| ElbeKM505.jpg | |
| Daten | |
|---|---|
| Länge: | 1.091,47 km |
| Quelle: | im Riesengebirge |
| Mündung: | bei Cuxhaven in die Nordsee |
| Quellhöhe: | 1.386 m über NN |
| Mündungshöhe: | auf Meereshöhe |
| Höhenunterschied: | 1.386 m |
| Einzugsgebiet: | 148.268 km² |
| Flussverlauf | |
| Lauf der Elbe.png | |
| Länder: | Tschechien, Deutschland |
| Weltstadt: | Hamburg |
| Großstädte: | Dresden, Magdeburg |
| Größere Mittelstädte: | Ústí n. Labem (Aussig), Pardubice, Dessau, Cuxhaven, Lutherstadt Wittenberg, Pirna |
| Einzugsgebiet | |
| Einzugsgebiet Elbe.png | |
| Große Nebenflüsse: | Moldau, Eger, Mulde, Saale, Havel |
| Einwohner im Einzugsgebiet: | 24,5 Mio. |
| Einzugsgebiet nach Ländern: | Deutschland: 97.175 km² Tschechien: 49.933 km² Österreich: 921 km² Polen: 239 km² |
Mit 1.091 Kilometern Länge ist die Elbe der vierzehntlängste Fluss in Europa und gehört zu den 200 längsten Flüssen der Erde. Der deutsche Anteil ist in 727 Fluss-Kilometer unterteilt. Weil die Elbe nicht in einen anderen Fluss, sondern ins Meer mündet und eine gewisse Größe hat, gilt sie als Strom. Sie entwässert ein Einzugsgebiet von etwa 148.000 Quadratkilometern. Mit einem mittleren Abfluss von 700 m³/s rangiert sie in Deutschland nach Rhein, Donau und Inn (vergleiche: Liste der Flüsse in Deutschland).
Zunächst durchquert der Fluss das nördliche Tschechien (Böhmen) in einem weiten Bogen, um dann durch Deutschland und dabei unter anderem durch die Städte Dresden, Magdeburg und Hamburg zu fließen und schließlich bei Cuxhaven in die Nordsee zu münden. Während der deutschen Teilung bis 1990 war die Elbe auch über eine längere Strecke Grenzfluss. Trotz zeitweilig extrem starker Belastung durch Schwermetalle und andere Schadstoffe gilt sie insbesondere im Mittellauf für einen europäischen Fluss als relativ naturbelassen, was sich vor allem auf den dort geringen Ausbauzustand bezieht.
Im Bereich der Unterelbe befindet sich mit der Doven Elbe auch ein langer Altarm, der einen früheren Flussverlauf markiert.
Etwa 500 Meter nach der Quelle stürzt der junge Fluss als Elbfall in sein erstes Kerbtal. Dieses Labský důl (deutsch: Elbgrund) zieht sich etwa 4,5 Kilometer durch den Hauptkamm des Riesengebirges. Im weiteren Verlauf im Riesengebirge wird die Elbe durch die Krausebauden-Talsperre aufgestaut.
Das Tal der Elbe teilt später den Hauptkamm des Gebirges vom südlichen und flacheren Böhmischen Kamm auf kurzer Strecke. Der Böhmische Kamm (oder auch Innere Kamm) wird von der Elbe genau wie weitere sich abflachende Kämme in südliche Richtung durchbrochen. Dabei werden auf kurzer Strecke starke Höhenunterschiede überwunden. In Hradec Králové, etwa 200 Kilometer südlich der Elbquelle, ist der Fluss dann bereits auf eine Höhe von 235 Meter über NN gefallen.
Nun beschreibt der Verlauf einen langen Bogen, anfangs in Richtung Westen, später in Richtung Nordwesten in einer von den Sudeten eingegrenzten Beckenlandschaft. Erst in Nordböhmen und Deutschland quert sie in weiteren Durchbruchstälern die Umrandung der Sudeten.
Nahezu übergangslos setzt sich diese Tallandschaft im Elbsandsteingebirge als klassischer Cañon bis nach Pirna fort. Dabei weicht der Lauf der Elbe der Pultscholle des Erzgebirges nach Osten aus. Wesentlich ist auch, dass Sandstein viel leichter erodiert als die festeren Gesteine am Rand der Scholle des Erzgebirges.
Der gesamte Durchbruch der Elbe durch das Elbsandsteingebirge ist etwa 40 Kilometer lang. Die Landschaftsräume des Elbsandsteingebirges sind dabei die Böhmische Schweiz auf tschechischer und die Sächsische Schweiz auf deutscher Seite. Von einem Durchbruchstal lässt sich auch noch beim Elbtalkessel sprechen, der aber auch schon stark glazial geformt wurde. Danach geht die Elbe in wesentlich flachere Landschaften über und durchbricht keine Gebirge mehr.
ElbeSandufer.jpg Eine Besonderheit des Elbverlaufs ist es, dass die Geländegegebenheiten den Fluss kurz hinter Magdeburg zu einem Wechsel des Urstromtals zwingen. Bis dahin bewegt er sich im Breslau-Magdeburger Urstromtal, das weiter nordwestlich noch von der Aller und der unteren Weser eingenommen wird. Die Elbe fließt nun aber plötzlich auf einer längeren Strecke in Richtung Norden und Nordnordosten weiter. Dabei gelangt sie bald in das weichsel-eiszeitliche Glogau-Baruther Urstromtal. Dieses ist entstehungsgeschichtlich jünger und daher geomorphologisch noch besonders gut erhalten, was sich zum Beispiel durch stellenweise abrupte Unterschiede des Höhenniveaus zwischen der Talsohle und den begrenzenden Geesträndern bemerkbar macht. Ab der Havelmündung spricht man auch vom Elbe-Urstromtal. Der Grund für den Wechsel der Urstromtäler liegt im vorletzten Glazial: Die Saale-Eiszeit bildete Inlandgletscher, deren Eisrandlage in einer Phase des Drenthe-Stadiums etwa bis zum heutigen Magdeburg reichte. An der Stelle des späteren Richtungswechsels bildete der Gletscher eine Art Nase, die das Magdeburg-Breslauer Urstromtal anschürfte und vorhandene Endmoränen einebnete. Dazu lagerte sich Geschiebematerial ab, welches das dortige Tal schließlich blockierte und so die Elbe in ein anderes Flussbett zwang. Von der nördlich bis kurz vor Magdeburg reichenden Eisrandlage des Warthe-Stadiums der Saale-Kaltzeit ließ sich die Elbe später dagegen nicht ablenken und durchstieß diese Endmoränenstaffel. An der Verlaufskarte (oben) lassen sich die markanten Richtungsänderungen gut ablesen.
Die Elbe kann fast insgesamt als ein „Sandfluss“ bezeichnet werden – zum einen, weil sie Sandsteingebirge durchbricht und erodiert, vor allem aber, weil der Tieflandanteil des Elbverlaufes in den Urstromtälern über pleistozänen Sandablagerungen (und holozänen Sedimenten des Flusses selbst) verläuft. Relikte der Eiszeiten sind im Mittel- und Unterlauf auch Findlinge, die wegen der Schifffahrt teilweise aus der Elbe geborgen wurden, aber auch immer noch im Grund des Flusses vorhanden sind. Von besonderer Bedeutung sind eng begrenzte Felsaufragungen im Flussbett der Elbe vor allem bei Torgau und Magdeburg (Domfelsen), die vor allem bei Niedrigwasser ein gefährliches Hindernis für die Schifffahrt darstellen.
Dagegen kommt es häufiger zur Bildung von Treibeis, das sich wegen der Fließbewegung und gegenseitigen Reibung zu markanten rundlichen Schollen formt. Bei starkem Eisgang muss der Schiffsverkehr (beispielsweise von Fähren) gelegentlich eingestellt werden. An der Staustufe in Geesthacht wird in solchen Situationen gelegentlich auch der Einsatz von Eisbrechern notwendig.
