| Eishockey in Deutschland | |
|---|---|
| Verband: | Deutscher Eishockey-Bund |
| Gründung: | 1963 (Von 1912 bis 1962 im Deutschen Eissport-Verband organisiert) |
| IIHF-Mitglied seit: | 11. 9. 1909 |
| Bemerkungen: | 1920–1926 und 1946–1951 aus der LIHG ausgeschlossen 1954–1990 DDR eigenständiges IIHF-Mitglied |
| 1. EM-Teilnahme: | 1910 |
| 1. WM-Teilnahme: | 1930 |
| 1. OL-Teilnahme: | 1928 |
| Medaillengewinne: | |
| EM: 2x Gold, 4x Silber, 7x Bronze | WM: 2x Silber, 2x Bronze OL: 2x Bronze|
| 1. Meisterschaft: | 1912 |
| 1. Landesmeister: | Berliner Schlittschuhclub |
| Rekordmeister: | Berliner Schlittschuhclub (19+1x) |
| 1. Länderspiel: | 10.1.1910 in Les Avants gegen die Schweiz (9:1) |
1912 fand dann in Berlin die erste deutsche Meisterschaft statt, im Jahr zuvor war die Stadt Austragungsort der zweiten Europameisterschaften und wäre nicht der Erste Weltkrieg dazwischen gekommen, hätte 1916 das erste Olympische Eishockeyturnier auch in Berlin stattgefunden. Aufgrund der herausgehobenen Bedeutung Berlins bestand damals auch die deutsche Nationalmannschaft größtenteils aus Berliner Spielern.
Die erste nationale Liga war die Eishockey-Oberliga, die in Westdeutschland von 1948 bis 1958 bestand. Auch in der DDR wurde die Oberliga als höchste Ligenstufe geschaffen.
Im September 1970 wurde Eishockey von der Staatsführung der DDR zusammen mit dem Deutschen Turn- und Sportbund der DDR (DTSB) als „nicht förderungswürdige Sportart“ eingestuft. Zuvor kam ein Großteil der Mannschaften aus Berlin und ab 1970 spielte Dynamo Berlin nur noch gegen Dynamo Weißwasser um die DDR-Meisterschaft. - Immerhin 15 mal konnte Dynamo Berlin die DDR-Meisterschaft gewinnen. In der Bundesrepublik dagegen verloren die Berliner Vereine ihre Dominanz. Lediglich zwei Male konnte der Berliner Schlittschuhclub die Meisterschaft nach 1949 gewinnen (in der Eishockey-Bundesliga 1974 und 1976). Danach musste die Stadt 29 Jahre warten, bis mit den Eisbären Berlin 2005 wieder eine Berliner Mannschaft Deutscher Meister wurde.
Bayern gilt als Zentrum des deutschen Eishockeysports. Bayerische Teams dominierten vor allem die Oberliga-, aber auch die Bundesliga-Jahre. Besonders erfolgreich war zum Beispiel der EV Füssen, einer der vielen Traditionsvereine der bayerischen Provinz. Er wurde schon 1922 gegründet und insgesamt 16 Mal deutscher Meister. In den zehn Jahren der Oberliga wurde der EV alleine sieben Mal deutscher Meister. Nur nach zwei Spielzeiten in dieser Zeit kam der Spitzenreiter nicht aus Bayern. Auch in der Eishockey-Bundesliga waren bayerische Provinzvereine in den ersten Jahren hoch überlegen. Bis 1966 wurden nur Clubs aus Bayern deutscher Meister, ehe sich 1967 mit der Düsseldorfer EG erstmals ein Großstadt-Team den Titel sicherte. Langsam begann danach ein Wandel im deutschen Eishockey. Wie wichtig bayerische Teams noch immer für das deutsche Eishockey, vor allem für die Nachwuchsarbeit, sind, zeigt der Amateur-Bereich. Denn der wird vor allem durch kleine bayerische Vereine bestimmt. Auch auf der Hauptversammlung des Deutschen Eishockey-Bundes wird dies durch die Anzahl der Stimmen des Bayerischen Blocks, der aus dem Bayerischen Eissportverband und den anderen stimmberechtigten Vertretern der Mannschaften aus der 2. Bundesliga und der Oberliga besteht, deutlich.
