article

Elbe_seitenkanal_artlenburg.JPG]] Elbe_Seitenkanal.jpg des Elbe-Seitenkanals über die B 188 bei Gifhorn]]

Der Elbe-Seitenkanal (ESK) ist ein nach achtjähriger Bauzeit am 15. Juni 1976 eröffneter, nach einem Dammbruch im Juli 1976 am 24. Juli 1977 wiedereröffneter Kanal zwischen dem Mittellandkanal bei Edesbüttel (westlich Wolfsburg) über Uelzen und Lüneburg zur Elbe bei Artlenburg.

Der Hauptzweck des Kanals besteht darin, die Elbe mit ihren schwankenden Wasserständen zu umgehen. Zu Zeiten des Kalten Krieges diente er auch dazu, von Hamburg aus (über die Elbe) innerhalb des Territoriums der Bundesrepublik (Alte Bundesländer) einen Zugang zum Mittellandkanal zu erhalten.

Verlauf


Schiffshebewerk_Scharnebeck_3.jpg Die Länge des Kanals beträgt 115,2 km. Der Höhenunterschied von 61 m vom Staubereich der Elbe oberhalb von Geesthacht bis in die Scheitelhaltung wird mit dem zweitgrößten Schiffshebewerk Europas in Scharnebeck bei Lüneburg (Hubhöhe 38 m) und einer Schachtschleuse in Uelzen (Fallhöhe 23 m) überwunden. Die Schleuse Uelzen ist eine sog. Sparschleuse, beim Absenken der Schiffe wird ein Großteil des Wassers in drei seitliche Becken abgelassen. Dieses strömt beim Schleusen aufwärts wieder zurück in die Schleusenkammern. Laut Angaben des Schleusenbetreibers wird so 60 % des Wassers "gespart", nur 40 % wechselt vom oberen in den unteren Bereich des Kanals.

Die Mündungsstrecke unterhalb des Schiffshebewerks wird durch ein Sperrtor gegen Elbehochwasser bei Wasserständen über NN + 8,0 m abgeschlossen.

Die Schleuse Uelzen wird momentan mit einer zweiten, größeren Schleusenkammer ausgebaut (Fertigstellung 2006). Über weite Strecken u.a. bei Isenbüttel verläuft der Kanal als Dammstrecke, d. h. der Kanal steht in aufgeschütteten Dämmen. In diesen Bereichen wird der Kanal mittels Trogbrücken über Straßen, Bahnstrecken und Flüsse geführt.

Orte, Flussquerungen und Veranstaltungen am Kanal


Orte

Flussquerungen

Veranstaltungen

Alljährlich findet ein Marathonlauf statt, der fast komplett (40 von 42,2 km) auf der westlichen Böschung bzw. Krone des Elbe-Seitenkanals gelaufen wird. Der Wettkampf wird im Landkreis Gifhorn zwischen Stüde (Start und Ziel) und einem Wendepunkt nahe Wittingen ausgetragen. Organisator ist der Marathonverein Stüde.

Erlaubte Schiffsabmesssungen


Der Kanal erlaubt die folgenden Schiffsabmessungen:
Fahrzeuglänge Fahrzeugbreite Abladetiefe
100 m (Schubverbände: 185 m) 11,45 m 2,80 m

Katastrophen


Obwohl etwa 80% der Kanalstrecke mit Asphaltbeton gegen Wasseraustritt gesichert ist, brach am 18. Juli 1976 in der Gemeinde Adendorf im Ortsteil Erbstorf bei Lüneburg der Elbe-Seitenkanal an einer Unterführung. Über 5 Millionen Kubikmeter Wasser überfluteten das Umland. Auf Luftaufnahmen ist noch heute das Ausflussgebiet gut zu erkennen.

Um ein Auslaufen des gesamten Kanalabschnittes zwischen der Schleuse Uelzen und dem Schiffshebewerk Scharnebeck zu verhindern, wurden neben dem im ESK eingebauten Sicherheitstor Erbstorf auch während des Kanalbaus verwendete Absperrungen mit Spundwänden u.a. in Jastorf bei Bad Bevensen eingesetzt.

Am 20. Januar 2003 stürzte ein ADAC-Rettungshubschrauber in der Nähe von Bienenbüttel in den Kanal, nachdem dieser unter einer Brücke hindurchgeflogen war. Der Hubschrauber sank und es kam ein 37-jähriger Notarzt ums Leben.

Literatur


  • Karin Brundies, Harald Utecht: Elbe-Handbuch, Bd.3, ESK und ELK (DSV-Verlag), ISBN 3-884123068

Weblinks


Kanal in Deutschland Gewässer in Deutschland Verkehr (Niedersachsen)

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Elbe-Seitenkanal".

Home Pageartsbusinesscomputersgameshealthhospitalshomekids & teensnewsphysiciansrecreationreferenceregionalscienceshoppingsocietysportsworld