Bei den starken Winterhochwassern (siehe auch unten) der Jahre 1784, 1799 und 1845 sorgten Eisschollen (der zuvor zugefrorenen Elbe) zusätzlich für Gefahr, weil sie Deiche beschädigten und sogar den gesamten Fluss aufstauten, indem sich die Schollen an Brücken verkeilten. Solche Situationen sind auch in jüngerer Vergangenheit immer wieder an der Bunthäuser Spitze (Trennung in Norderelbe und Süderelbe) aufgetreten.
Andere Nebengewässer mit mehr als 100 Kilometer Länge sind die Elde (220 km) im unteren Mittellauf zwischen Wittenberge und Hamburg, die Oste (153 km), die in den Ästuar der Elbe mündet, die Ohre (110 km), die im Bereich der Elbe parallel zum Mittellandkanal verläuft, und die Polzen (102 km), die noch in der Tschechischen Republik mündet.
Siehe auch: Liste von Nebenflüssen der Elbe
Die drei letztgenannten Naturräume innerhalb des Norddeutschen Tieflandes werden dabei wesentlich durch die Elbe selbst bestimmt und definiert.
Das „Sächsisch-böhmische Kreidesandsteingebiet“ erstreckt sich innerhalb des deutschen Gebietes von der Staatsgrenze zu Tschechien etwa bis Pirna (südöstlich von Dresden). Landschaftsräumlich ist der Bereich als Elbsandsteingebirge bzw. der deutsche Teil des Gebirges als Sächsische Schweiz bekannt. Das „Sächsische Hügelland und Erzgebirgsvorland“ passiert die Elbe von Pirna/Dresden bis kurz vor Riesa. Von dort erstreckt sich bis kurz hinter Magdeburg (etwa Mündung des Elbe-Havel-Kanals) der lange Verlauf des „Elbe-Mulde-Tieflandes“. Danach reicht ein weiterer sehr langgezogener Abschnitt, die „Elbtalniederung“, bis vor die südöstlichen Tore Hamburgs. Alle diese Abschnitte und Naturräume gehören zur kontinentalen Biogeografischen Region.
Ab dem Sperrwerk bei Geesthacht spricht man von der Unterelbe, präziser vom Naturraum „Untere Elbeniederung“. Dieser wird zur atlantischen Biogeografischen Region gezählt. Durch den marinen Mündungstrichter (Ästuar) der Elbe in die Nordsee zieht sich dann noch eine naturräumliche Grenze, die zwischen der Unteren Elbeniederung am niedersächsischen Südufer und dem Naturraum „D21 – Schleswig-Holsteinische Marschen“ auf der nordöstlichen Seite unterscheidet.
Die genannten Naturräumlichen Haupteinheiten können in weitere Untereinheiten differenziert werden (Beispiele: „Dessauer Elbtal“, „Untere Mittelelbeniederung“ etc.) – auf diese feinere Gliederung, die je nach Bundesland nicht immer einheitlich definiert wird, soll hier nicht eingegangen werden.
Zu den natürlichen Biotoptypen eines mitteleuropäischen Tieflandflusses gehören vor allem Weichholz- und Hartholzauwälder. Während die länger überflutungstoleranten Weichholzauen aus Weiden und Pappeln noch auf größeren Abschnitten zumindest linear vorhanden sind, sind Hartholzauen (mit Eichen, Ulmen, Eschen u. a.) nur noch in Fragmenten erhalten geblieben. Oft mussten sie landwirtschaftlichen Flächen weichen oder wurden durch Deichbau vom regelmäßigen, lebensnotwendigen Überflutungsgeschehen abgeschnitten. Die größten zusammenhängenden Reste von „echtem“ Auwald – auch ganz Mitteleuropas – finden sich heute im Dessauer Elbtal, insbesondere zwischen den Mündungen von Mulde und Saale.
Die überwiegend offenen Landschaften der mittleren Elb-Auen werden von Grünlandnutzung, in überschwemmungssichereren Bereichen auch von Ackernutzung geprägt. Dazwischen sind Biotoptypen wie Niedermoore (Erlenbruchwälder, Großseggenriede, Röhrichte) und verschiedene Stillgewässerarten anzutreffen. Vor allem vor der Regulierung des Flussverlaufes durch Deiche sowie Buhnen konnten durch die Fließgewässerdynamik (Hochwässer, Verlaufsänderungen) ständig neue Randgewässer wie Flutrinnen und -mulden, Altarme und Bracks entstehen. Ein Charakteristikum der Elbe ist auch nach der Ausdeichung erhalten geblieben: Bei Hochwasser steigt der Grundwasserspiegel zeitlich verzögert an und drückt – begünstigt durch den grobporigen, sandigen Boden – unter den Deichen hindurch. Auf der anderen Seite tritt dieses Wasser als so genanntes Dränge-, Druck- oder Qualmwasser wieder an die Oberfläche. Auf diese Weise entstehen dort temporäre Gewässer, in denen viele sehr seltene Tier- und Pflanzenarten ein Refugium haben – ein gewisser Ersatz für die ursprünglichen, durch die Bedeichung verloren gegangenen Überflutungsbiotope. Das sandige Ufer der Elbe selbst mit den ständigen Wechseln aus Überstauung und Trockenheit ist ebenfalls Lebensraum einer spezialisierten Flora und Fauna. Gleiches gilt für pleistozäne Geestrücken und periglazial entstandene Flugsanddünen, die entweder als Inseln innerhalb der Talaue liegen oder diese begrenzen (vergleiche beispielsweise: Höhbeck).
In den stärker urban geprägten Abschnitten des Elbufers finden sich oft Grünlandflächen auf den Auenstandorten, so genannte „Elbwiesen“. Diese werden in der Regel extensiv als Weide oder Mähwiese bewirtschaftet und dienen zudem als Erholungs- und Veranstaltungsflächen. Dabei verblieben aber auch Reste von Auenbewaldung die teilweise unter Naturschutz stehen. Häufig spielen sie auch als Retentionsraum eine Rolle und dienen zusammen mit verlandeten Altarmen dem Hochwasserschutz. Nebenarme der Elbe wurden entweder künstlich trocken gelegt oder verlandeten von selbst und sind heute innerhalb von bebauten Gebieten als Feuchtwiese erhalten. Diese Altarme, die bei Hochwasser selbst schnell hohe Wasserstände und Fließgeschwindigkeiten aufweisen, wurden nicht überall baufrei gehalten.
Im Unterlauf übt die Nordsee bereits einen merklichen Einfluss auf die Landschaft und die Lebewelt aus. Die weitläufigen, von Entwässerungsgräben durchzogenen Grünlandkomplexe entlang der Elbe werden hier als Marsch bezeichnet.
XanthiumAlbinum2.jpg]] Die Nebengewässer in den Elbauen weisen eine große Vielfalt an Wasser-, Sumpf- und Uferpflanzen auf, darunter seltenere Arten wie die Krebsschere, die Schwanenblume und die Seekanne. Im Spätfrühling und Frühsommer sind viele Tümpel und Flutmulden von einem weißen Teppich blühenden Wasserhahnenfußes bedeckt. Feuchtwiesen sind zur gleichen Zeit rosa von Blütenaspekten der Kuckuckslichtnelke und gelb von verschiedenen Hahnenfuß-Arten. Sehr kleinräumlich können sich feuchte und trockene Biotope abwechseln, so dass man wenige Meter entfernt Pflanzen der Magerrasen und Sand-Trockenrasen findet.
An der Unterelbe mischen sich Florenelemente atlantischer und salzverträglicher Standorte in die Ufervegetation. Dazu gehört beispielsweise die Strandsimse. Eine Rarität, die weltweit betrachtet ausschließlich an wenigen Stellen der Unterelbe endemisch vorkommt, ist der Schierlings-Wasserfenchel (Oenanthe conioides). Dieser ist auf den extrem seltenen Lebensraum „tidebeeinflusstes Süßwasserwatt“ spezialisiert. Bekannt wurde dieses durch das teilweise Zuschütten des „Mühlenberger Loches“ bei Hamburg im Zuge der Ansiedlung des Flugzeugbauers EADS/Airbus.