Im Vergleich zu Bayern ist die Bedeutung des Eishockeysports in Nordrhein-Westfalen eher gering. Vor allem im bevölkerungsreichen Ruhrgebiet ist Fußball meist wichtiger. Jedoch ist der Einfluss NRWs im Profi-Eishockey seit den 70ern stets gestiegen und auch die Anzahl der nordrhein-westfälischen Meistermannschaften gestiegen.
Schon mehrere Male war Deutschland Veranstalter von Eishockey-Weltmeisterschaften, erstmals 1930, das nächste Mal 2010.
Große Bereiche des Amateurbereichs plagen schwere Finanzprobleme. Einige Verein stehen kurz vor der Insolvenz, andere haben diese schon angemeldet.
Nach dem Abstieg der Nationalmannschaft aus der A-Gruppe bei der Weltmeisterschaft 2005 fand die B-WM 2006 in Amiens mit deutscher Beteiligung statt. Es gelang der direkte Wiederaufstieg ohne Punktverlust. Derzeitiger Bundestrainer ist Uwe Krupp. Die Abstiegssorgen der Herren teilen die Damen nicht. Sie wurden unter Trainer Peter Kathan bei den Olympischen Spielen 2006 Fünfter.
In Vorbereitung auf die WM 2010 im eigenen Land wird der Vertrag mit Uwe Krupp voraussichtlich unbefristet, mindestens aber bis 2010, verlängert. Schon in diesem Jahr wurden in Vorbereitung auf dieses für den Verband überaus wichtige Turnier vor allem junge Spieler eingesetzt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg 1946 wurde der Deutsche Eissport-Verband erneut ausgeschlossen. Die Bundesrepublik wurde mit dem Deutschen Eissport-Verband am 10. März 1951 wieder aufgenommen, die DDR folgte erst am 9. Juni 1954. 1963 erhielt der Eishockeysport erstmals einen selbständigen Verband in Deutschland, den Deutschen Eishockey-Bund (DEB). Dieser blieb allerdings noch immer unter dem Dach des Deutschen Eissport-Verbandes. Schon 1958 wurde der Deutsche Eislauf-Verband der DDR gegründet. Davor war Eishockey in der DDR vier Jahre lang eine Sektion des Eissportverbandes gewesen. Die Eishockey-Verbände der beiden deutschen Staaten schlossen sich nach der Wende am 11. September 1990 zum Deutschen Eishockey-Bund zusammen. Schon fünf Monate vor der Wiedervereinigung wurden die beiden Profi-Clubs der DDR in den DEB aufgenommen.
Heute ist der Deutsche Eishockey-Bund in erster Linie für die Nationalmannschaften zuständig. Außerdem gehören der Spielbetrieb der Damen und des Nachwuchs zu seinen Aufgabenfeldern. Er wickelt Spielertransfers ab und bildet die Schiedsrichter aus. Der DEB stellt nach deren Ausbildung Trainerscheine aus und ist des Weiteren Mitglied des DOSB. Vertraglich gebunden ist der DEB an die DEL und die ESBG, also die Ausrichter des überregionalen Spielbetriebs. Auch die Landeseissportverbände, die für die regionalen Ligen zuständig sind, sind mit dem DEB verknüpft.
Der DEB trifft seine Entscheidungen in fünf Institutionen. Die erste und wohl wichtigste ist die Mitgliederversammlung aus den Zweit- und Oberliga-Clubs, sowie den Landeseissportverbänden. Daneben gibt es das vierköpfige Präsidium, den Nachwuchsausschuss, das Spielgericht und den Kontrollausschuss.
Die Frauen-Nationalmannschaft spielte zum ersten Mal am 3. Dezember 1988 ebenfalls gegen die Schweiz.
Dominiert wurden die Oberliga-Jahre vor allem von bayrischen Teams. Allein der EV Füssen wurde von 1953 bis 1958 sechs Mal in Folge deutscher Meister, dazu schon einmal 1949. Zwei Mal konnten auch Krefelder Teams die Meisterschaft gewinnen.
