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Eischwiele Platt, Eschweiler Platt oder - in Rheinischer Dokumenta - Aischwiile Plat ist die Mundart, welche in Eschweiler gesprochen wird. Es ist eine Variante der Ripuarischen Dialektgruppe und liegt zwischen Kölsch und dem Öcher Platt. Beispiele:

  Hochdeutsch Aachen Eschweiler Köln
altauaalaal
LeuteLüüLüüLück

Ein Beispiel für die drei Sprachebenen Eschweilers:

  • Hochdeutsch: "Es regnet."
  • Umgangssprachlich: "Et reeschnet." oder "Et is am reeschnen."
  • Eischwiele Platt: "Et es am rääne." oder "Ed-es am rääne."

Das Eischwiele Platt besitzt eine markante Sprachmelodie, welche von Nichteschweilern als "Singsang" bezeichnet wird.

Typisch sind ferner:

  • Rheinische Verlaufsform: "Isch ben at dr janze Daach am wirke." (= Ich arbeite den ganzen Tag.), "Isch woa am ässe, als menge Brua koam." (= Ich aß gerade, als mein Bruder kam.), sogar doppelt: "Jäz simme ze dree Mann am avamtrockne." (= Jetzt sind wir zu dritt dabei, (Geschirr) abzutrocknen.)
  • Stimmhafte Konsonanten zwischen Vokalen: Schloovaanzoch (umg.: Schlawwanzuch) (= Schlafanzug), Schtevele (umg.: Stievel) (= Stiefel), Bröggelsche (= Brückchen), jeed-et (= geht es)
  • drei unbestimmte Artikel: ene Mann, en Vrau, e Kengk (= ein Mann, eine Frau, ein Kind)
  • gewisse im Hochdeutschen derbe Ausdrücke drücken Erstaunen oder auch Begrüßung aus. "Ja, läck misch am Aasch, wat määs du da hee? Wii jeed-et disch?"
  • Häufung von "am", beispielsweise: "Jetzt simmer zu drei Mann am Abamtrocknen." (= Jetzt sind wir dabei, zu dritt abzutrocknen.)
  • Verschleifungen mit "wir": simmer (= sind wir), hammer (= haben wir), kömmer (= können wir), sommer (= sollen wir), wommer (= wollen wir)
  • Dativ + Possessivpronomen statt Genitiv: "dem Peter sein Auto" (= Peters Auto)
  • Betonung auf der zweiten Silbe: Talbáhnhof, Hauptbáhnhof, Euskírchen, Volkshóchschule
  • In der Umgangssprache fallen Abweichungen vom Hochdeutschen auf, zum Teil im Duden dokumentiert: Verein fär'ein, sondern: fe'rein, kucken (statt gucken), ich hab kalt (statt mir ist kalt) sowie unregelmäßige Verben wie
    • kaufen
      • ich kaufe
      • du käufst
      • er käuft
    • fragen
      • ich frug
      • du frugst
      • er frug

Die Eschweiler Mundart ist vom Hochdeutsch so weit entfernt wie das Niederländische vom Hochdeutschen. Dass Eischwiele Platt Dialekt genannt wird, Nederlands jedoch Sprache, hat wie bei den meisten Mundarten allein politische Gründe. Hochdeutsch besitzt im wesentlichen nur die Zwielaute (Diphthonge) ai, au und oi (z.B. in frei, Frau, freu), Eischwiele Platt jedoch deutlich mehr, ebenso wie die niederländische, dänische und englische Sprache. Beispiele:

  • ai wie in Makai (Quark), Aisch (Asche), Buhai (Aufsehen, Protzerei)
  • au wie in Wause (Wasser), kauche (kochen), Mau (Ärmel)
  • ea wie in Eat (Erde), Eats (Erbse), Peat (Pferd), leave (leben)
  • ei wie in vrei (frei), Bei (Biene), drei (drei), Kweispel (Handbesen)
  • ew wie in Kews (Kiste), Mews (Mist), News (Nest)
  • oa wie in Koat (Schnur), Hoa (Haar), Poats (Tür), Joa (Jahr)
  • oi wie in Hoi (Heu), Schnoits (Scnurrbart), Schroijel (Verschrumpeltes)
  • ou wie in Sou (Sau), Bou (Bau), Rou (Ruhe), broue (brauen)
  • öi wie in Möisch (Spatz), Köisch (Küche), döije (drücken), nöi (neu)
  • ue wie in Wuesch (Wurst), Knueschel (Stachelbeere), Ue (Uhr, Ohr)
  • üe wie in üe (Ihr, Euer), hüere (hören), vüe (für, vor), Vüe (Feuer)

Eischwiele Platt unterscheidet wie westgermanischen Sprachen lange und kurze Vokale:

  • Knatsch (beiige Masse) / Knaatsch (Streit, Rumgejammere)
  • Kis (Kies) / Kiis (Käse)
  • kom (komm) / koom (kaum)
  • völe (füllen) / vööle (fühlen)

Eischwiele Platt unterscheidet auch v und w wie engl. veal/wheel:

  • vööle (fühlen) / wööle (wühlen)
  • vol (voll) / wol (Wolle)

Eischwiele Platt unterscheidet drei bestimmte und unbestimmte (!) Artikel:

  • dr/dea Man, ene Man, eene Man (der Mann, ein Mann, genau 1 Mann)
  • di/do/de Vrau, en Vrau, een Vrau (die Frau, eine Frau, genau 1 Frau)
  • et/dat Kengk, e Kengk, ee Kengk (das Kind, ein Kind, genau 1 Kind)

Hier noch besondere und bemerkenswerte Wörter des Eischwiele Platt:

  • Blötsch (Delle)
  • dä! (voilà!), Dä, do ha-me dr Rään on-et Vas kapot! (Tja, da haben wir den Salat!, wörtlich: Da haben wir den Regen und das Fass kaputt!)
  • Eapel (Kartoffel), Eapelschlaat (Kartoffelsalat)
  • Halefjehang (nachlässig gekleiderte Person)
  • Jölep (Hosenstall, Hosenlatz)
  • mengetweasch (meinetwegen, von mir aus)
  • Menüt (Minute)
  • Momang (Moment, Augenblick)
  • Ots (Speiserest)
  • petsche (kneifen, einen Schnaps trinken)
  • Poats (Tür), poatse (andauernde eine Tür öffnen und schließen)
  • pope (vögeln, bumsen), Pöper (fester Freund, Hausfreund, Lüstling)
  • Prom (Pflaume, weibliche Scham), Plüschprom (Pfirsisch)
  • Puute (Kinder)
  • Schenoos (Schalk)
  • Schleefholts (Ackerschleppholz, träge, ungeschickte Person)
  • Seem (Rübenkraut, Rübensirup)
  • Sekoamel (Ameise)
  • votsäle (erzählen)

Eischwiele Platt kennt die Endung –es für Räumlichkeiten:

  • Jäkes (Nervenheilanstalt) von jäk (närrisch, albern, verrückt)
  • Kakes (Toilette) von kake (kacken)
  • Krufes (kleiner Raum, kleines Haus) von krufe (kriechen)
  • Panes (Brauhaus, Pannhaus)
  • Sekes (Pissoir) von seke (pinkeln)
  • ebenso: Broijes (Brauhaus), „Mäckes“ (Schnellrestaurant „Mc Donald’s“), Schlachtes (Schlachthaus), „Schneckes“ (Altstadtkneipe „Schneckenhaus“), „Treibes“ (Altstadtkneipe „Treibhaus“)

Siehe auch: Eschweiler Karneval

Weblinks


Deutscher Dialekt | Eschweiler | Rheinland | Region Aachen

 

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