Vögel: An der Elbe und in ihren Auen kommt ein Großteil der mitteleuropäischen Arten als Brutvogel vor. Darunter sind Seltenheiten wie der Seeadler, der Schwarzstorch und verschiedene Limikolen. Hinzu kommen Zugvögel, die das Elbtal als Rastgebiet und Wanderlinie nutzen, besonders die untere Mittelelbe und den Mündungsbereich. Beispiele sind nordische Schwäne und Gänse aus Westsibirien (Sing- und Zwergschwan, Bless- und Saatgans u. a.). Unter den Großvögeln sind die Weißstörche besonders populär, die entlang der Mittelelbe in zahlreichen Dörfern brüten. In Ausbreitung als Brutvogel ist der Kranich, der versteckt in Bruch- und Auwäldern nistet. Daneben ziehen viele nordische Kraniche über die Elbe und rasten dort.
Hyla arborea on Typha.jpg]] Bombina bombina 2 (Marek Szczepanek).jpg]] Amphibien: Mindestens zwölf der 21 deutschen Lurcharten kommen entlang der Elbe in den stehenden Auengewässern vor. Besonders hervorzuheben sind dabei die großen Bestände von Moorfrosch und Laubfrosch, die anderenorts oft nur noch selten zu finden sind. Eine herausragende Rolle spielt das Elbetal für die Rotbauchunke – sie kommt vor allem in den Qualmgewässern hinter dem Deich vor, aber auch in Flutmulden des Vordeichlandes, die nicht bei jedem Hochwasser erreicht werden. Diese in Deutschland vom Aussterben bedrohte Art ist auf die jahreszeitlichen Wechsel der Wasserstände existenziell angewiesen.
Insekten: Auf die Vielzahl der besonderen Insektenarten entlang der Elbe einzugehen, würde den Rahmen hier sprengen. Bemerkenswert ist, dass nicht nur in den Randgewässern, sondern in der Elbe selbst wieder viele Insektenlarven (Libellen, Eintagsfliegen etc.) vorkommen. Die größte Diversität herrscht aber sicherlich in den eingestreuten Trockenbiotopen. Auch die alten Eichenbäume entlang der Mittelelbe sind ein wichtiger Insekten-Lebensraum (unter anderem verschiedener Großkäfer).
EriocheirSinensis1.jpg]] Krebstiere: In den Qualmgewässern und anderen temporären Tümpeln finden sich so genannte „Urzeitkrebschen“ – Kiemenfußkrebse wie Siphonophanes grubei und Lepidurus apus. Deren Eier können lange Trockenperioden überdauern, um dann bei Überschwemmung schlagartig zu schlüpfen und eine neue Generation zu produzieren. Ein ganz anderes Phänomen ist die massenhafte Ausbreitung der Chinesischen Wollhandkrabbe. Diese gelangte zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit dem Ballastwasser von Frachtschiffen nach Norddeutschland. Dabei eroberte sich dieser Neozoon auch einen Großteil der Elbe als Lebensraum. Zwischen den 1930er- und den 1950er-Jahren kam es zu mehreren Zusammenbrüchen der Bestände infolge der Gewässerverschmutzung. Nach vierzig Jahren Abwesenheit wird diese Art seit den 1990er-Jahren nun wieder in Massen in der Elbe beobachtet. Das Stauwehr bei Geesthacht überwinden die Krebse, indem sie zu Millionen entweder die „Fischtreppe“ benutzen oder einfach über Land krabbeln.
Atlantischer Lachs.jpg Seit der deutlichen Verbesserung der Wasserqualität um 1990 erholen sich einige Fischbestände. An der mittleren Elbe werden inzwischen wieder etwa 45 Arten gezählt, an der Unterelbe sogar mehr als 90. Neben bekannten Namen wie Aal, Hecht, Karpfen und Zander gibt es unter anderem auch Döbel, Hasel, Schleie, Blei, Quappe, Flussbarsch, Barben, Aland, Gründling, Ukelei, Stint, Meerforelle, Zährte, Zope und den seltenen Nordseeschnäpel. Allerdings muss beim Verzehr auf absehbare Zeit noch mit erhöhten Schwermetall- und anderen Schadstoffbelastungen vor allem älterer und fettreicher Fische gerechnet werden. Besonders positiv im Vergleich zu Flüssen wie dem Rhein oder der Mosel ist das fast völlige Fehlen von Staustufen (Ausnahme: Geesthacht) im deutschen Abschnitt.
Auch der Atlantische Lachs ist ein Wanderfisch, der ehemals in der Elbe überaus häufig war („Arme-Leute-Essen“) und dann durch die Gewässerverschmutzung und Verbauung völlig verdrängt wurde. 1925 kam die bis dahin sehr einträgliche Lachsfischerei zum Erliegen. Nach der Überwindung der deutschen Teilung begann man in Sachsen mit Wiedereinbürgerungsversuchen von Lachsen aus Skandinavien und Irland. Erste bescheidene Erfolge sind sichtbar, aber noch nicht nachhaltig.
Die stetigen Vertiefungsmaßnahmen im Unterlauf (Ausbaggern der Fahrrinne nach Hamburg) und andere Ausbaumaßnahmen führten allerdings gerade in den letzten Jahren zeitweise wieder zu kritischem Sauerstoffmangel im Wasser, so dass viele Fische erstickten. Dazu tragen auch extrem hohe sowie extrem niedrige Wasserstandssituationen bei – im ersteren Fall werden dann beispielsweise viele Nährstoffe aus überschwemmten Ackerflächen in den Fluss eingetragen, die zu Algenblüten und anschließender Sauerstoffzehrung führen.
Nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 wurde insbesondere im Bereich des Nebenflusses Mulde eine Sanierung oder auch Einstellung der Produktion der Betriebe erreicht und der Schwermetalleintrag konnte deutlich reduziert werden.
In den Elbanliegergemeinden wurde nach der Wiedervereinigung der Bau kommunaler Kläranlagen forciert. Bis dahin floss häusliches Abwasser vielfach ungeklärt in die Elbe. Dresden, zu jener Zeit eine der einwohnerstärksten Städte Deutschlands, klärte seine bereits seit 1911 in der damals modernsten mechanischen Kläranlage in Dresden-Kaditz.
Vor 1990 konkurrierte die Elbe mit der Saale um den Titel „dreckigster Fluss Mitteleuropas“ – sarkastisch sagten Dresdner, wenn es um Asphaltierungsarbeiten ging, man könne anstelle des Asphalts auch gerne Elbwasser verwenden.
Seit Anfang der 1990er-Jahre sank der Schadstoffgehalt des Wassers durch den Wegfall vieler Industriezweige und durch Kläranlagen erheblich, teilweise um etwa 90 Prozent. In der Zwischenzeit machen weniger industrielle Schadstoffe als der Eintrag von Nährstoffen und Pestiziden aus der Landwirtschaft Probleme. Nach Gewässergüteklassen wird die Elbe immer noch auf den meisten Strecken als „kritisch belastet“ bewertet. Zu erheblichen neuen Schadstoffspitzen kam es allerdings in Folge des Sommerhochwassers 2002 (siehe unten). Dabei wurden unter anderem Altlasten aus Giftkippen der DDR-Zeit freigesetzt und in den Fluss geschwemmt. Ein Brennpunkt solcher Altlasten liegt in der Region Bitterfeld an der unteren Mulde. Bei Brassen, einer Fischart, stellte das Umweltbundesamt seither eine bis zu 18-fache Überschreitung der Grenzwerte für HCH (vergleiche: Lindan) fest. Außerdem wurden im Deichvorland mancher Regionen stromabwärts nach der Hochwasserwelle von 2002 hohe Konzentrationen des „Supergiftes“ Dioxin gemessen, die diese Flächen längerfristig kontaminieren dürften.
Der seit 1991 wirksame Internationale Warn- und Alarmplan Elbe wird seit 2004 durch das Alarmmodell Elbe (ALAMO) verbessert. Dieses rechnergestützte Modell soll das Eintreffen, die Dauer und die Konzentration von Schadstoffen für den Flussverlauf von der Tschechischen Republik bis zum Wehr Geesthacht bei Hamburg vorhersagen.