Die Ligen der Landesverbände heißen seit 1994 im Norden Regionalliga.
| Zeitraum | 1. Spielklasse | 2. Spielklasse | 3. Spielklasse | 4. Spielklasse | Landesverbände |
|---|---|---|---|---|---|
| 1948/49 - 1957/58 Organisation Deutscher Eissportverband | Eishockey-Oberliga | keine | keine | keine | ja |
| 1958/59 - 1960/61 Organisation Deutscher Eishockeybund | Eishockey-Bundesliga | Oberliga | keine | keine | ja |
| 1961/62 - 1972/73 Organisation Deutscher Eishockeybund | Eishockey-Bundesliga | Oberliga | Gruppenliga bzw. Regionalliga | keine | ja |
| 1973/74 Organisation Deutscher Eishockeybund | Eishockey-Bundesliga | 2. Bundesliga | Oberliga | keine | ja |
| 1974/75 - 1993/94 Organisation Deutscher Eishockeybund | Eishockey-Bundesliga | 2. Bundesliga | Oberliga | Regionalliga | ja |
| 1994/95 - 1996/97 Organisation DEL/ Deutscher Eishockeybund | Deutsche Eishockey-Liga | 1. Liga | 2. Liga | keine | Bezeichnung im Norden Regionalliga |
| 1997/98 Organisation DEL/ Deutscher Eishockeybund | Deutsche Eishockey-Liga | 1. Liga | 2. Liga Süd im Norden nicht | keine | Bezeichnung im Norden Regionalliga |
| 1998/99 Organisation DEL/ Deutscher Eishockeybund | Deutsche Eishockey-Liga | Bundesliga | 1. Liga | 2. Liga im Süden im Norden nicht | Bezeichnung im Norden Regionallliga |
| 1999/00 - 2001/02 Organisation DEL/ Deutscher Eishockeybund | Deutsche Eishockey-Liga | 2. Bundesliga | Oberliga | Regionalliga im Süden im Norden nicht | Bezeichnung im Norden Regionalliga |
| 2002/03 - 2005/06 Organisation DEL/ ESBG | Deutsche Eishockey-Liga | 2. Bundesliga | Oberliga | keine | Bezeichnung im Norden Regionalliga |
Bei den Frauen gibt es den Pokalwettbewerb schon ein Jahr länger. 2001/02 siegte der Grefrather EC, der auch 2004 das Finale gewinnen konnte. Sportlich hätte Grefrath auch 2005 gewonnen, doch der Sieg wurde ihnen wegen Unterschreitung der Mindestspieleranzahl aberkannt und dem ESC Planegg zugesprochen. In der Saison 2005/06 konntem die EC Bergkamener Bären den DEB-Pokal mit nach Hause nehmen
Gewinnen konnte ein deutsches Team nie. Die besten Platzierungen waren zweite Plätze für den EV Füssen 1966, den Kölner EC 1985, die Düsseldorfer EG 1991 und nochmals den Kölner EC 1995, als die Entscheidung erst im Penaltyschießen fiel.
Bei der zweiten Weltmeisterschaft in Deutschland 1975 wurde dann die Sowjetunion zum 14. Mal Weltmeister. Das Turnier in Düsseldorf und München war allerdings nur sehr mäßig besucht. Die deutsche Nationalmannschaft verpasste den Aufstieg in die A-Gruppe nämlich im Jahr zuvor und musste so bei der B-WM in Sapporo, Japan, antreten. Der Abstand des Weltmeisters zum Rest des Teilnehmerfelds war so groß, dass die IIHF eine Reform der A-Gruppe beschloss. Ab 1976 waren auch Profi-Spieler zugelassen. Außerdem wurde die A-Gruppe aufgestockt. Deutschland konnte als Zweiter der B-WM deshalb doch aufsteigen.
Bei der fünften Junioren A-Weltmeisterschaft U-20 1981 in verschiedenen bayrischen Städten (u.a. Augsburg, Füssen und Oberstdorf) holten sich die Schweden in dieser Altersklasse erstmals den Titel.
Die Eishockey-Weltmeisterschaft 1983 fand in Dortmund, Düsseldorf und München statt. Nach der Vorrunde nahmen die ersten vier Mannschaften an einer Meisterrunde, die letzten vier an einer Abstiegsrunde teil. Die Mannschaften nahmen die Punkte nicht in die Meisterrunde, jedoch in die Abstiegsrunde mit. Damit sollte die Spannung in der Titelfrage gesteigert werden. Deutschland nahm zwar an der Abstiegsrunde teil, gewann diese aber deutlich. Absteigen musste Italien, Weltmeister wurde wieder die UdSSR vor der punktgleichen Tschechoslowakei. Dabei hat die Sowjetunion während der ganzen WM nur einen Punkt abgegeben. Die Tschechoslowakei war während der Vorrunde nicht so stark.
