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Der eiserne Vorhang (Schutzvorhang) ist eine Brandschutzeinrichtung im Theater, die die Bühne als Brandabschnitt vom Zuschauerraum in Form einer Brandwand trennt, um eine sichere Entfluchtung zu gewährleisten.

In Österreich ist er nach der Einführung der Gasbeleuchtung 1822 und dem Brand des Ringtheaters 1881 in Wien seit 1882 gesetzlich vorgeschrieben, in Deutschland ist diese Vorrichtung nach mehreren Theaterbränden seit 1889 ebenfalls Pflicht.

Die Einführung des eisernen Vorhanges im Theater markierte eine Wende im Theaterbau, sie veränderte maßgeblich die Anforderungen an die Theatertechnik, musste doch eine große Wand an einem Stück noch oberhalb der Bühne Platz haben.

Die großen und nicht gerade schönen Aufbauten über den Theaterdächern sind auch die äußeren Zeugen dieser Einrichtung. Der ganze Schnürboden erhielt dadurch eine neue Dimension, die Bühnenbildner bekamen neue Freiheiten, die Autoren neue Möglichkeiten. Der eiserne Vorhang in Opern- und Theaterhäusern war eine eindrucksvolle Einrichtung. Viele Häuser haben ihre mächtigen Trennvorhänge von namhaften Künstlern dekorieren lassen; meist wurde diese Bemalung für jede Theatersaison als Wettbewerb neu ausgeschrieben. Für den Gewinner war es eine große Ehre, ein Jahr lang vor jeder Theatervorstellung von dem Publikum bewundert zu werden.

Das Sicherheitsbedürfnis des Publikums sollte damit auch noch visuell befriedigt werden. Denn die vielen Theaterbrände in der Zeit der Gasbeleuchtung brachten weltweite Schlagzeilen, da sie immer wieder zahlreiche Todesopfer forderten.

Doch nicht allein der eiserne Vorhang, auch die fortschreitende Elektrifizierung und eine Reihe von Sicherheitsmaßnahmen im Theater hat die Brandgefahr in Theatern verringert. Trotzdem blieb gerade der gut sichtbare eiserne Vorhang als ein vorzeigbarer Inbegriff der undurchlässigen Trennung im allgemeinem Gedächtnis und Sprachgebrauch.

Anforderungen an den Schutzvorhang (in Deutschland nach Musterversammlungsstättenverordnung 2002 und Berufsgenossenschaftlicher Vorschrift C1):

  • Er muss aus nichtbrennbaren Baustoffen rauchdicht und feuerbeständig hergestellt werden und einem Rauchgasdruck von 450 Pa standhalten. Die untere Kante muss so biegesteif sein, dass sie diesem Druck standhält oder mit Stahldornen in stahlbewehrte Aussparungen im Bühnenboden eingreifen. Im Brandfall muss er durch eine Sprühwasserlöschanlage beaufschlagt werden, um eine Feuerwiderstandsdauer von mindestens 90 Minuten (feuerbeständig - F90) zu erreichen.
  • Im Notauslösebetrieb muss er sich aus eigenem Gewicht innerhalb von höchstens 30 Sekunden schließen. Die Schließbewegung muss sich von zwei unabhängigen und leicht erreichbaren Stellen von Hand einleiten lassen und in jedem Betriebszustand durch eine netzunabhängige akustische Warneinrichtung angezeigt werden.
Vorgeschrieben ist der eiserne Vorhang für Großbühnen.

Beim Platzieren eines Orchesters auf der Bühne muss darauf geachtet werden, dass der Bereich entsprechend freibleibt.

Theaterbau | Brandschutz

 

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