Die allgemeine Verbesserung der Wasserqualität lässt sich auch daran festmachen, dass im Rahmen eines „Internationalen Elbebadetages“ (erstmals am 14. Juli 2002; zuletzt am 17. Juli 2005) sogar wieder zum Schwimmen in der Elbe öffentlich ermuntert wird. Dies ist jedoch unter anderem wegen starker Strömungen, vor allem im Bereich der Buhnenköpfe, weiterhin nicht ungefährlich. Das starke Algenwachstum führt im Sommer außerdem zu extrem hohen pH-Werten (pH regelmäßig über 9, also stark alkalisch), welche beim Baden zu Hautreizungen führen können.
Nationalpark: Von dieser strengsten Kategorie für Großschutzgebiete existierten im Verlauf der Elbe zwischenzeitlich drei, heute noch zwei: Der Nationalpark „Sächsische Schweiz“ (93 km²) und der Nationalpark „Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer“ (4.410 km²; davon nur ein kleiner Anteil im Bereich der Elbmündung). Der 1998 in Niedersachsen ausgewiesene Nationalpark „Elbtalaue“ musste nach kurzer Zeit aus formaljuristischen Gründen und der Klage eines einzelnen Landwirtes wieder aufgelöst werden, da er im Sinne eines „Entwicklungs-Nationalparks“ aktuell nicht die strengen internationalen Kriterien eines Reservates mit in seinem Kernbereich vom Menschen unbeeinflusster Naturlandschaft erfüllte. (Nach dieser Auslegung wären im dicht besiedelten Mitteleuropa allerdings eigentlich fast gar keine Nationalpark-Ausweisungen möglich!)
Biosphärenreservat: Folgerichtig aus der formalen Nichteignung als Nationalpark, aber auch schon parallel dazu initiiert, wurden 1997 große Teile der mittleren Elbe das Biosphärenreservat anerkannt. Dabei stehen neben Naturschutz auch ein Management von Tourismus und Landwirtschaft im Mittelpunkt. Insgesamt 3.428 km² und über 400 Kilometer Flusslänge umfasst das länderübergreifende UNESCO-Biosphärenreservat „Flusslandschaft Elbe“ zwischen Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. Daneben bestehen innerhalb der Bundesländergrenzen mehrere nach Länder-Naturschutzrecht ausgewiesene Biosphärenreservate (BSR), die teilweise deckungsgleich mit dem UNESCO-Reservat sind, beispielsweise das Biosphärenreservat Mittlere Elbe um Dessau, das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe - Brandenburg und das BSR „Niedersächsische Elbtalaue“.
Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der EU: Im Rahmen des europäischen Schutzgebiet-Vernetzungskonzeptes Natura 2000 wurden von den Bundesländern und der Bundesregierung mehrere Gebiete entlang der Elbe als FFH-Gebiete zur EU-Kommission nach Brüssel gemeldet. Dabei handelt es sich um eine strenge Schutzgebietskategorie, die den Vorrang von Natur vor verschiedenen Nutzungsinteressen gewährleisten soll und dem Gedanken an einen Biotopverbund verpflichtet ist. Die FFH-Gebiete sind oft deckungsgleich mit ohnehin schon ausgewiesenen, anderen Schutzgebietskategorien.
Vogelschutzgebiet nach EU-Richtlinie: An der unteren Mittelelbe und der Unterelbe sind mehrere Areale nach dieser Schutzkategorie ausgewiesen, die parallel zur FFH-Richtlinie speziell die Vogelwelt berücksichtigt.
Im gleichen Abschnitt befinden sich auch mehrere Feuchtgebiete internationaler Bedeutung gemäß der Ramsar-Konvention.
Naturschutzgebiet: Diese strenge Schutzkategorie nach Länderrecht gilt für zahlreiche kleinere Flächen entlang der Elbe, die Bestandteil der Großschutzgebiete sein können, aber nicht müssen. Bei Ausweisung als FFH-Gebiet oder Kernzone eines Nationalparks oder Biosphärenreservats kann die bisherige NSG-Verordnung auch aufgehoben werden.
Landschaftsschutzgebiet: Diese schwache Schutzkategorie nach Länderrecht sei hier der Vollständigkeit halber erwähnt, hat aber faktisch wenig Relevanz für Naturschutz. Landschaftsschutzgebiete dienen mehr der Erhaltung von durch menschliche Einflüsse geformte Landschaften. In urbanen Räumen schützen sie die verbliebenen Restflächen der Auen vor Überbauung.
Naturpark: Ein Naturpark ist eine überwiegend touristische Gebietskategorie. Im Elbeverlauf ist der Naturpark Elbufer-Drawehn (1.160 km²) in Niedersachsen zu erwähnen.
Jener Abschnitt der Elbe, der zwischen dem Ende des Zweiten Weltkrieges und der deutschen Wiedervereinigung Grenzgebiet war (vergleiche: „Die Elbe als innerdeutsche Grenze“), ist heute auch Bestandteil des „Grünen Bandes“ – ein Projekt, das den oft in naturnahem Zustand verbliebenen, 1.400 Kilometer langen innerdeutschen Grenzstreifen als möglichst eng zusammenhängendes Biotopverbundsystem erhalten und ausweiten will.
Nach der letzten Eiszeit vor etwa 10.000 Jahren wurde der Raum zunächst von Jäger- und Sammlerkulturen (wieder)bevölkert. Wohl erst 4500 v. Chr. (Oberlauf) bis 3000 v. Chr. (Unterlauf) gingen die an der Elbe siedelnden Menschen dazu über, Landwirtschaft zu betreiben und Tiere zu domestizieren (norddanubische, bandkeramische Bauernkulturen der Jungsteinzeit). Die nährstoffreichen Lößböden um Magdeburg wurden dabei bevorzugt besiedelt, da sie am ertragreichsten waren. In der Zeit zwischen 2500 und 1700 v. Chr. war Mitteleuropa von frühen Indogermanen aus dem Kurgan- und Schnurkeramik-Kreis bewohnt. In der spätbronzezeitlichen Wanderungsperiode zwischen 1250 und 750 v. Chr. ist der obere und mittlere Elberaum von Urnenfelderkulturen geprägt, während im unteren Teil die nordische (frühgermanische) Bronzekultur vorherrschte. Genaue Bezeichnungen von Stämmen, die in der Zeit zwischen 6000 v. Chr. und etwa 1000 v. Chr. an der Elbe lebten, sind nicht mehr erhalten.
Spätere sich an der Elbe niederlassende Stämme der Germanen waren die Langobarden am unteren Lauf und die Semnonen, die beide als Unterstamm der Sueben verwandt sind. Germanenstämme an der Elbe werden grob als Elbgermanen zusammengefasst. Zwischen 12 v. Chr. und 5 n. Chr. versuchte das Römische Reich unter Drusus und Tiberius seine Grenzen bis zur Elbe (Fluvius Albis) auszudehnen. Auch, wenn dabei einzelne Provinzen eingenommen und ausgerufen wurden, konnte die Herrschaft in den Gebieten nördlich des Limes vom Römischen Reich nicht gefestigt werden. Einige Stämme wie die Langobarden in den Gebieten am Unterlauf der Elbe konnten ihre Unabhängigkeit wahren.
Meissen001.jpg in Meißen (Sachsen)]] Zu Beginn der Markomannenkriege drangen die Langobarden 166 n. Chr. ins Römische Reich ein und besetzten das Gebiet an der mittleren Donau. Etwa ab 200 drängten dann die Sachsen von Norden und Nordwesten (u. a. aus dem heutigen Niedersachsen) in die Gebiete zwischen Elbe und Weser vor. Die Stämme, die sich speziell in diesem Gebiet niederließen, sind die Ostfalen und die Nordalbingier. Weiter südöstlich schlossen sich die Thüringer (Hermunduren) an, wobei die Elbe auf weiter Strecke Grenzfluss zwischen Germanen im Westen und Slawen im Osten war. Das Gebiet der heutigen sächsischen Mittel- und Oberelbe im Freistaat Sachsen gehört erst seit 1423 durch Besitzübertrag zum „eigentlichen“, nordgermanischen Sachsen. Auch andere Völker, die im Bereich der Oberelbe lebten, siedelten in dieser Phase um. So verließen die Boier die Bereiche der Elbe und siedelten sich in Norditalien und Süddeutschland an.