1990 wurde die B-WM der U-20-Junioren in Bad Tölz und Geretsried ausgespielt.
Zehn Jahre nach der letzten wurde erneut eine Eishockey-A-Weltmeisterschaft in Deutschland ausgetragen. Die Spiele wurden in Dortmund und München ausgetragen. Die vier besten Mannschaften der Vorrunden-Gruppen traten in der Endrunde im K.O.-System gegeneinander an. Am Ende stand Russland als Sieger fest. Im Finale wurde Titelverteidiger Schweden mit 3:1. Nach Play-downs, die ebenfalls im K.O.-System stattfanden, stand die Schweiz als Absteiger in die B-Gruppe fest. Deutschland belegte nach dem Viertelfinal-Aus gegen Russland Platz fünf.
Ein Jahr zuvor fand die U-20-Weltmeisterschaft in Füssen und Kaufbeuren statt. 1999 wurde die erste U-18-WM überhaupt in den selben Orten ausgetragen.
Die Eishockey-Weltmeisterschaft 2001 fand wieder in Deutschland statt. Gespielt wurde in Hannover, Köln und Nürnberg. Ab 2001 wurden die verschiedenen Gruppen anders benannt, so wurde aus der A-Gruppe einfach Weltmeisterschaft. Ab diesem Jahr gab es außerdem nicht mehr nur einen, sondern zwei Absteiger und deshalb auch zwei Gruppen der Division I (B-Gruppe). Deutschland erreichte das Viertelfinale, schied dort aber gegen den späteren Finalisten Finnland aus. Diese unterlagen im Finalspiel der Tschechischen Mannschaft. Tschechien wurde damit zum dritten Mal in Folge Weltmeister.
Im selben Jahr fand die Division I der Junioren-Weltmeisterschaft 2001 in den bayerischen Orten Füssen und Landsberg am Lech statt. Drei Jahre später fand der selbe Wettbewerb in Berlin statt.
Die nächste Eishockey-WM in Deutschland wird 2010 in Köln und Mannheim stattfinden. Dabei setzte sich der DEB bei der Vergabe 2005 gegen Weißrussland durch, nachdem Schweden und die Slowakei ihre Kandidatur vor der Abstimmung zurückzogen.
Deutscher Rekordmeister und erster Sportverein des Landes mit einer Eishockeyabteilung war der Berliner Schlittschuhclub.
In den 1990er Jahren gab es lange Zeit eine große Konkurrenz zwischen den zwei Erstligaclubs Eisbären Berlin und BSC Preussen, doch heute gibt es mit den Eisbären Berlin nur noch einen erstklassigen Club. Hinzu kommen mehrere unterklassige Mannschaften verschiedener Clubs.
Im Fraueneishockey spielt der OSC Berlin deutschlandweit eine wichtige Rolle, wurde 1991 deutscher Meister, sowie 2003 und 2004 Vizemeister. Weitere Bedeutung im Berliner Fraueneishockey hat der DEC Eishasen, der zeitweise in der 1. Bundesliga spielte und aktuell der 2. Liga angehört.
Entgegen weitläufiger Meinungen, es gebe Eishockey in Hamburg erst seit der Gründung der Hamburg Freezers, kann die Hansestadt auf eine lange Historie zurückblicken. Schon in den 30er Jahren schaffte es mit dem Altonaer SV von 1893 ein Hamburger Club mehrfach in die Finalrunde um die deutsche Meisterschaft. Der ganz große Erfolg blieb aber aus. Für jeweils eine Spielzeit nahm die EG Hamburg, sowie der HTHC Hamburg an der Oberliga teil. Zu Bundesliga-Zeiten spielten einige Hamburger Mannschaften in der zweithöchsten Ligenstufe. Lange dauerte es bis erneut ein Club aus Hamburg für Furore sorgte. 1998 waren die Hamburg Crocodiles Gründungsmitglied der 2. Eishockey-Bundesliga und hatten im Jahr 2000 sogar die Chance zum Aufstieg in die Deutsche Eishockey-Liga, als der SB Rosenheim seine Lizenz verkaufen musste. Doch die Iserlohn Roosters waren in diesem Unterfangen erfolgreicher. Heute spielt ein Nachfolgeverein der Crocodiles in der Regionalliga. Erstklassiges Eishockey gibt es in Hamburg seit 2002 wieder. Auf Beschluss der Anschutz-Group zogen die München Barons in die Color Line Arena um und wurden zu den Hamburg Freezers umbenannt.
