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Als Einzugsgebiet, oder Einzugsbereich, werden zusammenhängende Gebiete bezeichnet, aus denen sich etwas zu einem gemeinsamen Zentrum oder einer Linie hin bewegt. Dies erfordert geeignete Verbindungswege und deren natürliche Voraussetzungen. Als Beispiele seien genannt das Einzugsgebiet einer Stadt, einer Schule, eines Unternehmens oder eines Gewässers.

Der Terminus wird hauptsächlich in der Physischen und Wirtschaftsgeografie verwendet, sowie in der Hydrologie und Angewandten Geophysik.

Wirtschaftsgeografie


Das Einzugsgebiet einer Stadt und ihrer öffentlichen Einrichtungen wird von Walter Christaller in seinem System der Zentralen Orte auch als "Ergänzungsgebiet" bezeichnet. Es ist zum zentralen Ort hin orientiert, versorgt ihn mit verschiedensten Gütern und wird seinerseits von ihm versorgt, z.B. mit Dienstleistungen. Weitere Namen solcher Gebiete sind Verflechtungsbereich oder Versorgungsgebiet.

In einem ähnlichen Sinn sind die Einzugsgebiete von Schulen und von Unternehmen zu verstehen, doch kann ihr geografischer Zusammenhang stärker gelockert sein. Denn Ausbildungs- oder Produktionsbetriebe haben zwar meist ihren regionalen Markt, sprechen jedoch auch weiter entfernte Kunden an.

Die Planung solcher Versorgungs- und Interessensgebiete obliegt im öffentlichen Bereich - etwa für Schulen, Ämter und Apotheken - den Gebietskörperschaften und ihrer amtlichen Raumplanung. In der privaten Wirtschaft ist die Planung Sache der Marktforschung und der Unternehmens-Strategie, bzw. in der weiteren Entwicklung eine Angelegenheit der Werbung. Je spezieller eine Schule oder eine Firma ausgerichtet ist, desto weiter und auch verzweigter ist im Regelfall ihr Einzugegebiet. Ähnliches gilt für Freizeit-Einrichtungen und besonders für Vergnügungsparks.

Physische Geografie


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Das Einzugsgebiet eines Gewässers ist jener Bereich, der alle Niederschläge und die daraus entstehenden Abflüsse in dieses Gewässer ableitet und es damit speist. Das Gebiet wird vor allem durch die Topografie und die geologischen Verhältnisse bestimmt und schließt ober- und unterirdische Abflüsse ein. Letztere können jedoch auch in ein anderes Tal gelangen und dort einem "fremden" Grundwassergebiet zuströmen.

Die Quell- und Einzugsgebiete von Bächen und kleinerer Flüsse sind immer auch Teil eines größeren Einzugsgebietes - nämlich von jenem Gewässer, in das sie münden. Fließt ein Bach direkt ins Meer, gehört er zu dessen sehr viel größerem Einzugsgebiet (siehe auch Ordnung der Gewässer, bzw. Nebenfluss). In höher gelegenen Gebieten eines Hochgebirges stellen hingegen die Kare und Gletscher den Beginn der Einzugsgebiete dar.

Beispiele: Harz/Elbe und Donau/Rhein

Im Sinne der Gewässer-Hierarchie hat beispielsweise im Mittelgebirge des Harz jeder Quellfluss der Bode ein bestimmtes Einzugsgebiet, das Bestandteil des Einzugsgebietes der Bode ist. Deren Sammelbecken ist wiederum ein Teil des Einzugsgebietes der Saale, jenes der Saale gehört zum Einzugsgebiet der Elbe. Letzteres beträgt bereits 148.000 km² und speist sich aus einigen tausend Quellbächen. Jenes der Wolga ist allerdings 9x größer und umfasst 13% der Fläche Europas.

Die Donau hat einen Einzugsbereich von 817.000 km², was jenen des Rhein (252.000 km²) um das 3-fache übertrifft. Im Schwarzwald bahnt sich jedoch ein Abtausch von etwa 2.000 km² an: der steile Oberlauf der Wutach, die vor etwa 50.000 Jahren noch zur Donau floss, erodiert rückwärts zu den Donauquellen, und von Norden her tun die Quellflüsse des Neckar ähnliches.

Eine weitere - allerdings verborgene - Besonderheit findet sich im Bereich der so genannten Donauversickerung. Dort fließt ein erheblicher Teil des Donauwassers unterirdisch dem Bodensee und damit dem Rhein zu, obwohl es ja ursprünglich aus dem Einzugsgebiet der Donau stammt und somit die Europäische Wasserscheide überwindet.

Wasserscheiden, Kanäle und Kraftwerke

Die Einzugsgebiete verschiedener, nicht ineinander mündender Gewässer sind durch Wasserscheiden getrennt, welche meistens entlang der Kammlinien des Geländes verlaufen. Mancherorts können diese aber durch geologische Besonderheiten deutlich vom Verlauf der Geländeoberfläche abweichen.

Im Flachland kann man für Zwecke der Schifffahrt die Einzugsgebiete auch mit Hilfe von Kanälen überwinden, wobei man wegen der Höhenunterschiede in der Regel nicht ohne Schleusen oder Schiffshebewerke auskommt. Doch gibt es auch Kanalsysteme mit großen Höhendifferenzen, etwa den Rhein-Main-Donau-Kanal.

Während bei solchen Verkehrswegen netto nur wenig Wassertausch stattfindet, ist er bei vielen Projekten im Gebirge das Hauptanliegen. Solche Überleitungen finden bei Speicherkraftwerken und für Zwecke der Wasserwirtschaft statt. Die oft steilen, natürlichen Grenzen der Einzugsgebiete können durch tunnelartige Stollen mit Pumpstationen überwunden werden, doch auch mit freiliegenden Leitungen, und manchmal bis heute mit römischen Aquädukten. Lokal begrenzte Höhenunterschiede und Talquerungen lassen sich mit Dükern bewältigen.

Geomorphologie | Raumplanung

Povodí | Drainage basin | Cuenca (accidente geográfico) | Stroomgebied

 

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