Um 900 war das Gebiet der Mittel- und Oberelbe noch in der Hand von slawischen Völkern wie den Wenden, Sorben, den Mährern und Böhmern. Diese wurden später durch einwandernde Germanenstämme wie die Sachsen verdrängt. 929 wurde die Burg Meißen vom Ostfränkischen Reich angelegt, um eroberte Gebiete gegen die Sorben sichern zu können. Die Mittelelbe war auch damals wieder Grenzfluss – zusammen mit der Saale. Bis ins 11. Jahrhundert wurde die eingerichtete Markgrafschaft Meißen bis an die Neiße ausgebaut.
In der folgenden Zeit brach die bis dahin noch mögliche Abtrennung germanischer Stämme immer weiter auf. Grenzen in der Besiedlung durch unterschiedliche Völker sind an der Elbe bis heute erhalten. Auch wenn die Oberelbe im böhmischen und mährischen Teil slawisch bewohnt blieb, war sie zur Zeit des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nation eng mit den Staaten auf dem jetzigen deutschen Gebiet verbunden.
Im Mittelalter folgte die Kleinstaaterei Zentraleuropas. So floss die Elbe zur Zeit Karls IV. im Jahre 1378 durch das Königreich Böhmen, die Markgrafschaft Meißen, das Kurfürstentum Sachsen, das Fürstentum Anhalt, das Erzbistum Magdeburg, das Kurfürstentum Brandenburg, am Rand des Herzogtums Braunschweig, Mecklenburgs, durch das Herzogtum Sachsen-Lauenburg, die Grafschaft Holstein und das Erzbistum Bremen. Zur Zeit der Reformation im 16. Jahrhundert gehörte der Verlauf bis nach Wittenberg zum Kurfürstentum Sachsen. In der Phase des Absolutismus (um 1740) waren die Hauptanrainer die Kurfürstentümer Sachsen, Brandenburg und Hannover.
Nach dem Wiener Kongress 1815 gehörte der Mittellauf zum Königreich Preußen, nach dem Gebietsgewinn Hannovers durch Preußen (1866) auch der Unterlauf. Die Oberelbe um Dresden herum war Teil des Königreiches Sachsen. Vor dem Ersten Weltkrieg bestand die politische Landkarte des Elberaumes nur noch aus Böhmen als Teil der „K.u.K.-Monarchie“ Österreich-Ungarn sowie dem Deutschen Reich.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die deutsche Teilung durch die vier Besatzungszonen der alliierten Siegermächte manifestiert. Die Elbe floss nun nach der Tschechoslowakei durch die Deutsche Demokratische Republik (DDR). Zwischen Schnackenburg und Boizenburg/Lauenburg war sie Grenzfluss zur Bundesrepublik Deutschland; im Unterlauf westdeutsch.
Mit dem Wegfall des Eisernen Vorhangs um 1989/1990 und der Neugründung von Bundesländern im Ostteil Deutschlands durchfließt oder berührt die Elbe nun Tschechien und auf deutscher Seite den Freistaat Sachsen, die Länder Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und die Freie und Hansestadt Hamburg.
Ebenfalls zentrale Bedeutung besaß die Elbe schon seit Jahrhunderten als Transportweg. Ähnlich wie beim Rhein erlaubte die Elbe ein weites Vordringen der Hanse bis fast an die Mittelgebirge. Neben Hamburg war zum Beispiel Magdeburg eine wichtige Elbstadt der Hanse. Die Elbe war daher ab dem 12. Jahrhundert Bestandteil eines kontinentalen Handelssystems, das von Brügge bis nach Königsberg reichte. Bomätscher hießen die Arbeiter entlang der Elbe, die in dieser Zeit Schiffe flussaufwärts zogen (treidelten).
Queen-Mary-II-Elbe-051119-0.jpg auf der Unterelbe bei Kollmar]] In der frühen Neuzeit behielt der Flusslauf seine Bedeutung als Handelsroute trotz des Niedergangs der Hanse. Insbesondere bis zur Vollendung eines durchgängigen Eisenbahnnetzes in Zentraleuropa blieb die Elbe als Verkehrsweg konkurrenzlos. Durch die Erfindung der Dampfmaschine und die Ende des 18. Jahrhunderts aufkommenden Dampfschiffe war es wesentlich einfacher und schneller möglich, flussaufwärts zu fahren. Die Dampfkraft zum Antrieb von Schiffen wurde dabei fast 20 Jahre vor der Einführung der Dampflokomotive wirtschaftlich genutzt. Jahrzehntelang erfolgte der Frachtverkehr auf der Elbe mit der Kettenschifffahrt, die erst im II. Weltkrieg endete. Dagegen blieb auf der Elbe das Raddampferprinzip bis heute erhalten, das auch Schiffe mit sehr geringem Tiefgang zulässt.
Wichtige Transportgüter waren Tuch und Stoff aus Schlesien, die insbesondere als Textilien über Hamburg nach Amerika verschifft wurden, aber auch Holz aus den Mittelgebirgen, das zum Schiffbau an den Küstenwerften benötigt wurde. Aus Böhmen und Sachsen wurden auch Erze und Silber exportiert; in Gegenrichtung flossen Kolonialwaren.
Später ging mit fortschreitender Vernetzung der Eisenbahnsysteme (siehe Geschichte der Eisenbahn in Deutschland) die Bedeutung der Schifffahrt zurück. Für Massenstück- und -schüttgütern wie Kohle und Holz, später auch weitere Güter vor allem der Chemischen Industrie, blieb die Bedeutung als Transportweg bis heute erhalten.
Am 25. April 1945 trafen sich die Fronten der sowjetischen und US-amerikanische Truppen in Strehla bei Torgau an der Elbe. (Am 26. April wurde dieses Treffen symbolisch auf der Elbe nachgefilmt.) In Thüringen und Westsachsen nährte dieses weite Vorrücken der amerikanischen Truppen die Hoffnung, dass diese Gebiete nicht sowjetisch besetzt werden könnten. Später räumten die Amerikaner diese besetzten Gebiete aber wieder und gaben sie an die sowjetische Verwaltung ab.
Definitiv zwischen den Besatzungszonen lag die Elbe auf den deutschen Flusskilometern 473 (Schnackenburg) bis 566 (östlich Lauenburg). Hier grenzte die Britische Besatzungszone an die Sowjetische im Osten. Bis 1961 blieb diese Grenze eine sogenannte „grüne Grenze“, wurde also nicht durch feste Anlagen gesichert. Anfangs wenig, wurde sie nach und nach von Grenzschutztruppen der DDR zu Lande und zu Wasser bewacht. In dieser kurzen Zeit starben verhältnismäßig die meisten Menschen an der Demarkationslinie bei Fluchtversuchen.
Im Jahr 1961 begann die DDR ihre Grenze durch feste Anlagen zu sichern. Anfangs nur um Westberlin, begann sie auch schnell die Innerdeutsche Grenze im Westen zu festigen. Nach einiger Zeit war fast jeder Abschnitt durch mehrere Mauern und Zäune sowie Posten und Streifen der Grenztruppen der DDR, teilweise durch Selbstschussanlagen, gesichert.
Im Bereich der Elbe wurde die Grenze und ihre auf DDR-Seite vorgelagerten Sperrgebiete ganz besonders für das Dorf Rüterberg zur Strapaze. Nach Grenzstreitigkeiten – man konnte sich nie einigen, ob die Grenze nun in der Mitte der Elbe oder am Ostufer lag – wurde das Dorf, das auf einer Flugsanddüne erhöht direkt am geschwungenen Elbufer liegt, auch von der DDR-Seite durch Zäune abgeschnitten. Die Bewohner durften den einzigen Durchgang durch die Absperrung zur sonstigen DDR nur zu bestimmten Zeiten passieren und keinen Besuch empfangen. Nach der Wiedervereinigung erlaubte der Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern dem Dorf, sich „Dorfrepublik Rüterberg 1966-1989“ zu nennen.
Kulturräume lassen sich nach dichter besiedelten Räumen, aber auch nach Landschaften und landwirtschaftlichen Nutzräumen einteilen. Wichtige solcher kulturlandschaftlichen Einheiten sind Böhmen, das Obere Elbtal um Dresden, der Raum um Magdeburg, Dessau und Wittenberg und das hanseatische Gebiet von Hamburg. Nach Kriterien der landwirtschaftlichen Nutzung sind beispielsweise im Oberen Elbtal ein Weinanbaugebiet, im weiteren Umfeld Magdeburgs die fruchtbare Lößlandschaft der Magdeburger Börde und entlang der linken Unterelbe das Alte Land als bedeutendes Obstanbaugebiet hervorzuheben.