Die Hamburg Freezers sind heute neben den Adler Mannheim Etat-Krösus der DEL, obgleich sie kaum Jugendarbeit betreiben.
Ein besonders erfolgreicher bayerischer Club war der EV Füssen, der allein 16 Mal deutscher Meister wurde. Obwohl immer seltener Clubs bayerischer Kleinstädte den Meistertitel gewannen und immer mehr solcher Vereine der Abstieg drohte, gibt es in Bayern bis heute viele Amateur- und Nachwuchsmannschaften. In der DEL sind heute nur noch drei Teams (Nürnberg Ice Tigers, ERC Ingolstadt, Augsburger Panther von 14) aus Deutschlands südlichstem Bundesland vertreten. Der letzte bayerische Meister waren die München Barons 1999. Auffällig dabei ist, dass diese Mannschaft ausgerechnet aus der größten Metropole des Bundeslandes stammt. In der 2. Bundesliga dagegen spielen sechs Teams (von 14) aus Bayern mit, in der Oberliga sind es neun (von 19).
Auch im bevölkerungsreichsten Bundesland gibt es ein paar Eishockey-Zentren. Diese sind das Rheinland, u.a. mit den Traditionsvereinen Krefeld, Düsseldorf und Köln, und die Region Iserlohn. Vereinzelt gibt es auch im Ruhrgebiet Vereine, die aber weniger erfolgreich sind und waren. So sind hier zum Beispiel die ehemaligen DEL-Clubs Essen und Oberhausen zu nennen.
Ältester Eishockeyclub des Landes ist die Düsseldorfer EG, die Ende 1935 gegründet wurde. In den ersten Nachkriegsjahren waren allerdings die Krefelder Clubs erfolgreicher. Preußen Krefeld konnte folgerichtig in der Saison 1950/51 die erste Meisterschaft für ein NRW-Team feiern. Ein Jahr danach gewann dann Lokalrivale Krefelder EV den Titel. Erst 1967 konnte dann die DEG die bayerische Dominanz durchbrechen. Damit wurde ein langwieriger Führungswechsel im deutschen Eishockey eingeleitet. Denn den Clubs aus Großstädten kam immer mehr Bedeutung zu, so dass Meistermannschaften aus Nordrhein-Westfalen häufiger wurden. 1977 ergänzte der Kölner EC die Liste der NRW-Meister-Clubs. Der KEC und die DEG sollten in den kommenden Jahren der späten 80er und frühen 90er Jahre das deutsche Top-Eishockey beherrschen. In dieser Zeit machten beide Clubs die Meistschaft meist unter sich aus. Die letzte Meisterschaft für ein NRW-Team liegt nun bereits drei Jahre zurück. 2003 wurden die Krefeld Pinguine überraschend erstmals seit 1952 deutscher Meister.
Aktuell ist Nordrhein-Westfalen in der DEL mit fünf Vereinen (Kölner Haie, DEG Metro Stars, Krefeld Pinguine, Iserlohn Roosters und EV Duisburg), in der 2. Bundesliga mit einer Mannschaft und in der Oberliga mit 3 Mannschaften vertreten.
So kommt mit den Adler Mannheim zum Beispiel der DEL-Rekordmeister aus dieser Region. Nach einem Meistertitel schon 1980 als Mannheimer ERC, folgten in den späten 1990er und frühen 2000er Jahren vier weitere Titel. Gleichzeitig haben die Adler eine der besten Jugendabteilungen des Landes. Die Jungadler sind schon mehrfach Meister in der Deutschen Nachwuchsliga. Auch in diesem Jahr konnten sie die Finalserie gewinnen.
Ein weiterer bedeutender Verein sind die Frankfurt Lions, die nach dem sportlichen Abstieg 2003 nur durch den Lizenzentzug Schwenningens in der Liga blieben und 2004 deutscher Meister wurden.
