Saxony rally racing Skoda Fabia TDI 31 (aka).jpg | Saxony rally racing Mitsubishi Lancer Evo 2 52 (aka).jpg | Rally Finland 2005 3Gardemeister.jpg auf einer Verbindungsetappe der Neste Rally Finland 2005 im öffentlichen Verkehr]]
Die Rallye schweiz. das Rallye ist ein Wettbewerb im Motorsport, der teilweise über mehrere Tage (Etappen) verteilt auf normalen Straßen oder auf Feld- und Waldwegen ausgetragen wird. Anstatt wie bei Rennen auf einer Rundstrecke "im Kreis" zu fahren und um Positionen zu kämpfen, fahren die Rallye-Teilnehmer einzeln im Minutenabstand auf abgesperrten Wertungsprüfungen (WP) von Punkt A nach Punkt B – und danach im normalen Straßenverkehr weiter zur nächsten WP. Es kommen deswegen auch nur straßenzugelassene Autos zum Einsatz.
Rallye ist die deutsche, aus dem Französischen übernommene Schreibung des englischen Begriffs Rally, der in diesem Fall am besten mit der Interpretation Zusammenkunft übersetzt wird. Der Duden definiert Rallye aber auch als Autosternfahrt. Diesen längst überholten Begriff hat sicherlich die historische Rallye Monte Carlo mitgeprägt, die 1911 als Treffen von Automobilisten aus verschiedenen Ländern ins Leben gerufen wurde. Die deutschen Teilnehmer etwa starteten im ebenfalls durch sein Spielcasino bekannten Bad Homburg. Erst in Frankreich traf man sich dann, um gemeinsame Fahrtests durchzuführen. Dabei entwickelte sich der Charakter von einer touristischen Orientierungsfahrt, über eine Zuverlässigkeitsprüfung der Fahrzeuge, bis hin zum heute üblichen Wettbewerb mit dem Ziel, möglichst viele Bestzeiten zu erringen.
Charakteristisch für eine Rallye ist der Beifahrer, der auf den WPs mit einem zuvor bei Besichtigungsfahrten erstellten Aufschrieb ("Gebetbuch") dem Fahrer Entfernungsangaben und Kurvenradien sowie Sprungkuppen, Belagwechsel und sonstige Besonderheiten der Fahrbahn ansagt ("vorbetet"). Dies ist ein wichtiger Beitrag zum Erfolg eines jeden Teams und erfordert eine hohe geistige und körperliche Leistungsfähigkeit vom Copiloten. Zudem kümmert sich dieser um die richtige Zeitnahme und lässt am Beginn und Ende jedes Abschnitts die Bordkarte (= Kontrollkarte der Rallye-Organisatoren) abstempeln, damit keine Strafzeiten verhängt werden.
Eine globale Serie von derzeit 16 Rallyes ist mit ihren vielfältigen Wertungsprüfungen in der FIA Rallye-Weltmeisterschaft zusammengefasst, darunter die wohl älteste Rallye der Welt, die berühmte und traditionsreiche Rallye Monte Carlo.
Die erforderlichen Genehmigungen für WPs sind in der Regel nur schwer zu erhalten, weil dabei unter anderem Naturschutzbelange und Bedenken von Anwohnern eine Rolle spielen. Außerdem gibt das Rallye-200-Reglement die maximale Länge einer WP vor und verlangt zudem, dass dieselbe WP nur dreimal gefahren werden darf. Durch diese Rahmenbedingungen hat es sich sehr verbreitet, dass Rallye-200-Veranstaltungen mit zwei unterschiedlichen WP-Strecken auskommen, die jeweils dreimal gefahren werden. Allerdings gibt es auch Rallye-200-Veranstaltungen, die 6 oder sogar 7 unterschiedliche WP-Strecken bieten (z. B. die ADAC-Grabfeldrallye).
An einer Rallye 200 kann jeder teilnehmen, der im Besitz einer Fahrer-Lizenz ist, wobei man in der Regel auch eine Veranstaltungslizenz (auch Tageslizenz genannt) erwerben kann (diese gilt nur für eine Veranstaltung und kostet zur Zeit 16 Euro pro Person). Allerdings kann man nicht mit einem normalen Auto teilnehmen, da dieses zumindest mit einem Überrollkäfig und einem Handfeuerlöscher ausgestattet sein muss. Abgesehen davon müssen auch weitere technische Vorschriften eingehalten werden, die z. B. die Art der erlaubten Umbauten vorschreiben und nicht zuletzt die maximale Motorleistung, wie bei allen anderen Rallies, auf 300 PS limitiert. Die Einhaltung dieser Vorschriften wird vor dem Start der Veranstaltung von so genannten Technischen Kommissaren überprüft. Da eine Rallye 200 auch auf öffentlichen Straßen stattfindet, muss der Fahrer zudem im Besitz einer (gültigen) Fahrerlaubnis sein und das Fahrzeug muss der Straßenverkehrsordnung entsprechen (insbesondere müssen also alle Umbauten eingetragen sein).