In Städten an der Elbe liegen innerhalb Deutschlands insgesamt vier Stätten des Weltkulturerbes der UNESCO. Einige stehen dabei in enger Beziehung zur Elbe, vor allem, wenn es sich um Kulturlandschaften handelt. Bei Einzelobjekten, die als Welterbe anerkannt werden, ist ein enger Zusammenhang zur Elbe nicht offensichtlich.
In der Stadt Wittenberg löste Martin Luther am 31. Oktober 1517 die Reformation der christlichen Kirche aus. Die Wirkungsstätten von Luther in Wittenberg und Eisleben wurden 1996 in die Liste der Weltkulturerbe aufgenommen. Neben der Entdeckung Amerikas durch die Europäer gilt die Reformation als epochales Initial der Neuzeit.
Neben diesen Einzelobjekten stehen auch Kulturlandschaften an den Ufern der Elbe unter Schutz. Das Dessau-Wörlitzer Gartenreich ist ein nach englischem Vorbild angelegter Landschaftspark und bildet eine 142 km² große Fläche. Teile des Parks gehören ebenfalls zum Biosphärenreservat Mittelelbe und markieren einen Übergang von Kultur- zu Naturlandschaft. In die geformte Auenlandschaft sind zahlreiche Schlösser und Villen eingelagert.
Ebenfalls 1996 wurden die Bauhaus-Stätten in Dessau zum Weltkulturerbe erklärt. Der Bauhaus-Stil entstand 1919 und ist für die klassische Moderne bedeutsam. Das Bauhaus zog 1925 von Weimar, wo die Wirkungsstätten ebenfalls als Welterbe gelten, nach Dessau und später nach Berlin. Ein enger Bezug zum Fluss Elbe kann daher nicht hergestellt werden.
Damit befinden sich drei der Welterbestätten an der Elbe in kurzen Abschnitt zwischen Wittenberge und Dessau. Zusammen mit der historisch bedeutsamen Stadt Magdeburg, die im Mittelalter als eine der wenigen Kaiserpfalzen im östlichen Teil der Kaiserreiche genutzt wurde, bildet dieser Bereich einen kulturhistorischen Kern an der Elbe.
Im Jahr 2004 wurde die Kulturlandschaft Dresdner Elbtal auf die Liste der Weltkulturerbe gesetzt. Das 20 Kilometer lange Gebiet konzentriert sich im Gegensatz zum Dessau-Wörlitzer Gartenreich sehr auf die Elbe und durchläuft fast die komplette Stadt Dresden. Gewürdigt wurde die jahrhundertelange Einbeziehung des Flusses und des Elbhangs beim Aufbau des Stadtbildes. Neben Schlössern, Parks, erhaltenen Dorfkernen und den Elbwiesen umfasst es die architektonisch wertvolle Innenstadt, aber auch industrie-historische Stätten und technische Denkmäler. Die Flusslandschaft der Elbe ist für die Aufnahme sehr wesentlich gewesen, da die teilweise nach wie vor zerstörte Innenstadt alleine nicht genug Kriterien erfüllt hätte.
Neben diesen geschützten Kulturräumen befinden sich weitere wichtige Stätten entlang der Elbe, die unter Denkmalschutz stehen. Die 1883 gegründete Speicherstadt in Hamburg wurde komplett auf Pfählen errichtet. Zu Zeiten des Stückguttransport stellten diese Lagerhäuser den Übergang zwischen Schiff und Eisenbahn beziehungsweise Straßenfahrzeugen dar. Die Festung Königstein ist die größte Bergfestung in Europa und wurde im Elbsandsteingebirge auf dem gleichnamigen Felsplateau angelegt und erhebt sich 240 Meter über die Elbe.
Hochwasserstand.jpg in Dresden]] Uhlenhorst1und2.jpg | Semperoper-flood-2005-03-22.jpg | Elbe-niedrig.jpg Saisonale Hochwasser gehören zum natürlichen Geschehen an der Elbe. Starke Niederschlagsereignisse im oberen Einzugsgebiet der Elbe bauen sich regelmäßig zu Hochwasserwellen auf. Neben den an anderen Flüssen auch zu beobachtenden Winterhochwassern ist eine Besonderheit der Elbe die Entstehung von Hochwassern im Spätfrühling (April/Mai), begünstigt durch die Schneeschmelze im Riesengebirge. Diese sind eine Voraussetzung für das Entstehen naturkundlich wertvoller Überschwemmungsbiotope insbesondere am unteren Mittellauf (siehe oben).
Durch besonders lang anhaltende und extrem starke Sommer-Niederschläge entstand im August 2002 im Oberlauf der Elbe, der Moldau und weiterer linker Nebenflüsse wie der Mulde eine sogenannte Jahrhundertflut, das Elbehochwasser 2002. Der Oberlauf und der obere Mittellauf sind im Allgemeinen für katastrophale Auswirkungen von Hochwässern anfälliger wegen der Nähe zu niederschlagsreicheren Mittelgebirgen, des gering dimensionierten Querschnitts von Kerbtälern und der höheren Fließgeschwindigkeit. Vor allem die Durchbruchstäler im Elbsandsteingebirge und im Böhmischen Mittelgebirge besitzen von Natur aus wenige Ausweichflächen; in diesen Arealen erreicht der Fluss deshalb bei Hochwasser schnell sehr hohe Pegelstände und Fließgeschwindigkeiten. Im unteren Mittellauf erhält die Elbe vergleichsweise mehr unbewohnte Fläche. Allerdings macht sich auch dort das Fehlen von Retentionsraum in Folge ausgedeichter Flussauen stark bemerkbar. Trotz vielfach fehlender Bebauung sind die Deiche so eng gesetzt, dass der Strom insgesamt über 80 Prozent seiner ursprünglichen Überflutungsgebiete verloren hat.
Der Unterlauf ist vor Hochwasser in Folge von Niederschlag sehr gut geschützt, auf Grund seiner nach Nordwesten exponierten Trichterform aber immer wieder für Sturmfluten anfällig. Nach der großen Sturmflut 1962 wurde der Schutz durch Deiche und Sperrwerke im Bereich des Hamburger Hafens soweit erhöht, dass keine vergleichbar großen Schäden mehr eintraten.
Überschwemmungen traten an der Elbe auch durch menschliche Einflüsse auf. So kam es immer wieder zu Rückstauungen, wenn sich bei Winterhochwasser Eisschollen an Brücken verkeilten. Beim bis zum Elbehochwasser 2002 schlimmsten Hochwasser im März 1845 war die Elbe vorher komplett durchgefroren. Winter- und Frühjahrshochwasser sind für Menschen und Tiere besonders gefährlich, weil die Wassertemperaturen keinen oder nur einen sehr kurzen Aufenthalt im Wasser erlauben. Zudem steigt durch treibende Eisschollen die Gefahr, dass Deiche angeschnitten werden und so plötzlich an ungeahnten Stellen Überschwemmungen auftreten können.
Das Hochwasser 2002 war insofern einmalig, weil es das erste Spätsommerhochwasser war, das die stärksten Winterhochwasser der Vergangenheit übertraf. Die bis dahin starken Hochwasser 1784, 1799 und 1845 traten alle nach schneller Schneeschmelze auf. Im Einzugsbereich der Elbe liegen mit dem Riesengebirge, dem Bayerischen Wald, dem Böhmerwald, dem Fichtelgebirge und dem Erzgebirge fünf Gebirgszüge, deren Höhenlagen über 1.000 Meter reichen. Daraus ergibt sich die hohe Gefährdung nach Schneeschmelzen. Im Gegensatz dazu sind die genannten Gebirge, mit Ausnahme des Erzgebirges, kaum als Stauregengebiete bei Westwetterlagen bekannt. Starker Stauregen fällt an diesen Gebirgen insbesondere bei der so genannten Vb-Wetterlage, bei der die einziehenden Feuchtluftmassen aus dem Mittelmeerraum stammen und auf jene Gebirgsketten stoßen, die sich in Ost-West-Richtung erstrecken.
