Eklogit_textur_gross.jpg Eklogite sind Gesteine, die unter eklogitfaziellen Druck- und Temperaturbedingungen metamorphosiert wurden.
Eklogite mit basaltischem Chemismus bestehen aus grünem Klinopyroxen (omphazitreich: (Ca,Na)(Mg,Al)Si2O6) und rotem Granat (pyropreich). Daneben sind oft Quarz, Disthen, Rutil, Titanit und Pyrit enthalten. Eklogite mit granitischem Chemismus enthalten häufig aluminiumreichen Hellglimmer (Phengit). Kennzeichnend für alle Arten von Eklogiten ist das Fehlen von Plagioklas (Feldspat), der bei Druckerhöhung nach der Reaktion Albit = Jadeit + Quarz abgebaut wird. Bei extrem hohem Druck (Ultrahochdruck-Metamorphose) können auch Coesit, die Hochdruckmodifikation von Quarz, und Diamant enthalten sein.
Eklogite entstehen bei hohen Drücken ab ca. 10 kbar (entspricht ca. 35 km Tiefe) und mittleren bis hohen Temperaturen (500 bis 1000 Grad Celsius), also in Regionen mit niedrigen geothermischen Gradienten. Somit werden Eklogite häufig als Indikator für Paläosubduktionszonen angesehen. Sie können in seltenen Fällen aber auch an der Basis einer stark verdickten kontinentalen Kruste entstehen. Bei der Heraushebung an die Erdoberfläche können die Eklogite durch retrograde Metamorphose überprägt werden, wobei sich Minerale wie z.B. Plagioklas, Amphibol, Epidot und Biotit bilden, die aber nicht der eigentlichen eklogitfaziellen Mineralparagenese zugerechnet werden dürfen.
Die Untersuchung von Eklogiten ist hilfreich bei paläogeographischen Rekonstruktionen. Treten Eklogite mit basaltischem (MORB = Mittelozeanischer-Rückenbasalt) Chemismus auf, so deuten diese auf das frühere Vorhandensein eines Ozeans hin. Über Datierungen der Gesteine lassen sich zudem Abschätzungen über die frühe Geschichte der Plattentektonik auf der Erde anstellen. Die ältesten bisher gefundenen Eklogite stammen aus dem paläoproterozoischen Usagaran-Gebirge in Tansania und haben ein Alter von 2 Milliarden Jahren. Die größten Eklogitvorkommen in Mitteleuropa befinden sich im Bereich der "Münchberger Gneismasse" das größte Einzelvorkommen ist der Weißenstein bei Stammbach im Lkr. Hof. Der Weißenstein wurde 2005 als eines der Top 100 Geotope Bayerns ausgezeichnet.(Geotop Nr. 39 des Bayr. Landesamts für Umwelt, Geologie, etc.) Die Ausgangsgesteine der Eklogite der Münchberger Gneismasse waren unterseeische Vulkanite die sich im Präkambrium vor ca 570 MA bildeten. Literaturhinweis: Geologisch- mineralogischer Wander- und Exkursionsführer EKLOGIT, Autoren Werner Geigner und Brigitta Hella Keil, 2002 Conventus Musicus Verlag Dettelbach [www.conventus-musicus.de Die alpinen Eklogite der Zentralalpen sind mit ca 100 MA relativ jung, die jüngsten Eklogite sind die erst kürzlich im Himalaya entdeckten mit nur ca 49 MA (MA = Millionen Jahre)
Siehe auch: Liste der Gesteine
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