Allerdings sollte man sich mit einem "normalen" serienmäßigen Fahrzeug nicht unbedingt Hoffnungen auf den Gesamtsieg machen, da man hierbei z. B. gegen speziell für Rallies umgebaute Autos antreten muss. Dank einer Unterteilung in verschiedene Gruppen (z. B. für Serienfahrzeuge oder für verbesserte Autos), die wiederum nach Hubraum bzw. Leistungsgewicht in unterschiedliche Klassen unterteilt sind, ist dennoch sichergestellt, dass eigentlich jeder Teilnehmer einer Rallye 200 um den Sieg fährt – und sei es "nur" der Klassensieg.
Der sportliche Anspruch der Wettbewerbe für Oldtimer-Fahrzeuge variiert sehr stark. Bei der Mehrzahl der Veranstaltungen beschränkt sich der sportliche Aspekt einzig auf die Vergabe von Pokalen an die Punktbesten einer nahezu willkürlichen Wertung (abwertender Begriff: "Kaffeefahrt"). Es gibt jedoch auch Oldtimer-Rallyes, die für Fahrer und Beifahrer Schwierigkeiten bereithalten (z. B. Orientierungsaufgaben oder Gleichmäßigkeitsprüfungen mit versteckten Zeitkontrollen) und bei denen nur schnelle Fahrer mit sachverständigen Beifahrern gute Platzierungen erreichen können. Solche Veranstaltungen finden aber häufiger in Großbritannien, Belgien oder Frankreich als in Deutschland statt.
Die Briten organisierten Rallyesprints auch weiterhin gerne zur Unterhaltung des TV-Publikums, z. B. auf der Rennstrecke Donington Park: Hier traten Rallye- und Rundstreckenfahrer mit gleichwertigen Fahrzeugen gegeneinander an und mussten sich auf Asphalt- und Gras- bzw. Schotterabschnitten bewähren. In anderen Ländern hingegen entwickelten sich diese Rallyesprints zu einer völlig eigenständigen Rennsportart. Häufig wird dabei nur eine einzige Rallye-Wertungsprüfung gleich mehrfach absolviert und beim zweiten Durchgang gegebenenfalls in der entgegengesetzten Richtung befahren.
Als Formula Rallye Germany kam dieser Rallye-Sprössling im September 1987 auch nach Deutschland und konnte sich für einige Jahre auf dem Gründautalring in der Nähe von Frankfurt am Main etablieren.
Als eine gelungene Mischung oder Kreuzung dieser drei Rallye-Ableger Rallycross, Rallyesprint und Formula Rallye kann man auch das von der früheren Rallye-Werksfahrerin Michèle Mouton und ihrem Ehemann Frederik Johnson im Jahre 1988 ins Leben gerufene lukrative Stadion- und Medien-Spektakel namens Race of Champions betrachten.
Die 24 Stunden von Chamonix waren für lange Zeit eine eigenständige Veranstaltung (mit meist "nur" sechs Rennen von jeweils 40 Minuten innerhalb von 24 Stunden). Während sie aber, zusammen mit der missglückten FIA-"Weltmeisterschaft" namens Ice Race Series International (IRSI), im Januar 2004 wieder vom Terminkalender verschwand, ist es um die Andros-Serie seit fast 20 Jahren glänzend bestellt. Initiiert wurde sie vom Ex-Rallycrosser Max Mamers (Französischer Rallycross-Meister 1982 und 1983), in Kooperation mit dem Dauer-Sponsor Andros (ein Kompott- und Konfitüren-Hersteller), und erfreut seitdem jeden Winter zigtausende Zuschauer an den Eispisten in Frankreich und Andorra sowie weitere hunderttausende Fernsehzuschauer in aller Welt.
In Norwegen, Schweden und Finnland werden Eisrennen zumeist mit Rallycross- und Rallye-Autos in besonders strengen Wintern auf zugefrorenen Seen organisiert. Im Alpenraum kennt man, neben den Seealpen-Läufen zur Andros-Rennserie, auch noch einige Einzelwettbewerbe. So wurde beispielsweise Anfang Januar 2006 in Reuthe bei Bezau im Bregenzerwald erneut ein Eisrennen für diverse Motorrad- und Autoklassen veranstaltet, bei dem u. a. auch so genanntes Skijöring demonstriert wurde.
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