Das letzte mittelstarke Hochwasser trat im März 2005 auf und entstand auf Grund von mäßiger Schneeschmelze bei leicht erhöhten Schneemengen vor allem im Erzgebirge. Bei diesen normalen und fast jährlichen Hochwassern reichen die Ausweichflächen etwa in Dresden und Magdeburg aus, so dass nur wenige bewohnte Flächen betroffen sind. In Dresden müssen ab zwei Metern über Normalstand einige ufernahe Straßen gesperrt werden. Ein System aus Elbwiesen, -altarmen und Flutrinnen wirkt dort insbesondere gegen die Elbe als Hochwasserschutz in Dresden.
Anfang April 2006 entwickelte sich – wiederum verursacht durch rasche und übermäßige Schneeschmelze – ein außerordentlich starkes Hochwasserereignis, das im unteren Mittellauf unterhalb von Wittenberge sogar die Pegelstände vom Jahrhunderthochwasser 2002 noch deutlich übertraf. Der wesentliche Grund dafür war, dass es diesmal weiter stromaufwärts zu wesentlich weniger Deichbrüchen und Überflutungen kam, so dass die extrem großen Wassermassen ohne nennenswerte Kappung der Abflussspitze und kaum zeitlich verzögert den unteren Verlauf erreichten. Auch wurden die Polder der Havel, die diesmal im Gegensatz zum Sommer 2002 selbst Hochwasser führte, nicht kontrolliert geflutet, was im August 2002 noch für eine Entlastung weiter elbabwärts gesorgt hatte. Besonders betroffen waren die Altstädte von Hitzacker und Lauenburg. Das erneute Extremhochwasser entfachte wieder Diskussionen über einen Ländergrenzen überschreitenden Hochwasserschutz statt der derzeit – dem Anschein nach – noch unkoordinierten, lokalen technischen Maßnahmen, die sich teilweise gegenseitig aufheben oder in ihrer Effizienz mindern.
Hungerstein_ausgeschnitten.png Auf der anderen Seite sind sommerliche Niedrigwasserstände charakteristisch für die Elbe, besonders auch, da diese – im Gegensatz zum Rhein – nicht zusätzlich aus Gletscher-Schmelzwasser gespeist wird und daher eine im Jahresverlauf viel weniger stetige Wasserführung aufweist. In solchen Zeiten werden auch mehrere so genannte Hungersteine sichtbar. Der Magdeburger Domfelsen, früher Hungerfelsen genannt, erscheint, wenn der Wasserstand weniger als 1,30 m beträgt. In Děčín trägt ein großer Basaltstein die Bezeichnung Hungerstein, da sein Erscheinen für die Schiffersfamilien und auch die Bauern an der Elbe Notzeiten ankündigte. In den beiden Jahren 2003 und 2004 lag der Pegel der Elbe in Dresden vermehrt unter einem Meter, was den sehr regenarmen Sommern zuzuschreiben war. Im Jahr 2004 war auch schon das Winterhalbjahr extrem niederschlagsarm. Niedriger Wasserstand des Flusses bedeutet Einschränkungen oder auch die Einstellung der Schifffahrt.
Im deutschen Flussverlauf befinden sich mit Ausnahme der 1960 zum Schutz vor Tideeinfluss gebauten Staustufe bei Geesthacht südöstlich von Hamburg, die gleichzeitig die Wasserhöhe im Hamburger Hafen reguliert, keine weiteren derartigen Querbauwerke zur Flussregulierung. Im Vergleich zu Rhein oder Weser ist die Elbe damit über eine große Strecke von knapp 600 Kilometern in dieser Hinsicht unreguliert. Allerdings ist das Gefälle in dem Bereich meist auch so gering, dass Staustufen keine große Wirkung hätten. Vielmehr wird über Buhnen überall entlang des Ufers versucht, die Elbe zu beschleunigen. Dadurch soll der Fluss sein Flussbett selber auswaschen und weniger Sediment ablagern, so dass die Wassertiefen in der Fahrrinne erhalten werden können. Ein Ergebnis ist allerdings, dass sich die Elbe immer weiter in den Bodengrund eintieft und dadurch den Grundwasserstand absenkt, was zu einer allmählichen Austrocknung der Auenlandschaft führt. Dabei spielt die Mittelelbe im Abschnitt zwischen dem Elbe-Havel-Kanal und Lauenburg für die Schifffahrt kaum eine Rolle, da der Frachtverkehr über die eigens angelegten Kanäle geführt wird. Es gilt auch zu bedenken, dass die Elbe regelmäßige sommerliche Niedrigwasserperioden aufweist (siehe oben), die die Schifffahrt zum Erliegen bringen. Infolge des prognostizierten Klimawandels sowie ausbleibender Zuleitungen von abgepumptem Grundwasser aus Braunkohletagebauen im Einzugsgebiet werden Niedrigwasserphasen in Zukunft wohl immer häufiger stattfinden. Ein „Rückbau“ der Buhnen statt eines weiteren Ausbaus der Elbe zu einer durchgängigen „Wasserstraße“ wäre insofern ökologisch und ökonomisch geboten.
Im Interesse der Schifffahrt wurde die Elbe im 19. und 20. Jahrhundert auch um etliche Kilometer verkürzt, indem Schlingen und Mäander abgeschnitten und so der Verlauf begradigt wurde. Lediglich ein kurzer Abschnitt zwischen den deutschen Fluss-Kilometern 506 bis 520 (Dömitz-Hitzacker) blieb davon aufgrund des Zweiten Weltkrieges und der deutschen Teilung bisher gänzlich verschont.
Eine weitere Maßnahme des Menschen zur „Zähmung“ des Flusses ist die Befestigung der Ufer mit Steinschüttungen und -packungen. Auch dies soll Erosionen und Flussbettverlagerungen verhindern, erhöht aber gleichzeitig auch die Fließgeschwindigkeit. Zudem gehen wertvolle Uferlebensräume für Tiere und Pflanzen verloren oder können wegen der ausbleibenden Flussdynamik gar nicht erst neu entstehen. Die intensive Nutzung des Unterlaufes als Wasserstraße erfordert zumindest in diesem Abschnitt allerdings verstärkte ufersichernde Maßnahmen.
050130-KurortRathen-Oberrathen.jpg]] Im Oberlauf ist die Elbe durch Mittelgebirge eingegrenzt, weshalb sie in diesen Abschnitten nirgendwo in größerem Maßstab eingedeicht ist. Längere Deichanlagen in Deutschland beginnen im westlichen Dresdner Stadtteil Gohlis. Vorher wird die Elbe in gewisser Hinsicht durch den Bahndamm der Elbtalbahn „eingedeicht“. Im Mittel- und Unterlauf legte der Mensch bereits im Mittelalter erste Deiche an, um dem Fluss Siedlungsraum und später auch landwirtschaftliche Flächen abzutrotzen. Im Lauf der Zeit wurden die Deiche immer weiter perfektioniert und näher an den Fluss gerückt. So fehlen der Elbe heute allerdings weite Bereiche ihrer ursprünglichen, oft zwanzig Kilometer breiten Aue, so dass Hochwasserschäden aufgrund fehlenden Raumes für den Fluss hier letztlich auch menschengemacht sind.
Die Deiche des Unterlaufes dienen weniger einem Hochwasserschutz gegen die Elbe von ihrem oberen Einzugsgebiet her als vielmehr dem Schutz vor Sturmfluten und stark auflandiger Wetterlagen von der Nordsee, die sich weit elbaufwärts bemerkbar machen können. Entsprechend sind diese Seedeiche stärker dimensioniert. Durch das Abschneiden und Ausdeichen von alten Elbarmen und Marschen sowie durch Sperrwerke an Nebenflüssen hat sich der natürliche Tidenhub in der Unterelbe („Tide-Elbe“) deutlich erhöht – in St. Pauli etwa um rund 1,5 Meter seit 1870 auf nun etwa 3,6 Meter. Diese anthropogene Veränderung der Strömungsverhältnisse wird für das die moderne Großschifffahrt immer stärker behindernde Verschlicken der Fahrrinne und des Hamburger Hafens mit verantwortlich gemacht. Es gibt daher Bestrebungen, durch Rückdeichungen, Öffnung von seitlichen Sperrwerken sowie gezielte Anlage von künstlichen Sandbänken und Unterwasserinseln den sogenannten Tidal-Pumping-Effekt wieder zu verringern.
