Als Einzugsgebiet, oder Einzugsbereich, werden zusammenhängende Gebiete bezeichnet, aus denen sich etwas zu einem gemeinsamen Zentrum oder einer Linie hin bewegt. Dies erfordert geeignete Verbindungswege und deren natürliche Voraussetzungen. Als Beispiele seien genannt das Einzugsgebiet einer Stadt, einer Schule, eines Unternehmens oder eines Gewässers.
Der Terminus wird hauptsächlich in der Physischen und Wirtschaftsgeografie verwendet, sowie in der Hydrologie und Angewandten Geophysik.
In einem ähnlichen Sinn sind die Einzugsgebiete von Schulen und von Unternehmen zu verstehen, doch kann ihr geografischer Zusammenhang stärker gelockert sein. Denn Ausbildungs- oder Produktionsbetriebe haben zwar meist ihren regionalen Markt, sprechen jedoch auch weiter entfernte Kunden an.
Die Planung solcher Versorgungs- und Interessensgebiete obliegt im öffentlichen Bereich - etwa für Schulen, Ämter und Apotheken - den Gebietskörperschaften und ihrer amtlichen Raumplanung. In der privaten Wirtschaft ist die Planung Sache der Marktforschung und der Unternehmens-Strategie, bzw. in der weiteren Entwicklung eine Angelegenheit der Werbung. Je spezieller eine Schule oder eine Firma ausgerichtet ist, desto weiter und auch verzweigter ist im Regelfall ihr Einzugegebiet. Ähnliches gilt für Freizeit-Einrichtungen und besonders für Vergnügungsparks.
Das Einzugsgebiet eines Gewässers ist jener Bereich, der alle Niederschläge und die daraus entstehenden Abflüsse in dieses Gewässer ableitet und es damit speist. Das Gebiet wird vor allem durch die Topografie und die geologischen Verhältnisse bestimmt und schließt ober- und unterirdische Abflüsse ein. Letztere können jedoch auch in ein anderes Tal gelangen und dort einem "fremden" Grundwassergebiet zuströmen.
Die Quell- und Einzugsgebiete von Bächen und kleinerer Flüsse sind immer auch Teil eines größeren Einzugsgebietes - nämlich von jenem Gewässer, in das sie münden. Fließt ein Bach direkt ins Meer, gehört er zu dessen sehr viel größerem Einzugsgebiet (siehe auch Ordnung der Gewässer, bzw. Nebenfluss). In höher gelegenen Gebieten eines Hochgebirges stellen hingegen die Kare und Gletscher den Beginn der Einzugsgebiete dar.
Die Donau hat einen Einzugsbereich von 817.000 km², was jenen des Rhein (252.000 km²) um das 3-fache übertrifft. Im Schwarzwald bahnt sich jedoch ein Abtausch von etwa 2.000 km² an: der steile Oberlauf der Wutach, die vor etwa 50.000 Jahren noch zur Donau floss, erodiert rückwärts zu den Donauquellen, und von Norden her tun die Quellflüsse des Neckar ähnliches.
Eine weitere - allerdings verborgene - Besonderheit findet sich im Bereich der so genannten Donauversickerung. Dort fließt ein erheblicher Teil des Donauwassers unterirdisch dem Bodensee und damit dem Rhein zu, obwohl es ja ursprünglich aus dem Einzugsgebiet der Donau stammt und somit die Europäische Wasserscheide überwindet.
Im Flachland kann man für Zwecke der Schifffahrt die Einzugsgebiete auch mit Hilfe von Kanälen überwinden, wobei man wegen der Höhenunterschiede in der Regel nicht ohne Schleusen oder Schiffshebewerke auskommt. Doch gibt es auch Kanalsysteme mit großen Höhendifferenzen, etwa den Rhein-Main-Donau-Kanal.
Während bei solchen Verkehrswegen netto nur wenig Wassertausch stattfindet, ist er bei vielen Projekten im Gebirge das Hauptanliegen. Solche Überleitungen finden bei Speicherkraftwerken und für Zwecke der Wasserwirtschaft statt. Die oft steilen, natürlichen Grenzen der Einzugsgebiete können durch tunnelartige Stollen mit Pumpstationen überwunden werden, doch auch mit freiliegenden Leitungen, und manchmal bis heute mit römischen Aquädukten. Lokal begrenzte Höhenunterschiede und Talquerungen lassen sich mit Dükern bewältigen.
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