060310 164.jpg Eisschnelllauf ist eine sportliche Laufdisziplin, die auf dem Eis und auf Schlittschuhen ausgetragen wird.
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Schnelllauf-Schlittschuhe haben bis unterhalb des Fußgelenkknöchels reichende Schnürschuhe aus Ziegenleder. Die langen Stahlkufen, auch "Brotmesser" genannt, sind bis 45 Zentimeter lang und haben eine Dicke von etwa 1,3 Millimetern. Die Lauffläche hat einen Planschliff mit einer schwachen Kurvung in Längsrichtung, die ein "Eingraben" der Kufe in das Eis verhindern soll. Die Spitze ist gerundet, das Ende nach hinten abfallend.
Der letzte Entwicklungsstand ist hier der Klappschlittschuh, bei dem die Kufe beim Anheben der Ferse bei gestrecktem Stoßbein hinten abklappt und erst beim endgültigen Abheben wieder zurückgezogen wird. Damit kann die Kufe über einen längeren Weg und mit abgehobener Ferse zum Abstoßen auf dem Eis belassen werden. Vor allem auf Langstrecken wird davon profitiert.
Herkömmliche Schlittschuhe sind ab 150 Euro erhältlich, für Klappschlittschuhe (Schuhe und Kufen) sollte man ab 500 Euro einplanen. Neueste Hightech-Entwicklungen mit individueller Anpassung (etwa für Anni Friesinger) können aber 15'000 Euro und mehr kosten.
Die ursprüngliche Bekleidung waren wollene Strumpfhosen und enganliegende Pullover sowie eine die Ohren überdeckende Mütze. Der schweizer Architekt und Läufer Franz Krienbühl entwickelte 1974 aus aerodynamischen Überlegungen einen einteiligen hautengen Anzug, der anfänglich eher amüsiert verspottet wurde. Als Krienbühl mit diesem Anzug als 47-jähriger den achten Platz bei den Olympischen Spielen 1976 erreichte, änderte sich jedoch diese Einstellung sofort. Seither tragen alle Läufer diesen Einteiler.
Um sich mit den Beinen genügend abstoßen zu können, müssen Eisschnellläufer tief in die Hocke gehen. Gleichzeitig erfordert dies zum Gleichgewichtsausgleich das Vorbeugen des Oberkörpers. Daraus ergibt sich die typische "Krummbuckel"-Laufhaltung dieser Sportart. Damit verlagert sich günstigerweise auch der Schwerpunkt nach unten, was das schnelle Durchfahren von Kurven gegen die Fliehkraft erleichtert. Spitzen-Sportler erreichen auf Schlittschuhen über mehrere Kilometer bzw. etliche Minuten eine Dauergeschwindigkeit von 45 km/h, im Sprint kurzzeitig bis über 60 km/h.
Sprint-Mehrkämpfe werden über die je zweimal gelaufenen Strecken von 500 und 1000 Meter ausgetragen, Vierkämpfe über die Strecken 500, 1.500, 3.000, und 5.000 Meter (Frauen) und 500, 1500, 5000 und 10.000 Meter (Männer). Zur Unterscheidung vom Großen Vierkampf der Männer ist wegen der kürzeren Langstrecke bei den Frauen die Bezeichnung Kleiner Vierkampf üblich. Da dort bei EM und WM bis 1982 die Strecken 500, 1000, 1500 und 3000 Meter gelaufen wurden (ab 1983 ist statt der 1000- die 5000-Meter-Strecke im Programm), werden diese Wettkämpfe heute als Mini-Vierkampf bezeichnet. Allgemein heißen die Vierkämpfe wegen ihres Charakters als Vielseitigkeitsprüfung auch Allround-Mehrkämpfe.
Das Endklassement ergibt sich ausschließlich aus den erzielten und auf 500-Meter-Distanz umgerechneten Zeiten, nicht aus der Platzierung in den Einzelläufen. Dabei erhält jede Strecke die Punktwertigkeit der 500 Meter (kürzeste Strecke), indem die erzielte Zeit durch jene Zahl geteilt wird, wie die Strecke Vielfaches von 500 Meter ist, und zum Punktkonto addiert wird (Beispiel: 2:09,6 Minuten, also 129,6 Sekunden, über 1.500 Meter werden durch 3 geteilt und gehen mit 43,2 Punkten in den Mehrkampf ein).
Zum Programm bei Olympischen Winterspielen und Weltmeisterschaften gehören 500 m, 1.000 m, 1.500 m, 3.000 m (nur Frauen), 5.000 m und 10.000 m (nur Männer) sowie die Mannschaftsverfolgung.
Seit 1981 stellten die deutschen Damen insgesamt 65 Weltrekorde in allen Disziplinen auf, wovon allein 19 auf Gunda Niemann-Stirnemann und 10 auf Karin Enke entfallen.
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