Der zweite hessische DEL-Verein und Erzrivale der Lions sind die Kassel Huskies. Der 1967 gegründete Club erreichte 1997 noch das DEL-Finale, zwischen 1999 und 2002 unter Hans Zach stets das Halbfinale, doch in den letzten beiden Jahren stiegen sie jeweils sportlich ab, indem sie die Play-down-Serie verloren.
Seit 2003 nicht mehr in der DEL sind die Schwenninger Wild Wings. 1904 als Schwimm- und Eisclub gegründet feierte der EC Schwenningen schon 1931 erste Erfolge. 1994 stiegen die Wild Wings in die DEL ein, ehe ihnen 2003 die Lizenz entzogen wurde. Seitdem spielt der Verein in der 2. Bundesliga, stand dort im Halbfinale der Play-offs.
Die Wölfe Freiburg waren nur für eine Spielzeit (2003/04) in der DEL, in der vergangenen Saison sind sie in die Oberliga abgestiegen. Erst 1984 gegründet stieg der Verein schon 1987 in die höchste Spielklasse ein.
Erfolgreicher in der 2. Bundesliga ist der SC Bietigheim-Bissingen, der auch in diesem Jahr wieder an den Play-offs teilnahm. In der höchsten Spielklasse spielte der 1989 gegründete SC allerdings noch nie.
Vor allem in den ersten Jahren des Bestehens konnten die Roten Teufel Bad Nauheim als VfL Bad Nauheim Erfolge feiern. In den letzten Jahren konnte der einmalige Vizemeister der Eishockey-Bundesliga fast nur noch durch Konkurse und Insolvenzverfahren auf sich aufmerksam machen. Aktuell läuft wieder ein Insolvenzverfahren.
Auch Oberliga-Mitglied Stuttgart Wizards stecken in massiven Finanzproblemem. Ein weiteres Team der Oberliga aus Baden-Württemberg ist der EV Ravensburg.
Eishockeyvereine in Rheinland-Pfalz und dem Saarland sind eher selten und unbedeutend.
Der Eishockeysport in Ostdeutschland außerhalb Berlins konzentrierte sich lange Zeit auf Sachsen. Speziell Weißwasser und Crimmitschau sind traditionelle Spielorte.
In Weißwasser wurde der erste Eishockeyclub 1932 gegründet. Eissport Weißwasser, der zwei Jahre nach seiner Gründung dem TSV Weißwasser beitrat, nahm 1937 zum ersten Mal als schlesischer Meister an der Endrunde um die deutsche Meisterschaft teil. Dies konnte 1941 und 1942 nochmal wiederholt werden. Zu Beginn der 50er Jahren wurden die BSG Ostglas und die BSG Chemie gegründet, die nach ihrer Fusion als SG Dynamo Weißwasser 25mal DDR-Meister wurden. Nach dem Anschluss an die Eishockey-Bundesliga blieben so große Erfolge aus. Heute spielt der Nachfolgeverein der SG Dynamo, die Lausitzer Füchse, in der 2. Bundesliga.
Der ETC Crimmitschau wurde als EHC schon 1920 gegründet und nahm auch mehrmals an der Endrunde der Deutschen Meisterschaft teil. Nachdem die DDR-Oberliga auf zwei Vereine gestrichen wurde, nahm der EHC jährlich an der Bestenermittlung teil. Nach der Wiedervereinigung stieg der ETC erst 2001 wieder in das professionelle Eishockey auf, 2005 erneut in die Oberliga ab. Die Nachwuchsmannschaften spielen größtenteils erfolgreich in der jeweiligen Bundesliga.
Noch erfolgreicher war die SG Frankenhausen aus dem gleichnamigen Crimmitschauer Ortsteil, die 1949 und 1950 „Meister der sowjetisch besetzten Zone“ wurde. Durch Zwangsumzüge nach Zwickau und Karl-Marx-Stadt gibt es seit 1960 kein erstklassiges Eishockey mehr in Frankenhausen. Die SG wurde 1994 als Hobbymannschaft neu gegründet.
In der sächsischen Landeshauptstadt Dresden gibt es erst seit 1990 mit den Eislöwen wieder einen Eishockeyverein, der derzeit seine erste Zweitliga-Saison spielt.
In den anderen Teilen der ehemaligen DDR (außer Ost-Berlin) gab und gibt es kaum bedeutende Eishockeyvereine.
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