metallen, aber auch in organischen Molekülen mit delokalisierten Elektronen (die häufig durch mesomere Grenzstrukturen beschrieben werden) oder Ionen sein.

Wässrige Lösungen zeichnen sich durch eine geringe Leitfähigkeit aus. Sie steigt, wenn dem Wasser Ionen, also Salze, Säuren oder Basen hinzugefügt werden. Dementsprechend hat Meerwasser eine höhere elektrische Leitfähigkeit als Süßwasser. Reines Wasser (destilliertes oder demineralisiertes) hat eine äußerst geringe Leitfähigkeit.

In Halbleitern nutzt man gezielte Verunreinigungen, um die Leitfähigkeit zu beeinflussen (Dotierung). Durch Elektronendonatoren werden sie n-dotiert, durch Elemente, die weniger als vier Außenelektronen haben, p-dotiert. Durch die p-Dotierung entstehen Elektronenfehlstellen, auch Löcher genannt, die die Leitfähigkeit ebenso erhöhen wie überzählige Elektronen in n-dotierten Halbleitern.

Ein Modell zur Veranschaulichung und Erklärung der Leitfähigkeit eines Kristalls ist durch das Bändermodell gegeben.

Beispiele


Metalle Spezifische Leitfähigkeit (in 106 S/m)
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Silber 61,7
-
Kupfer 56,0
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Gold 47,6
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Aluminium 37,8
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Wolfram 18,2
-
Platin 10,2
-
Eisen 10,0
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Blei 4,8

Halbleiter Spezifische Leitfähigkeit (in S/m)
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Germanium 1,45
-
Silizium 2,52 · 10-4

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