Die größten Städte an der Elbe in Tschechien sind Hradec Králové (Deutsch: Königgrätz), Ústí nad Labem (Deutsch: Aussig an der Elbe), Pardubice (Deutsch: Pardubitz), die alle drei fast 100.000 Einwohner haben, und Děčín (Deutsch: Tetschen-Bodenbach).
Verdichtungsräume haben sich um Hamburg, Dresden und Magdeburg gebildet. Auch im unteren Eger-Graben um Ústí nad Labem hat sich ein Ballungsraum gebildet. Die Elbmündung gehört zur Metropolregion Hamburg, während die Region um Dresden zur Metropolregion Sachsendreieck zählt. Die Kreise um Ústí nad Labem (bzw. Teplice) und Litoměřice gehören zur deutsch-tschechischen Euroregion Erzgebirge/Krusnohori, die in Deutschland nur im mittleren Erzgebirge liegt.
Seit 1987 besteht zwischen Dresden und Hamburg eine Städtepartnerschaft. Die Kooperation zwischen Pirna und Děčín besteht sogar schon seit 1975.
Im Vergleich zu anderen Flüssen in Deutschland, etwa dem Rhein oder dem Main, ist die Elblandschaft streckenweise nur dünn besiedelt. Wesentlich bewohnter sind dagegen die Ufer einiger Nebengewässer und deren Einzugsgebiete, wie die der Havel (Berlin), der Moldau (Prag) oder der Saale (Halle und Leipzig). Gerade das Fehlen urbaner Räume über weite Strecken des Mittellaufs der Elbe begünstigte dort den Erhalt natürlicher Flusslandschaften.
Siehe auch: Städte und Orte an der Elbe
Als internationales touristisches Projekt wurde der Elberadweg, der zwischen Mělník und Cuxhaven der Elbe folgt, eingeführt und ausgebaut. Seine Gesamtlänge an der Elbe – der Weg beginnt 50 Kilometer südlich der Elbe in Prag – beträgt etwa 930 Kilometer.
Eine der schwierigsten Passagen für die Schifffahrt ist der Flussbogen vor der Dresdner Altstadt wegen der hohen Fließgeschwindigkeit und der dicht hintereinander liegenden Bogenbrücken. An dieser Stelle können Schiffe auch geschleppt werden. Der noch unbegradigte Abschnitt zwischen der Havelmündung und Hitzacker bereitet Flussschiffern ebenfalls Probleme, etwa der so genannte „Böse Ort“ – ein schmaler 90°-Knick bei Schnackenburg.
Weite Strecken des Mittellaufs weisen heute kaum gewerblichen Schiffsverkehr auf. Dieser wird überwiegend über vorhandene Kanäle wie den Elbe-Seitenkanal, den Elbe-Lübeck-Kanal und den Mittellandkanal geführt.
Das Wasserstraßenkreuz Magdeburg ist einer der bedeutendsten Wasserverkehrsknoten in Europa und lässt ein Überqueren der Elbe in Ost-West-Richtung zu. Es schließt den Mittellandkanal und den Elbe-Havel-Kanal an die Elbe an. Über diese Kreuzung ist die Elbe indirekt mit der Oder, dem Rhein, dem Main und der Donau verbunden.
Zum Unterlauf vergleiche: Elbmündung
An der Elbe gibt es fünf Wasser- und Schifffahrtsämter. Diese sind in Dresden (verantwortlich für die deutschen Flusskilometer 0 bis 290), Magdeburg (KM 290 bis 502), Lauenburg (KM 502 bis 607), Hamburg (KM 638 bzw. 632 linkes Ufer bis 689) und Brunsbüttel (KM 689 bis 727).
Zwischen Hamburg und der Nordsee befinden sich einige kleinere Seehäfen. Ein solcher Hafen für Fracht befindet sich zum Beispiel in Brunsbüttel.
Die Häfen an der Elbe oberhalb, also flussaufwärts von Hamburg dienen einzig der Binnenschifffahrt. Der Magdeburger Hafen wird so ausgebaut, dass seine Wassertiefe unabhängig vom Elbpegel wird. Dadurch soll erreicht werden, dass er für Binnenschiffe, die vom Mittellandkanal oder vom Elbe-Havel-Kanal einlaufen, zum Liegeplatz wird, wenn die Elbe extreme Wasserstände führt. Weitere bedeutendere Binnenhäfen sind in Riesa, Dresden (Alberthafen) und Děčín. Im Jahr wurden in diesen drei und weiteren drei Häfen, die in einem Verbund betrieben werden, 2,35 Mio. Tonnen Fracht umgeschlagen. Während für die Häfen in Magdeburg, Dresden und Riesa alte Elbarme genutzt werden, befindet sich der Hafen in Děčín auf Grund des engen Tals direkt am Ufer der Elbe.
Vor dem Dresdner Terrassenufer befinden sich die zentrale Anlegestelle der Weißen Flotte und weitere Anleger für Hotelschiffe. Sie ist die größte Anlegestelle im Linienschiffverkehr der Elbe nach den Landungsbrücken in Hamburg. Im Gegensatz zu den Landungsbrücken in Hamburg werden die Anleger in Dresden nach wie vor so genutzt, wie ursprünglich vorgesehen.
Im unteren Mittellauf ist die Überführung der B 191 bei Dömitz bemerkenswert. Dabei handelt es sich um einen Brückenneubau zwischen Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern, der unmittelbar nach dem Ende der deutschen Teilung zu Beginn der 1990er-Jahre realisiert wurde und damit eine im Zweiten Weltkrieg zerstörte Brücke ersetzte. In dem ca. 115 Kilometer langen Abschnitt zwischen Wittenberge und Lauenburg ist dies die einzige Straßenbrücke – sonst verkehren dort nur Auto- und Personenfähren.
Die letzten baulichen Flussquerungen vor der Mündung befinden sich in Hamburg. Es sind die Hamburger Elbbrücken sowie der alte und neue Elbtunnel. Der neue Elbtunnel, durch den die A 7 geführt wird, bildet das heikelste Nadelöhr im norddeutschen Straßenverkehr.
Die letzte und einzige Querung für Kraftfahrzeuge stromabwärts von Hamburg bildet die Elbfähre Glückstadt-Wischhafen, die mehrmals stündlich pendelt.
Am Elbhang bei Geesthacht liegt das Pumpspeicherwerk Geesthacht, das mit einer Leistung von 120 MW die Spitzenlast der Hamburger Wärmekraftwerke dämpft. Ein weiteres Pumpspeicherwerk befindet sich stromaufwärts in Dresden. Das Pumpspeicherwerk Niederwartha hat eine Leistung von 120 MW.
Wasserkraftwerke wurden am deutschen Verlauf der Elbe nicht angesiedelt – die geringe Fließgeschwindigkeit, die jahreszeitlichen Wasserstandsschwankungen und die Behinderung der Schifffahrt dürften Ursachen dafür gewesen sein.
Die Elbmündung ist permanent für Schiffe bis zwölf Meter Tiefgang befahrbar. Durch die schon eintretenden Tiden lässt die Unterelbe auch höheren Tiefgang bei Flut zu. Der Tidenhub beträgt normalerweise etwa 3,7 Meter, weshalb sich der maximale Tiefgang bei Flut etwa um 1,8 Meter erhöht. Die Mündung muss ständig ausgebaggert werden, damit die Tiefe erhalten bleibt. Zwölf Meter Wassertiefe sind gerade für moderne Containerschiffe nicht mehr ausreichend, weshalb ein tieferes Ausbaggern der Elbe diskutiert wird. Obwohl der Mündungstrichter bis zu 15 Kilometer breit ist, bleibt dem Schiffsverkehr auch dort nur eine relativ enge Fahrrinne; den Rest nehmen breite Wattbänke wie der Medemsand ein.
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